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            <title>kommunalpolitisches forum nrw e.V.: RSS-Feed</title>
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                <copyright>kommunalpolitisches forum nrw e.V.</copyright>
            
            <pubDate>Fri, 09 Oct 2026 02:44:54 +0200</pubDate>
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                        <pubDate>Tue, 22 Sep 2015 11:50:00 +0200</pubDate>
                        <title>Gewährung einer freiwilligen Weihnachtsbeihilfe Ratssitzung, Moratorium für Jobcenter-Sanktionen, Marion Josten</title>
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                        <content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Herr Oberbürgermeister,<br />meine Damen und Herren, </p>
<p>um ihre Aufmerksamkeit nicht übermäßig zu strapazieren, werde ich beide Anträge begründen.</p>
<p>404 Euro wird der Hartz-IV-Regelsatz für allein lebende Personen ab dem 1.1.2016 betragen. Der Sozialwissenschaftler Lutz Hausstein hat berechnet, dass allein die unabweisbaren existenziellen Kosten eines Single-Haushaltes schon 2015 bei 445,85 Euro liegen. Das sozio-kulturelle Existenzminimum liegt nach seinen Berechnungen bei 733,62 Euro, also 334,62 über dem heutigen Regelsatz von 399 Euro. Hartz IV stellt somit nicht einmal das Existenzminimum und die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft sicher. Nun können im Hinblick auf das im Antrag genannte Urteil Sanktionierte in Widerspruchsverfahren - mit Verweis auf das Urteil von Gotha - gehen und mindestens eine Aussetzung der Sanktion einfordern, bis das Bundesverfassungsgericht ein entsprechendes Urteil gefällt hat. Am 10. August 2015 hat sich das Sozialgericht Dresden dieser Auffassung angeschlossen, wie aus dem jetzt veröffentlichtem Urteil hervorgeht.</p>
<p>Wir gehen allerdings davon aus, dass die Betroffenen nicht immer über diese konkrete Möglichkeit vollumfänglich informiert sind und immer den nötigen Rechtsbeistand haben um ihr Recht auch praktisch einzufordern.</p>
<p>Wir halten es für angezeigt, sowohl unter humanitären als auch praktischen Gesichtspunkten nicht auf jeden Widerspruchsfall zu warten, sondern von den vorhandenen Möglichkeiten Gebrauch zu machen, die Umsetzung der Sozialgesetzgebung nach kommunalem Ermessen zu praktizieren und Sanktionen auszusetzen.</p>
<p>Alles andere wäre ein massenhafter Verstoß gegen die Verfassung. Es ist unverantwortlich mit der beklagten Praxis fortzufahren. Ein Verweis auf die noch laufende Praxis der Bundesagentur für Arbeit hieße die Verantwortung für kommunales Handeln von sich zu schieben.</p>
<p>Es hat massenhaft Widersprüche und Klagen gegen Sanktionen bei Hartz IV gegeben.&nbsp;Über 37 Prozent der Widersprüche gegen Sanktionen waren im Jahr 2014 erfolgreich, und sogar über 41 Prozent der Klagen. Sanktionen verletzen das Grundrecht auf ein Existenzminimum. Und da stimmen wir mit den Spitzenverbänden der Wohlfahrtspflege überein. So hält es die Diakonie für, Zitat: &quot;skandalös, wenn auch noch massenhaft fehlerhaft und rechtswidrig das Existenzminimum gekürzt wird. Sanktionen treiben viele Menschen in existentielle Armut bis hin zur Wohnungslosigkeit&quot;.</p>
<p>Hartz IV und die damit verbundenen Sanktionen sind nichts weiter als ein gigantischer nationaler Feldversuch, der als Blaupause für ganz Europa dienen soll und im Protektorat Griechenland durch die Bundesregierung und die Troika bereits umgesetzt wurde. Um es mit den Worten des ehemaligen griechischen Finanzministers Varoufakis zu sagen: &quot; Sie – die Bundesregierung – wälzt die gesamte finanzielle Last auf die Habenichtse ab, und das löst eine humanitäre Krise aus&quot;. Das gilt international, aber auch in den Kommunen.</p>
<p>Eine letzte Anmerkung: Die Zahlung einer freiwilligen Weihnachtsbeihilfe löst die humanitäre und finanzielle Krise für die Betroffenen selbstverständlich nicht. Aber für einen kleinen Augenblick können wir Abhilfe schaffen und unterstützen damit auch die lokalen Klein- und mittelständischen Unternehmen. Und somit geht es hier nicht nur um freiwillige Leistungen der Kommune, sondern auch um die Stärkung der Kaufkraft.</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Tue, 22 Sep 2015 11:50:00 +0200</pubDate>
                        <title>Bereitstellung überplanmäßiger Transferleistungen für das Jugendamt im Haushaltsjahr 2015, Roland Koslowski</title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/bereitstellung-ueberplanmaessiger-transferleistungen-fuer-das-jugendamt-im-haushaltsjahr-2015-roland-ko/</link>
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                        <content:encoded><![CDATA[<p>Herr Oberbürgermeister,<br />meine Damen und Herren,</p>
<p>diese Beschlussvorlage gehört in die Rubrik „Alle Jahre wieder“. Alle Jahre wieder sind die Haushaltsansätze realitätsvermeidend, darauf haben wir bereits mehrfach hingewiesen, letztmalig im Dezember 2014 bei der Fortschreibung des Haushaltssanierungsplanes. Die Nachfinanzierung ist notwendig und deshalb tragen wir den Beschluss mit, ablehnen können wir ja ohnehin nicht.</p>
<p>Es ist allerdings einfach nur ärgerlich, einem unehrlichen Haushaltsansatz geschuldet und realitätsvermeidend, das wir jährlich eine solche zu erwartende Nachfinanzierung auf der Tagesordnung wiederfinden. Alle Jahre wieder weisen wir genau darauf hin. Aber seit dem Jahr 2011 hören wir von der Verwaltung regelmäßig, Zitat „Mit der Umsetzung des Qualitätsmanagementsystems sollen Potentiale geschaffen werden, die zu einer sicheren Haushaltsplanung und Bewirtschaftung führen.&quot;</p>
<p>Das allerdings sind nichts als leere Worte und schönfärberei. Ein Kämmerer, der zugleich überforderter Schuldezernent ist - und da sind wir dann auch wieder bei der Beschlussvorlage Dezernenten - sollte wissen, dass Inklusion keine neudeutsche Begrifflichkeit für Einsparungen ist. Selbstverständlich ist Inklusion teuer und natürlich ist hier eigentlich die Landespolitik in der grundsätzlichen Verantwortung. Und wir wissen, ihre Haushaltsentwürfe sind dem Diktat des Stärkungspaktes geschuldet. Dennoch wäre ein wenig mehr Ehrlichkeit angebracht, seit Jahren ist doch bekannt, dass durch den Rechtsanspruch auf Inklusion die Zahlen und damit auch die Ausgaben steigen werden.</p>
<p>Für inakzeptabel halten wir zudem die Aussage der Verwaltung, die finanziellen Mittel aus Umschichtungen innerhalb des Haushaltes aufzubringen. Eine derartig pauschale Aussage ist wenig hilfreiche und inakzeptabel, wir möchten im Detail wissen, wo und wie wird umgeschichtet.</p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>(alt) Kinder/Jugend/Schule</category>
                            
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                        <pubDate>Tue, 22 Sep 2015 11:50:00 +0200</pubDate>
                        <title>Verbindliche Bedarfsplanung für Pflegeeinrichtungen im Zeitraum 2015 bis 2018, Marion Josten</title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/verbindliche-bedarfsplanung-fuer-pflegeeinrichtungen-im-zeitraum-2015-bis-2018-marion-josten/</link>
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                        <content:encoded><![CDATA[<p>Herr Oberbürgermeister,<br />meine Damen und Herren,</p>
<p>wir werden diese Beschlussvorlage&nbsp;ablehnen.</p>
<p>Mit dem was wir heute hier beschließen sollen, begeben wir uns auf  den Weg nach vorgestern, denn was die Verwaltung als großartiges  Steuerungsinstrument beschreibt, war in der Vergangenheit bereits  üblich. Wir haben allerdings nicht den Eindruck, dass mit dem Instrument  Bedarfsplanung – wobei wir Planung grundsätzlich begrüßen – die  Menschen im Fokus stehen. Im Gegenteil, die geplante Bedarfsplanung  erstreckt sich ausschließlich auf den stationären Bereich, Tages- und  Kurzzeitpflege bleiben außen vor. Und wie bereits im Bereich  Behindertenhilfe auf der Landesebene (LWL) und in der Kinder- und  Jugendhilfe soll hier Planung – die ja zunächst einmal überhaupt keine  Planung darstellt, sondern von Annahmen ausgeht - nichts anderes  bewirken, als dass Menschen eine Wahlmöglichkeit genommen wird.</p>
<p>Jeder, der auch nur im Ansatz im diesem Bereich über Kenntnisse  verfügt, weiß, dass es in Hamm eben keine Überkapazitäten gibt. Wir  haben das aktuell sowohl in den Einrichtungen aber auch in dem Bereich  der gesetzlichen Betreuungen abgefragt und zur Kenntnis genommen, dass  es in fast allen Einrichtungen Wartelisten gibt.</p>
<p>Selbst wenn in einzelnen Einrichtungen freie Plätze zur Verfügung  stehen, muss in den Wohngruppen auch immer eine gewisse Homogenität in  der Belegung berücksichtigt werden.</p>
<p>Insofern ist die Aussage der Verwaltung in Hamm werden keine neuen  stationären Plätze benötigt, schlichtweg falsch. Und natürlich wird sich  durch die Annahme dieser Beschlussvorlage auch – wie in der Vorlage  ausgeführt - das zukünftige Nutzungsverhalten deutlich ändern, denn was  nicht angeboten wird, kann eben auch nicht genutzt werden.</p>
<p>Im Ergebnis ist dieses vielleicht durchaus sinnvolle  Steuerungsinstrument nichts anderes, als der Versuch zu Lasten der  Wahlfreiheit wieder einmal Gelder einzusparen. Hinter der  Begrifflichkeit Bedarfsplanung verbirgt sich nichts weiter als die  Umsetzung des Dogmas ambulant vor stationär. Wir bleiben bei der  Feststellung, jeder Mensch muss seinen Aufenthaltsort selbstbestimmt  wählen können.</p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>(alt) Verwaltung</category>
                            
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                        <pubDate>Tue, 22 Sep 2015 11:50:00 +0200</pubDate>
                        <title> Integriertes Klimaschutzkonzept (IKK) für die Stadt Hamm, Alisan Sengül</title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/integriertes-klimaschutzkonzept-ikk-fuer-die-stadt-hamm-alisan-senguel/</link>
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                        <content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,<br />meine Damen und Herren,</p>
<p>auf mehr als 150 Seiten finden wir Absichtserklärungen,  Handlungsempfehlungen, Schätzungen und Prognosen und hat durchaus einen  gewissen Unterhaltungswert, allerdings in der abendlichen Märchenstunde.</p>
<p>Obwohl es in den vergangenen Jahren durchaus an der ein oder anderen  Stelle Verbesserungen oder Fortschritte gegeben hat, bleibt die Politik  der Mehrheitsfraktionen ein konzeptloses herumgeeiere und bewirkt das  genaue Gegenteil von dem, was möglich wäre und zu entscheidenden  Verbesserungen beitragen könnte. Ein Beispiel – seit dem Jahr 1990 haben  die CO 2 Emissionen durch den PKW und LKW Verkehr kontinuierlich  zugenommen. Da hilft es in der Gesamtbilanz wenig, wenn im gleichen  Zeitraum die Emissionen der Privathaushalte abgenommen haben. Statt nun  gegenzusteuern, buhlt die Rathausmehrheit um weitere  Logistikansiedlungen und erhöht dadurch die CO 2 Belastungen drastisch.  Das im Klimaschutzkonzept dargestellte Szenario 2030 wird somit bereits  heute ad absurdum geführt.</p>
<p>Statt den Schwerverkehr auf Schiene und Wasserwege zu verlagern -  auch über ein Durchfahrverbot für den Schwerlastverkehr – und den  Individualverkehr zu verringern, geschieht das genaue Gegenteil. Der  ÖPNV wird keineswegs attraktiver gestaltet: Statt kürzerer Taktzeiten,  mehr Linien und günstiger Fahrpreise, werden die Tarife erhöht, ein  Sozialticket bleibt in Hamm Illusion. Statt eine bezirksverbindende  Ringbuslinie ohne Fahrgastauflagen dauerhaft und ohne Auflagen zu  betreiben, wird die Anzahl der Buslinien reduziert.</p>
<p>Und obwohl die Stadtwerke einen Jahresüberschuss von mehr als 5,6  Millionen € erwirtschaften, wird lieber in eine Dreckschleuder in  Uentrop und die HammGas investiert, statt in eine nachhaltige und  umweltfreundliche Verkehrspolitik. Die im Klimaschutzkonzept benannten  Ziele werden mit einer derartigen Politik nicht erreicht.</p>
<p>&quot;Klimawandel geht uns alle an. Die Stadt Hamm bekennt sich deshalb  ausdrücklich zum Klimaschutz&quot;, so steht es auf der zweiten Seite des  vorliegenden Konzeptes. Aber Papier ist ja bekanntlich geduldig und die  Realpolitik in dieser Stadt und damit auch das vorliegende Konzept  erinnert fatal an die grandiose Schulpolitik der Mehrheitsfraktionen.  Sie fordern eine gerechte Bildungspolitik, wollen kein Kind zurücklassen  und kürzen zur Erreichung dieser Ziele zunächst einmal die Schuletats.</p>
<p>Mit dieser Politik meine Damen und Herren ist lokaler Klimaschutz  nicht umzusetzen, die beschriebenen Ziele sind damit in weite Ferne  gerückt. Auch wenn wir den Antrag 245/15 unterstützen, wissen wir,  dadurch sind die gesteckten Ziele nicht zu erreichen.</p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>(alt) Umwelt/Energie</category>
                            
                                <category>(alt) Rede</category>
                            
                                <category>Deutscher Bundestag</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Tue, 22 Sep 2015 11:50:00 +0200</pubDate>
                        <title>Resolution gegen Verwaltungsarroganz, Roland Koslowski</title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/resolution-gegen-verwaltungsarroganz-roland-koslowski/</link>
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                        <content:encoded><![CDATA[<p>Herr Oberbürgermeister,<br />meine Damen und Herren,</p>
<p>wir sind dankbar, diesen Antrag / diese Resolution heute auf der Tagesordnung zu finden. Herr Lenz ich wünschte diese Sitzung würde in Wort und Bild aufgezeichnet, dann hätten sie die Gelegenheit sich und ihre unerträglichen Ausführungen noch einmal zu erleben und würden vielleicht zukünftig schweigen..</p>
<p>Die von den Antragstellern geschilderten Vorkommnisse sind eben kein Einzelfall und das will ich an zwei weiteren Beispielen erläutern. In der BV Hamm – Mitte habe ich den Antrag gestellt, die Fußgängerzone zu erweitern. In der Septembersitzung der BV wurde der Antrag geschoben – mit den Stimmen der Großen Koalition – unter Verweis auf die fehlende Stellungnahme der Verwaltung. Diesen Antrag habe ich nicht etwa eine Woche vor der Sitzung eingebracht, sondern bereits im Juni. Also vor mehr als knapp drei Monaten. Im Übrigen bin ich bisher immer davon ausgegangen, die Gestaltungshoheit liege bei der Politik, d. h. die Verwaltung setzt das um, was Politik vorgibt und entscheidet. Offensichtlich ein Irrtum, denn dann hätte die BV über den Antrag entscheiden können.</p>
<p>Ein zweites Beispiel: In unserem Fraktionsbüro funktioniert seit mehr als einer Woche ein Bildschirm nicht mehr. In der dafür zuständigen Verwaltung ist niemand zu erreichen, selbst auf hinterlassenen Nachrichten erfolgt kein Rückruf. Das liegt ja nun nicht am Unwillen der Mitarbeiter*innen, sondern das zeigt eindrucksvoll, diese Verwaltung ist personell völlig unterbesetzt. Es ist eben nicht so, dass wir es mit einer Bestform gebrachten Verwaltung zu haben – wie Herr Müller das immer so gerne bei jeder Gelegenheit betont – sondern mit einer Verwaltung, die punktuell nicht mehr arbeitsfähig ist.</p>
<p>Und selbst wenn die Anzahl der Anträge und Anfragen zugenommen hat, dann muss die Konsequenz daraus sein, zusätzliche Personalstellen zu schaffen. Statt dessen betonen die Vertreter der Großen Koalition bei jeder Gelegenheit, das wir es in Hamm mit der geringsten Verwaltungsdichte in ganz NRW auszukommen. Genau das aber ist nicht der Fall, diese Verwaltung liegt längst auf der Intensivstation.</p>
<p>Für all das was wir heute hier gehört haben, gibt es ja nun zwei Erklärungsmodelle. Zum Einen, wie gerade geschildert, eine nicht mehr arbeitsfähige Verwaltung. Für uns ist aber durchaus auch denkbar, dass die Verwaltung nur noch das umsetzt, was im Koalitionsausschuss abgesprochen wird. Das allerdings wäre ein absolut undemokratischer Vorgang, leider ist das dieser Großen Koalition zuzutrauen.&nbsp;</p>
<p>Eine letzte Anmerkung: In der vorliegenden Resolution ist auch von Zeitnähe die Rede. Allerdings haben wir heute zum wiederholten Male das genaue Gegenteil erlebt. Beschlussvorlagen und Anträge werden geschoben und zwar solange, bis keinerlei Aktualität mehr gegeben ist. Bestes Beispiel ist der Antrag Tierpark, es geht dabei inhaltlich um Versäumnisse aus dem Jahr 2014, darüber aber müssen wir 2016 nicht mehr reden. Das Verschieben von einer Sitzungsrunde in die nächste hat durchaus Methode und seit der letzten Kommunalwahl sprunghaft angestiegen.</p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>(alt) Verwaltung</category>
                            
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                                <category>Deutscher Bundestag</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Tue, 22 Sep 2015 11:50:00 +0200</pubDate>
                        <title>Ausschreibung einer Dezernentenstelle und Beschlussvorlage 546/15, Marion Josten</title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/ausschreibung-einer-dezernentenstelle-und-beschlussvorlage-54615-marion-josten/</link>
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                        <content:encoded><![CDATA[<p>Herr Oberbürgermeister,<br />meine Damen und Herren,</p>
<p>um das vorweg zu nehmen, wir stimmen der geplanten Ausschreibung der Dezernentenstellen – also den Beschlussvorlagen 543 und 546/15 - zu.</p>
<p>Ein Kämmerer ist Kämmerer und eben kein Schuldezernent. Die Aussagen der Jungen Union zur Thematik sind völliger Unsinn und realitätsfern. Schule nebenbei zu erledigen, das geht nicht und schon gar nicht gut, das hat der Kämmerer in den vergangen Jahren eindrucksvoll bewiesen. Wir erwarten auch, dass die Stellenbesetzungen&nbsp;nach objektiven Kriterien erfolgenund nicht zum wiederholten Male eine Selbstbedienungsmentalität zum Tragen kommt, die den Anschein erweckt, die Arbeitsmarktpolitik der Großen Koalition mutiert zu einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Familienangehörige von Lokalpolitiker*innen.&nbsp;Nach der Personalentscheidung in der BV Heessen und beim DRK wäre ein sensibler Umgang im Bereich von Personalentscheidungen wünschenswert.</p>
<p>Bei der SPD allerdings scheint die eigenen Forderungen aus der Zeit vor der Kommunalwahl 2014 offensichtlich in Vergessenheit geraten zu sein.</p>
<p>Während im Dezernentengeschachere nun beide Personalstellen mit SPD Kandidaten besetzt werden sollen, ist geplant die Position des Fachbereichsleiters Kultur nach dem Ausscheiden von Herrn Weißenberg nicht erneut zu besetzen und den Bereich Kultur dem&nbsp;Bildungsdezernat zu zuordnen.</p>
<p>An dieser Stelle darf ich aus den Schlussbemerkungen des Kulturentwicklungsplans von Juni 2013, S. 32 zitieren: “Da gerade von der Kultur positive Impulse für gesellschaftliche Entwicklungen ausgehen, sollte dieser Lebensbereich weit weniger im Fokus allgemeiner Sparüberlegungen stehen,.......“</p>
<p>„ Hier gilt es, das Bewusstsein in Gesellschaft, Politik und Verwaltung dafür zu schärfen, dass Sparmaßnahmen im Kulturbereich kaum geeignet sind, wesentlich zur Haushaltskonsolidierung beizutragen und dass die hierbei erzielbaren Effekte bestenfalls marginal sind und sich in der Regel als kontraproduktiv auf die zukünftige Entwicklung der Stadtgesellschaft auswirken.“</p>
<p>Eine der Problematiken ist, dass sich durch die Konjunktur der Kulturellen Bildung, die prinzipiell eine gute Sache ist, die Kultur an-sich, keine Wertschätzung mehr erfährt.</p>
<p>Sie ist hart gesagt, nur noch ein Mittel zum Zweck, ein Teil von Bildung. Und an der geplanten Einsparung des Fachbereichsleiters Kultur wird genau dies auf fatale Art und Weise deutlich. Jede Stadt braucht Jemanden der seine ganze Energie in die vielschichtigen Bereiche der Kultur investiert. Denn nur so bleiben die anderen Aspekte der gesellschaftlichem Bedeutung von Kultur erhalten. Kultur muss als Freiraum für die Bürger erlebbar gemacht werden um eine Grundlage für die Demokratie zu schaffen.</p>
<p>Kultur muss finanziert werden um einen Markt unabhängigen Ort zu schaffen in dem sich Künstler friei entfalten können, um Werte zu gestalten und zu kritisieren, und diese an die Gesellschaft weiterzugeben. Dies zu koordinieren und anzustoßen ist Auftrag und genügend Arbeit für einen eigenen Fachbereich und dessen Leitung.</p>
<p>Völlig inakzeptabel ist für uns daher die Tatsache, dass der Kulturbereich inhaltlich weiter abgewertet und geschwächt wird. Jahrelang hat die lokale SPD zurecht gefordert, einen Bildungsdezernenten einzusetzen und vehement die Trennung des Bereiches Schule von der des Kämmerers angemahnt, aber auch der Aufwertung des Kulturbereiches das Wort geredet. Nun allerdings selbst Teil der Mehrheitsfraktionen, wird der Kulturbereich nicht nur personell geschwächt, sondern im Verbund mit Schule und Hochschule nicht mehr als ein Schattendasein führen. Die gesellschaftspolitische Bedeutung der Kultur wird ignoriert.</p>
<p>Wir unterstützen diese Beschlussvorlage, aber der damit einhergehenden Stellenvakanz im Bereich Kultur werden wir nicht zustimmen. Wir erwarten, dass die jetzige Stelle des Fachbereichsleiters nicht vakant bleibt, sondern zeitnah nach dem Ausscheiden des jetzigen Stelleninhabers neu besetzt wird und das Kulturbüro gegebenenfalls personell aufgestockt wird.Eine letzte Bemerkung: &nbsp;Die Stellenausschreibung muss mehr enthalten als den Verweis auf Schule und den Fachbereich Kultur. Es geht inhaltlich um Bildung und damit ist eben nicht nur der schulische Bereich gemeint, Bildung ist ein Querschnittsthema.</p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>(alt) Verwaltung</category>
                            
                                <category>(alt) Rede</category>
                            
                                <category>Deutscher Bundestag</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 20 Aug 2015 14:08:00 +0200</pubDate>
                        <title>Rede zum Haushalt</title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/rede-zum-haushalt/</link>
                        <description>Sascha Wagner, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE. Fraktion im Kreistag Wesel</description>
                        
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Dr. Müller, sehr geehrte Damen und Herren,<br /><br />hier und heute als Vertreter der Wählerinnen und Wähler zu stehen, die uns im Frühjahr das Vertrauen ausgesprochen haben, erfüllt mich mit Stolz und Freude. Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um zuerst der Verwaltung für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit zu danken. Als neue Fraktion hat man uns vorbildlich unterstützt. Angesichts der knappen Personaldecke keine Selbstverständlichkeit.<br />Erfreut haben wir zur Kenntnis genommen, dass Sie Herr Dr. Müller, als unser Landrat, das Aktionsbündnis „Raus aus den Schulden / Für die Würde unserer Städte&quot; unterstützt haben. Es ist wahr: Umverteilung zwischen den Kommunen reicht nicht. Zu lange wurden Einnahmen und Kosten zu Lasten der Kommunen insgesamt umverteilt.<br /><br />Wenn das strukturelle Defizit der Kommunen nicht beseitigt wird, dann stehen weite Teile der öffentlichen Daseinsvorsorge in Frage. Beratungsstellen, Kultur, Jugendarbeit, Schulsozialarbeit und vieles mehr. Alles sinnvolle Investitionen für die Zukunft und die Lebensqualität unseres Kreises. Aber nicht pflichtig und daher aus Sicht des Gesetzgebers im Einzelnen entbehrlich.</p>
<p>Doch steht damit das von der Verfassung geschützte Recht auf kommunale Selbstverwaltung insgesamt in Frage. Denn wenn absehbar nur noch pflichtige Leistungen finanziert werden dürfen, dann kann von Selbstverwaltung keine Rede mehr sein. Dann ist die Kommune nur noch ausführendes Organ und den Kreistag können wir uns sparen. Wir Kreistagsmitglieder sind gewählt, um die kommunale Selbstverwaltung zu steuern, nicht um „Sachzwänge“ abzunicken. Da kann unser oberstes Ziel nur sein, die Fesseln dieser Sachzwänge aufzubrechen.</p>
<p>Die Partei DIE LINKE schlägt dafür eine umfassende Gemeindefinanzreform vor. Zentraler Bestandteil ist die Weiterentwicklung der Gewerbesteuer zu einer Gemeindewirtschaftssteuer. Die würde dann, nach Abzug eines großzügigen Freibetrages, ohne Ausnahmen und Schlupflöcher, von allen wirtschaftlich Tätigen gezahlt. Diese Gemeindefinanzreform ist eingebettet in ein Gesamt-Steuerkonzept. Das einzige von Experten durchgerechnete Steuerkonzept aller Parteien.<br /><br />DIE LINKE ist der Auffassung, dass die Unternehmen und die Wohlhabenden, die mehr als alle anderen von der Infrastruktur und dem Bildungsstand unseres Landes profitieren, auch zur Finanzierung von dessen Infrastruktur in die Pflicht genommen werden sollten. Und gerade diese Gruppen sind durch die Steuerreformen der letzten Jahrzehnte massiv entlastet worden.<br /><br />Natürlich kann eine solche Reform nicht im Kreis Wesel beschlossen werden. Aber wir können hier unsere Stimme erheben und immer wieder auf diese Missstände hinweisen. Dazu haben Sie, Herr Dr. Müller einen ersten Schritt getan. Viele weitere müssen folgen, bis wir in Düsseldorf und Berlin genug Druck aufgebaut haben, um eine wirkliche Lösung des Problems anzuschieben.</p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren, es ist die erste Haushaltsrede unserer Fraktion. Da hoffe ich, dass sie mir verzeihen, wenn ich mit dieser Vorrede zuerst die grundsätzliche Position unserer Partei deutlich machen wollte. Kommen wir nun zum Doppelhaushalt des Kreises Wesel.</p>
<p>Es wird niemanden überraschen, dass wir mit dem Haushalt nicht so richtig warm werden. Zwar enthält er wenig augenfällige Grausamkeiten. Aber er schreibt die Schieflagen der Vergangenheit fort. Kultur und Soziales bleiben unterbelichtet. Alle Kürzungen der Vergangenheit haben Bestand. So fehlt etwa eine Finanzierungsgarantie für die Schulsozialarbeit. Der Haushalt ist, um es auf den Punkt zu bringen, ein Kniefall vor den Sachzwängen- ohne Mut und Visionen. Er gehorcht den wohlfeilen Rufen aus dem neoliberalen Lager nach restriktiver Haushaltspolitik.</p>
<p>Da wird dann immer vom Sparen geredet. Würde das zutreffen, hätten wir inzwischen bedeutende Summen auf der hohen Kante. Aber wir legen kein Geld zurück für schlechte Zeiten. Stattdessen kürzen wir bei dem, was uns letztendlich auch Einnahmen bringt.</p>
<p>Wir Linken aber sagen: Nicht die Leistungen des Kreises müssen sich an die Forderungen der Haushaltsdisziplin anpassen. Der Haushalt muss den Bedürfnissen unseres Kreises gerecht werden. Unsere Ausgaben sind Investitionen in die Zukunft. Dahinter stehen Menschen, Schicksale, aber auch Chancen auf künftiges Wachstum und höhere Einnahmen. Oder, etwa im Bereich der Prävention, auf niedrigere Kosten in der Zukunft. Wenn wir da knausern, können die Folgekosten in den Himmel schießen. Die Kosten der Heimunterbringung sind nur eines von vielen Beispielen.<br /><br />Sprechen wir eine einfache Wahrheit aus: Kürzen ist kein Haushaltskonzept. Eine Kommune ist keine schwäbische Hausfrau. Und sie ist auch kein Wirtschaftsunternehmen. Sie ist Teil der staatlichen Infrastruktur. Sie hat anderen Geboten zu folgen als denen der Gewinnmaximierung. Da darf die Schulbildung niemals vom Einkommen der Eltern abhängig sein und auch der sozial Schwache muss sich Wasser und Strom leisten können.</p>
<p>Sicher müssen wir zusehen, dass unsere Gelder zielgerichtet eingesetzt werden. Bei jeder einzelnen Maßnahme müssen wir uns fragen, ob das so vernünftig ist. Aber wenn die Antwort „Ja“ lautet, dann muss die Ausgabe auch getätigt werden.<br />Ungeheuerlich finde ich es, wenn hier davon gesprochen wird, man wolle den Haushalt „auskehren“. Denn „ausgekehrt“ werden hier vor allem die Leistungen für sozial Schwache. Nur Reiche können sich einen armen Staat leisten. Alle anderen sind auf genau die Leistungen angewiesen, die im Zuge der Haushaltsbeschränkung als erste geopfert werden.<br /><br />Beim schulpsychologischen Dienst wiederum zeigen die Zahlen mehr als deutlich, dass wir zu wenig tun. In der Stadt Wesel, wo der schulpsychologische Dienst ansässig ist, haben wir immerhin 182 Beratungen im Jahr. Im fast doppelt so großen Moers scheint die Mehrheit bei 33 Fällen kaum zu wissen, dass es das Beratungsangebot überhaupt gibt. Und die Wartezeiten liegen schon bei 6-8 Wochen. Das sind nur Beispiele. Der ganze Jugendbereich ist unterfinanziert. Und auch das ist nur ein Beispiel.</p>
<p>In vorauseilendem Gehorsam unsere freiwilligen Leistungen zusammenzustreichen, das ist nicht unser Weg, das machen wir nicht mit. Und vor allem nicht, wenn es gegen die Beschäftigten geht, wie vom Jamaika-Bündnis vorgeschlagen. Von dem Jamaika Bündnis wohlgemerkt, das unseren Vorschlag zur Kürzung bei den Fraktionsfinanzen abgelehnt hat. Am Personal zu knausern ergibt bei über 46.000 Überstunden ohnehin keine Einsparung. Im Gegenteil! Es bedeutet, dass sich sie Überstundenzahl weiter erhöht. Und damit auch die dafür zu bildende Rückstellung. Von der physischen und psychischen Belastung der Mitarbeiter ganz abgesehen.<br />Ich frage mich auch, um das einmal dazwischen zu schieben, wie Sie Herr Kück, das ihren Wählern erklären. Verstanden sich nicht auch die Grünen einmal als soziale Partei?</p>
<p>Ich will noch auf einige Details des vorliegenden Haushaltsplanes eingehen. Wir haben hier einen Haushalt, der bereits spitz auf Knopf genäht ist. Und aus Jamaika wurde verkündet, dass sei noch zu großzügig. Nur das Nötigste dürfe man ausgeben, das wünschenswerte sei eben derzeit nicht zu haben. Also eiligst auf dem Weg in eine Selbstbeschränkung auf Pflichtausgaben.<br />Und da fällt Ihnen nichts Besseres ein, als die Verschiebung von Straßen- und Gebäudeunterhaltung, die Winterschädenbeseitigung und die Kürzung verschiedener Rückstellungspositionen. Alle diese Ausgaben bedeuten aber Beschäftigung für die Unternehmen unseres Kreises. Wenn die ausreichend zu tun haben, sind nicht nur unsere Straßen repariert, dann sind Menschen in Arbeit und es fließt Gewerbe- und Einkommenssteuer in die klammen Kommunen.</p>
<p>Und dann gibt es da die schwarze Heide, die so gar nicht in das Kürzungskonzept passt. Da werden jahrelang Steuergelder in eine Beteiligung gesteckt, an deren Zukunftsperspektiven keiner mehr glaubt, deren Eigenkapitalquote in 2013 bei 0,88 % lag, eine Haaresbreite von der Überschuldung entfernt. Und die ohne Betriebskostenzuschuss schon lange insolvent wäre.</p>
<p>Und jetzt wird es interessant. Herr Briese von Deltaport hat uns gezeigt, wie kreative Buchführung wirklich geht. Da verlängern wir einfach mal die Nutzungsdauern und halbieren damit die Abschreibungen. Damit wird sein Ergebnis laut Plan für 2015 mal eben um 326 000 Euro verbessert. Und das schreibt sich ja in die Zukunft fort. Das könnten wir doch auch machen. Leiten wir eine Anpassung ein. Prüfen wir den Zustand unseres Anlagevermögens. Wenn er sich als besser erweist steht doch einer Verlängerung der Nutzungsdauer und der damit verbundenen Ergebnisverbesserung nichts im Wege.</p>
<p>Meine Damen und Herren, Sie sehen, warum wir mit diesem Haushalt nicht warm werden können: Er ist geschönt. Er knausert an Stellen, an denen Ausgaben sinnvoll und notwendig wären. Und man hält fest an Projekten, bei denen wir nur von Verschwendung sprechen können. Im Ergebnis haben wir einen Haushalt, der weder sozial gerecht, noch wirtschaftlich vernünftig ist.</p>
<p>Wir Linken wurden nicht gewählt, um die öffentliche Daseinsvorsorge vor die Hunde gehen zu lassen. Wir wollen eine gute Infrastruktur für den Kreis Wesel.<br />Wir wurden nicht gewählt, um im Kreis Wesel Stellen abzubauen. Wir wollen eine gut aufgestellte Verwaltung.<br />Wir wurden nicht gewählt, um soziale Schieflagen fortzuschreiben. Wir wollen einen sozial gerechten Kreis Wesel.<br />Das sehen wir im vorliegenden Haushalt nicht verwirklicht. Und darum müssen wir den Haushalt ablehnen.<br /><br />Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.<br /><br />Es gilt das gesprochene Wort.</p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>(alt) Rede</category>
                            
                                <category>Kommunalpolitisches Forum Sachsen-Anhalt e.V.</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 26 Mar 2015 12:42:00 +0100</pubDate>
                        <title>Rede zum Haushalt</title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/rede-zum-haushalt-1/</link>
                        <description>Rede von Dietmar Schwalm, Fraktionsvorsitzener DIE LINKE. Kreistag Hochsauerlandkreis
Haushalt 2014</description>
                        
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!<br />Liebe Kolleginnen und Kollegen im Kreistag!<br />Sehr geehrter Herr Landrat!  </p>
<p>Schon mit der Anrede will ich den Anspruch dieser Haushaltsrede skizzieren.<br />Ja, wir LINKE machen Politik nicht als Selbstzweck, sondern für die Interessen der breiten Bevölkerung. </p>
<p>Auch wenn uns manche Populismus vorwerfen, gehe ich sogar so weit, zu  behaupten, dass wir die Fraktion im Kreistag sind, die am ehesten auch  die Interessen der Menschen vertreten, die regelmäßig aus Protest nicht  zur Wahl gehen.<br />Gerade die Nichtwähler sind es leid, lange Sonntagsreden zu hören,  deren Inhalte dann doch nicht in die Realität umgesetzt werden </p>
<p>Deswegen habe ich lange überlegt, ob ich an dieser Stelle die Rede  beende und lieber meine Kraft für die Überzeugungsarbeit bei der  Umsetzung neuer Ideen in den einzelnen Fachausschüssen im kommenden Jahr  aufspare.</p>
<p>Leider muss ich Sie enttäuschen, ich rede weiter!</p>
<p>Ich nutze heute die Chance, nicht nur auf die inhaltlichen Defizite  im vorgelegten Haushalt einzugehen, sondern im Anfang auch auf die Art  und Weise, wie hier im Kreistag Politik gemacht wird.</p>
<p>Ich habe als Mitglied einer kleineren Fraktion schon in den ersten  Monaten immer mehr den Ein-druck gewonnen, dass es im Vorfeld so viel  imperative Vorabsprachen zwischen Verwaltung und der „GaGaGroKo“ gibt,  dass die eigentlichen Entscheidungen nicht mehr hier im Kreistag  getroffen werden müssen!</p>
<p>Kurz übersetzt auf sauerländisch bedeutet der letzte Satz: „CDU, SPD  und Anhängsel kungeln mit der Verwaltung alles schon vorher aus“!</p>
<p>Deswegen wundere ich mich eigentlich nicht mehr, dass die Beschlüsse  in den Ausschüssen und im Kreistag im Eiltempo „durchgejagt“ werden.</p>
<p>Und wenn es dann tatsächlich einmal zur inhaltlichen Diskussion  kommt, gibt es in den großen Fraktionen Menschen, die in Ihrer Kindheit  anscheinend nicht gelernt haben, dass man sein Gegenüber ausreden lässt  und nicht verächtlich beschimpft.</p>
<p>Da scheinen wir LINKE höchstwahrscheinlich die bessere Kinderstube gehabt zu haben.</p>
<p>Jetzt will ich aber endlich zu den Entwürfen des Haushalts- und Stellenplans 2015 kommen.</p>
<p>Natürlich weiß auch ich als LINKER, dass man Geld nur einmal ausgeben kann.<br />Ich weiß aber auch, dass immer noch Geld vorhanden ist, das nur an der richtigen Stelle eingesetzt werden muss.<br />Dass bei bestimmten Gesellschaftsschichten auch noch mehr zu holen  ist, will ich nur am Rande erwähnen, weil es Bundespolitik ist.</p>
<p>Muss der Kreis unbedingt bei jedem Prestige-Projekt mitmachen, bei  denen Landes- Bundes- oder EU-Mittel locken, bei denen aber immer ein  Eigenanteil über den Kreishaushalt finanziert werden muss?</p>
<p>Ein renoviertes und ausgebautes Sauerlandmuseum ist ja erst einmal  nichts Schlechtes, aber wenn ich dafür einen Schulsozialarbeiter hätte  dauerhaft weiterbeschäftigen können, wäre mir dieser lieber gewesen.</p>
<p>Das Beispiel „Schulsozialarbeit“ zeigt aber auch, dass Sparen um jeden Zweck nicht immer der richtige Weg ist.</p>
<p>Investition in Prävention zahlt sich oft erst in einigen Jahren aus.</p>
<p>Deswegen sollte es im nächsten Jahr Ziel sein, an jeder kreiseigenen  Schule, abhängig von der Schülerzahl, sozialpädagogische Stellen  dauerhaft einzurichten, unabhängig davon ob und wie hoch das Land oder  der Bund diese mitfinanziert.</p>
<p>Mit der aktuellen Finanzierungszusage der Landesregierung scheint dieses Ziel nun leichter zu er-reichen zu sein.</p>
<p>Wobei ich natürlich auch mit allen Parteien hier im Saal der Meinung  bin, dass zukünftig eine voll-ständige Refinanzierung durch Land und  Bund gesichert sein sollte. Aber bis das entschieden ist, sollten wir  unsere Schülerinnen und Schüler von heute nicht warten lassen.</p>
<p>Eine Auswirkung gut funktionierender Schulsozialarbeit ist zum  Beispiel der landesweite Rückgang der Straftaten bei jungen Menschen.</p>
<p>Trotz dieses Rückgangs bleiben aber weiterhin Jugendliche und  Heranwachsende übrig, die mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind.</p>
<p>Beim Durcharbeiten des Haushalts und des Stellenplans ist mir  aufgefallen, dass es keine eindeutig zuzuordnende Stellen und auch keine  Finanzen für präventive Arbeit mit jungen Straftätern und  Straftäterinnen gibt. Werden diese Menschen im Hochsauerlandkreis nach  „Old-Schooler“-Art nur zum Arbeiten geschickt bzw. eingesperrt?</p>
<p>Das ist keine Prävention!</p>
<p>Die Fachabteilung der Kreisverwaltung sollte daher im Jahr 2015  konkrete Angebote für diese Personengruppe erarbeiten und an den Start  bringen.</p>
<p>Komme ich nun zu einem weiteren Bereich, der etwas mit der Zukunft  unserer Kinder und Jugendlichen zu tun hat, aber auch damit, wie sich  unsere Gesellschaft weiter entwickelt.</p>
<p>Nicht in allen Bereichen des Jugendamtes kommt es zu sinkenden  Fallzahlen, sondern steigende Zahlen bringen auch in Einzelfällen höhere  Anforderungen mit sich.<br />In der Sozialarbeit hat sich der Kreis in den letzten Jahren aufgrund  der fehlenden Finanzen immer mehr darauf beschränkt, „Feuerwehr“ zu  spielen, wenn das „Kind bereits in den Brunnen“ gefallen ist.<br />Deswegen wird die Nachfrage nach erzieherischen Hilfen immer größer.<br />Und das meistens zu einem zu späten Zeitpunkt!<br />Und das dann auch mit zu wenig sozialpädagogischem Personal!<br />Die Folge wird sein, dass es nicht nur aus finanziellen Gründen eine  2-Klassen-Gesellschaft geben wird, sondern auch aufgrund von fehlender  Bildung und Förderung.<br />Die Gewerkschaft ver.di fordert seit diesem Jahr, dass eine  Vollzeitkraft im Sozialen Dienst des Jugendamtes maximal 28 Fälle  gleichzeitig hat </p>
<p>Die Jugendamtsleitung konnte mir bis heute nicht benennen, wie im  Vergleich zu dieser Zahl die Fallzahlen beim Hochsauerlandkreis sind.</p>
<p>Ich möchte als Bürgerin oder Bürger nicht nur den Anspruch auf eine  Leistung haben, sondern auch Anspruch auf ausreichende Beratung und  Begleitung zu einem möglichst frühen Zeitpunkt auf dem Weg zu dieser  Leistung, wie zum Beispiel bei der schon erwähnten Beantragung einer  erzieherischen Hilfe.</p>
<p>Was nützt mir eine überforderte sozialpädagogische Fachkraft, die  evt. auch immer wieder auf-grund dieser Überforderung krankheitsbedingt  ausfällt?</p>
<p>Auch hier gibt es mittlerweile gesetzliche und tarifrechtliche  Grundlagen. Wie sieht es mit dem Arbeitsschutz vor allem zur Vorbeugung  psychischer Erkrankungen aus? Ist der Tarifvertrag zum Gesundheitsschutz  im Sozial- und Erziehungsdienst bei der Kreisverwaltung umgesetzt?</p>
<p>Genau an dieser Stelle möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und  Mitarbeitern an der Basis der Kreisverwaltung bedanken, die täglich mit  stark eingeschränkten Ressourcen trotzdem den Bürge-rinnen und Bürgern  den bestmöglichen Service bieten. Für 2015 wünsche ich Ihnen noch mehr  Mut, diese Defizite auch gegenüber der Leitung des Hauses zu benennen.  Meine Fraktion hat immer ein offenes Ohr für solche  Verbesserungsvorschläge. Diese sind meistens effektiver, als die von  teuer eingekauften Organisationsuntersuchungen.</p>
<p>Der Vorschlag der CDU und der FDP, eine Stellenbesetzungssperre bis  zu 9 Monaten einzuführen, ist auch aus Sicht der Linken ein Skandal. Ich  schließe mich dabei voll und ganz den Argumenten meines Vorredners von  den Grünen an. Ergänzend kann ich nur noch die Frage stellen, wie man so  den heute immer mehr geforderten Wissenstransfer sicherstellen will.</p>
<p>Zurück zum Jugendamt!<br />Ich muss als Mitglied des Jugendhilfeausschusses feststellen, dass  bei Kindern und Jugendlichen mit sehr großen erzieherischen Defiziten  nicht die bestmögliche Förderung genutzt wird.<br />Ich vermute, dass das hohe sozialpädagogische Fachwissen der  Westfälischen Erziehungsstellen aufgrund der Haushaltsvorgaben nicht  genutzt werden soll. Ich finde, das ist ein Skandal. An der Zukunft  unserer Jugend darf nicht gespart werden.<br />Weiterhin ist mir aufgefallen, dass für Hilfen bei Kindern und  Jugendlichen unter 18 Jahren mehr Geld benötigt wird. Bei den Hilfen für  junge Volljährige werden aber 2015 weniger Finanzen ge-braucht.<br />Wird die Jugend im Hochsauerlandkreis mit dem Tag der Volljährigkeit zu einem perfekten Menschen?<br />Die steigenden Zahlen bei der Einrichtung von gesetzlichen  Betreuungen sagen das Gegenteil aus. Das Jugendamt scheint sich in  dieser Altersgruppe aus seiner gesetzlichen Verpflichtung heraus-ziehen  zu wollen.</p>
<p>Meine Damen und Herren!</p>
<p>Leider muss ich Sie weiter mit Themen belästigen, die mit Kindern, Jugendlichen und deren Familien zu tun haben.</p>
<p>Ich bin neu im Kreistag und habe halt diese vielen Baustellen  vorgefunden. Die großen Fraktionen sind anscheinend „blind“ auf diesem  Auge! Um Sie wieder „sehend“ zu machen, habe ich mich um ein  Kreistagsmandat beworben!</p>
<p>Anders wie wir es im Jugendhilfeausschuss mitbekommen haben, scheint  es im Hochsauerland-Kreis tatsächlich Eltern zu geben, die sich bei der  Verteilung der Kita-Plätze benachteiligt fühlen, da es doch häufiger als  angenommen zu Mehrfachanmeldungen kommt.<br />Um die Vergabe gerechter zu machen, sollten im nächsten Haushaltsjahr  Ressourcen bereitgestellt werden, um wie bei anderen Jugendämter die  Kita-Card einzuführen.</p>
<p>Jetzt komme ich zu einem Thema, bei dem sofort jeder hier im Saal sagt, dass es hier gar nicht hingehört!</p>
<p>In der vorletzten Schulausschuss-Sitzung ging es um die Entwicklung der beruflichen Schulen im Hochsauerlandkreis.<br />Ich habe die Dame, die den Schulentwicklungsplan vorstellte, so  verstanden, dass eine Gesamt-schule im Hochsauerlandkreis mit einer sehr  starken beruflichen Orientierung schon in den unteren Klassen den  Erhalt aller Berufsschulen langfristig sichern könnte.<br />Und wenn es die einzelnen Kommunen nicht schaffen, die erste  Gesamtschule im Hochsauerland-Kreis an den Start zu bringen, sollte man  2015 darüber nachdenken, neue Wege zu gehen. Angegliedert an das  Berufskolleg in Meschede könnte eine kreisweite Gesamtschule entstehen,  die finanziert würde über die Kommunen, deren Kinder diese Schule  besuchen würden.<br />Das wäre finanziell gerecht, da auch auf eine Arnsberger Gesamtschule  sogenannte „fremde“ Kinder gehen würden, für die es aber keine  finanzielle Erstattung gäbe.<br />Und auch der „Gesamtschul-Tourismus“ aus dem Kreisgebiet heraus würde sich verringern.<br />Vielleicht können wir dann auch wieder wichtige handwerkliche  Ausbildungen an 2 Standorten gleichzeitig anbieten und der Kreistag muss  sich nicht mehr vom Handwerk erpressen lassen!</p>
<p>So, das war jetzt meine Rubrik „Querdenken“!</p>
<p>Bleiben wir aber bei den Schülerinnen und Schülern!<br />Was im Sommer dieses Jahres bei der Vergabe der Schülerfahrten für  die nächsten 5 Jahre geschehen ist, ist ein weiterer Skandal, der nicht  unter den Tisch gekehrt werden darf.<br />Es ist Sparen an der falschen Stelle, wenn es zu Zahlungen an die  Anbieter kommt, von denen dann kein Mindestlohn bei den Fahrerinnen und  Fahrern ankommt oder halt die Sicherheit im Fahr-zeug nicht so ist, wie  sie sein soll.</p>
<p>Ja die Beförderung im Hochsauerlandkreis! Eine endlose Geschichte!<br />Leider gibt es jetzt doch keine zusätzlichen Bundesmittel für den  ÖPNV im Hochsauerlandkreis. Diese hätte man gut für den Ausbau des  Netzes nutzen können, um auch kleinere sauerländische Ortsteile besser  an den Hauptverkehrsstrang Ruhrtal anzubinden.<br />Ein gut ausgebautes ÖPNV-Netz würde bestimmt auch neue Kunden in die  Busse und Bahnen bringen. Und wenn man dann endlich das schon so lange  geforderte Sozialticket einführt, würde die Nutzerzahl weiter erhöht.  Wir werden dieses, hoffentlich mit Unterstützung der Piraten und der  Sauerländer Bürgerliste und vielleicht auch mit anderen, 2015 erneut zum  Thema machen.<br />Und wenn wir dann mehr Menschen hätten, die sich kostengünstig in  unserem Kreisgebiet bewegen können, um dadurch am kulturellen Leben  teilzuhaben, könnte sich die Sache auch positiv auf die Besucherzahlen  im renovierten und großzügig ausgebauten Sauerland-Museum auswirken.  Dann hätten wir tatsächlich eine Kultureinrichtung nicht nur für  Menschen mit „Geldresten am Monatsende“.</p>
<p>Vor einigen Wochen hatte ich gedacht, dass ich als LINKER noch ein Freund des Bauvorhabens werde!<br />Aber der „Altstadt-Berg“ scheint sich inzwischen mit uns  Ausbau-Gegnern zu solidarisieren und lässt die Befürworter „auf Granit  beißen“! Ein Rückzug aus dem Bauvorhaben scheint realistischer geworden  zu sein!<br />Wir als Linke werden auch 2015 weiter darauf achten, dass alle  Mehrausgaben an anderer Stelle bei der Vergabe der Gewerke wieder  eingespart werden.</p>
<p>Auch bei dem aus unserer Sicht überdimensionierten Feuerwehrzentrum wird 2015 unsere Fraktion der „Sparkommissar“ sein!</p>
<p>Meine Damen und Herren hier im Saal!</p>
<p>Sie sehen, DIE LINKE fordert nicht nur immer Mehrausgaben, sie hat auch Ideen, wie der Haushalt nicht überstrapaziert wird!</p>
<p>Zuerst einmal weg mit den RWE-Aktien!<br />Der Realverlust von 15 Millionen Euro ist meines Erachtens durch kein anderes Thema zu toppen.<br />Was hätte man mit den Millionen alles Gute ausführen können?<br />Hätte man diese noch in Bargeld, dann brauchte es kein „Gefeilsche“  um ein paar „10-Tausender“ für die Schulsozialarbeit zu geben.</p>
<p>Und auch jede Menge anderer Dinge, die wir alle gerne hätten, wären  dann wegen Geldmangels nicht so realisierungsfern, wie es uns heute von  eben jenen dargestellt wird, die dieses grandiose Geschäft gewollt  hatten.</p>
<p>Aber die 15 Millionen sind ja nicht &quot;verbrannt&quot;, wie man manchmal zu sagen pflegt.<br />Nein, die 15 Millionen sind auch nicht weg! Sie sind nur woanders!<br />Nämlich auf den Konten von Börsenspekulanten, die dieses Geschäft  weitaus besser ausüben als Kreistagsabgeordnete mit Börsenambitionen!<br />Auch wenn der Verkauf einen Verlust gegenüber dem Einkauf ergibt,  sollte es lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende  geben!</p>
<p>Und hier noch ein Spar-Tipp!<br />Wir haben zwar vor einigen Wochen der neuen Südwestfalen-Agentur  zugestimmt, aber nur weil wir die Hoffnung haben, dass diese zuerst  einmal versucht, die Arbeit der vielen schon vorhandenen Gremien im  Sauerland und Südwestfalen auf den Prüfstand zu stellen und zu bündeln.<br />Oder führt man die Agentur nach der Regionale 2013 nur weiter, um  keine Abfindungen für hochdotierte Mitarbeiter zahlen zu müssen?</p>
<p>Jetzt mache ich noch einen kurzen Schwenk zu 2 Themen, die nicht zu  meinen persönlichen Schwerpunktthemen gehören, zu denen ich aber als ein  sozialistisch, christlich und ökologisch geprägter Mensch auch eine  Meinung habe.</p>
<p>Der für alle bezahlbare Zugang zu elektronischer Kommunikation gehört  für mich in der heutigen Zeit genauso zur Daseinsvorsorge, wie zum  Beispiel der Zugang zu Bildung und Kultur.<br />Deswegen gehört die Schließung der weißen Flecken im HSK-Datennetz in  die Hand eines kommunalen Betriebes und sollte nicht weiter der  Telekommunikations-Gesellschaft Südwestfalen überlassen werden.  Vielleicht ließen sich damit auch die Kosten senken.<br />Und zu den Windrädern kann ich nur sagen, da der Strom leider nicht  aus der Steckdose kommt, brauchen wir diese für die nächsten Jahre, bis  sich bessere Lösungen etabliert haben. Natürlich sollte bei der  Standortfrage immer maximale Rücksicht auf die Menschen und die Natur  genommen.</p>
<p>Zum Schluss möchte ich noch ein Thema aufgreifen, mit dem ich mich  seit Oktober 2014 beruflich neu beschäftige: Wie geht die  Kreisverwaltung mit Menschen mit Handicaps um?</p>
<p>Ja, die Mindestquote von 5% ist erfüllt.<br />Aber im Zeitalter von Inklusion, was nicht nur eine Sache der Kitas  und Schulen ist, sollte sich der Kreis höhere Quoten als Ziel setzen, um  mit einem positiven Beispiel der Privatwirtschaft den richtigen Weg zu  zeigen.<br />Ich wünsche der neugewählten Schwerbehindertenvertretung einen guten  Start und viel Überzeugungskraft, bei Neueinstellungen noch mehr  Menschen mit einer Schwerbehinderung zu berücksichtigen.<br />Den Landrat fordere ich auf, dass auch junge Menschen mit höherem  Förderbedarf eine bessere Chance erhalten, einen „normalen“ Arbeitsplatz  bei der Kreisverwaltung zu bekommen.<br />Und dann müssen wir auch im kommenden Jahr ins Gespräch kommen, ob  die Arbeit des ehren-amtlichen Behindertenbeauftragten, der zweifellos  gute Arbeit geleistet hat, nicht als hauptamtliche Stelle bei einem  Wohlfahrtsverband besser aufgehoben ist.</p>
<p>Herr Landrat, meine Damen und Herren,</p>
<p>jetzt komme ich zurück zum eigentlichen Thema, nämlich die Finanzierung der Arbeit der Kreisverwaltung im Jahr 2015!<br />Viele unserer eben genannten Forderungen wurden ebenso wenig in Ihrer  Vorlage berücksichtigt wie unsere Sparvorschläge, die eine weitere  Erhöhung der Kreisumlage verhindert hätten.<br />Sie werden sich daher wahrscheinlich denken können, dass DIE LINKE in diesem Jahr dem Haus-halt nicht zustimmt!</p>
<p>Zum Schluss möchte ich mich bei meinen Genossen im Landkreis  Heilbronn und Soest, sowie bei meinem Mitstreiter Joachim Blei bedanken,  die mich bei meiner ersten Rede mit ihren Redeformulierungen an einigen  Stellen positiv inspiriert haben.<br />Ich bedanke mich noch für Ihre Aufmerksamkeit bei dieser für den  Kämmerer kostenfreien Rede, die aber hoffentlich nicht umsonst war!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fraktionsvorsitzender<br />Dietmar Schwalm</p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>(alt) Rede</category>
                            
                                <category>Kommunalpolitisches Forum Sachsen-Anhalt e.V.</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Mon, 25 Jun 2012 12:07:00 +0200</pubDate>
                        <title>&quot;Soziale Ausgewogenheit erhalten, lebenswichtige Strukturen, demokratische Beteiligungsmöglichkeiten und Instrumente kommunaler Selbstverwaltung nicht zerstören&quot;</title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/soziale-ausgewogenheit-erhalten-lebenswichtige-strukturen-demokratische-beteiligungsmoeglichkeiten/</link>
                        <description>Rede von Hermann Dierkes, Fraktionsvorsitzener DIE LINKE. im Rat der Stadt Duisburg, zum Beschluss des Rates zum Haushaltssanierungsplan / Haushalt 2012
</description>
                        
                        <content:encoded><![CDATA[<div id="news-single-item-header"><h2>Herr Bürgermeister,&nbsp;werte Mitglieder des Rates, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, </h2></div><p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">die diesjährige Haushaltsdebatte steht unter  besonderen Vorzeichen. Nach zahllosen Vorstößen aus der Kommunalfamilie  und ihrer Spitzenorganisationen, nach vielen Protesten hat das Land das  Gemeindehaushaltsrecht verändert, die Fristen für ein  Haushaltssicherungskonzept verlängert, die Verteilung der GFG-Mittel  erfolgt gerechter. Auch der Bund hat sich endlich bewegt und übernimmt  die Grundsicherung im Alter. Und es gibt den Stärkungspakt Stadtfinanzen  des Landes. Alles Maßnahmen, die endlich einmal in Rechnung stellen,  dass die große Mehrzahl der Kommunen in NRW finanziell schwimmt oder  bereits landunter meldet. Bei allen, auch schweren Fehlentscheidungen  und Fehlentwicklungen auf kommunaler Ebene ? ich erwähne nur Gebag, DBV,  TaM oder City-Palais - die wesentlichen Ursachen sind klar, es ist die  anhaltende Umverteilungspolitik von unten nach oben, mit der sich  verschiedene Bundesregierungen versündigt haben und eine  kommunalfeindliche Politik, die den Kommunen&nbsp; eine angemessene  Finanzausstattung für ihre gesetzlichen Pflichtaufgaben verweigert. Das  muss sich ändern und wir erwarten von einer neuen Bundesregierung ein  entsprechend zügiges und mutiges Handeln! </p>
<p class="bodytext">Der Stärkungspakt Stadtfinanzen löst die  Finanzmisere der Kommunen nicht grundsätzlich und nachhaltig. Er kann es  auch nicht, weil der Bund für Steuern und Sozialgesetze  hauptverantwortlich ist. Deshalb sagen wir: Wir nehmen notgedrungen am  Stärkungspakt des Landes teil, aber er verschreibt uns eine Rosskur mit  ungewissen Heilungschancen. Faktoren außerhalb der kommunalen  Reichweite, Gerichtsurteile wie jüngst zu den KdU, aber insbesondere  eine neue schwere Wirtschafts- und Finanzkrise, Steuerverluste und  Zinssprünge könnten alle Planungen über den Haufen werfen. Doch dafür  sind andere verantwortlich. Und diese sind mit ihrer Verantwortung an  den entsprechenden Stellen zu konfrontieren.  </p>
<p class="bodytext">Als eine von 34 Kommunen wird Duisburg binnen 10  Jahren mit rd. 420 Mio. Euro an den Mitteln des Stärkungspakts  partizipieren. Die Verwaltung hat nach monatelanger Arbeit ein  Maßnahmenpaket vorgelegt, um den Haushalt zusätzlich zu dem  fortgeschriebenen HSK in Höhe von rd. 120 Mio. Euro um weitere 61 Mio.  bis 2016 und um 82 Mio. bis 2021 zu verbessern. Ab 2021 muss unsere  Stadt den Haushaltsausgleich ohne jede besondere Finanzhilfe des Landes  erreichen.  </p>
<p class="bodytext">Nach wochenlangen und intensiven Beratungen in  unserer Fraktion und mit unseren Kooperationspartnern sind wir davon  überzeugt: das Maßnahmenpaket der Verwaltung ist nicht alternativlos.  Nicht alles, was zur Haushaltserleichterung beiträgt, ist politisch  sinnvoll und vertretbar. </p>
<p class="bodytext">Im Ergebnis wollen wir es substantiell verändern.  Rd. 30 der 140 Maßnahmen lehnen wir komplett ab, 17 sollen deutlich  verändert werden. Das Volumen macht mit rd. 22 Mio. Euro ein Drittel der  Verwaltungsvorschläge aus. </p>
<p class="bodytext">Die Erarbeitung unserer Alternative war ein hartes  Stück Arbeit. Vorausgegangen waren monatelange Diskussionen ? auch mit  zahlreichen bürgerschaftlichen Akteuren, städtischen Töchtern,  Personalräten und Verwaltung. Wir haben die vielfältigen Proteste,  besorgten Anfragen und Vorschläge aus der Stadtgesellschaft ernsthaft  geprüft. Wir wollen, dass die Bürgerbeteiligung im Haushaltsgeschehen in  dieser Stadt künftig ausgebaut und kultiviert wird. Dass damit Lern-  und Erfahrungsprozesse für Politik, Verwaltung und Bürgerschaft  verbunden sind, versteht sich von selbst.  </p>
<p class="bodytext">Ziel der LINKEN war es, soziale Ausgewogenheit zu  erhalten, lebenswichtige Strukturen, demokratische  Beteiligungsmöglichkeiten und Instrumente kommunaler Selbstverwaltung  nicht zu zerstören. Dafür mussten wir selbstverständlich auch  Kompromisse eingehen ? in der eigenen Fraktion, in der Kooperation sowie  im Rahmen gesamtstädtischer Überlegungen. Was wir ablehnen, sind&nbsp;  insbesondere saftige Beitragserhöhungen für Kindertages-einrichtungen,  aber auch alle Maßnahmen, die soziale Hilfseinrichtungen existenziell  bedrohen würden. Ablehnen wollen wir auch alles, was Sprachförderung  gerade in einer Stadt wie Duisburg zurückwirft, bildungs- und  jugendpolitische Angebote zerstört und was dem Druck auf die Tarife der  Beschäftigten bei Reinigungsdiensten, der Hausmeister oder der  Beschäftigten der Wirtschaftsbetriebe Tür und Tor öffnen würde. </p>
<p class="bodytext">Rat, Bezirksvertretungen und Fachausschüsse sollen  ab der nächsten Wahlperiode verkleinert werden. Die Politik selbst muss  auch ihren Beitrag zur Haushaltsverbesserung leisten. Den sehr weit  gehenden Vorschlägen der Verwaltung wollen wir aber nicht folgen, weil  damit ein Abbau von Demokratie und Bürgernähe befürchtet werden muss.  Aus diesem Grund lehnt DIE LINKE auch die Einstellung von Behinderten-  und Seniorenbeirat ab.  </p>
<p class="bodytext">Bis 2023 werden rd. 1.200 Beschäftigte der  Verwaltung altersbedingt und geschätzte 600 durch Fluktuation  ausscheiden. Seit langem häufen sich Konflikte um Unterbesetzung, die  Abwicklung von enormen Zeitguthaben und Berufsperspektiven. DIE LINKE  setzt sich entschieden für ein Personalentwicklungskonzept ein, das&nbsp;  Aufgabenbewältigung, Ausbildung und Übernahme auch in der Verwaltung  einer überschuldeten und schrumpfenden Stadt sichert. Wir erwarten von  der Stadtspitze, dass sie die Informations- und Mitbestimmungsrechte des  Personalrats nicht nur strikt beachtet, sondern ein neues Kapitel in  der konstruktiven Zusammenarbeit mit der Arbeitnehmer-vertretung  aufschlägt. Wir erwarten eine Umsetzungsvereinbarung hinsichtlich der  Konsequenzen aus HSK und HSP zwischen Verwaltung und Personalrat. </p>
<p class="bodytext">Ernst machen will die Kooperation mit der  Umstrukturierung von Teilen der Verwaltung und einiger städtischer  Töchter (u.a. DMG, IDE). Auch der Einkauf soll komplett neu organisiert  werden. Davon versprechen wir uns erhebliche Effizienzgewinne und  Kosteneinsparung. Wir wollen mit einer realistischen Einsparsumme  starten und ohne Luftbuchungen. Wir halten es in diesem Zusammenhang für  bemerkenswert, dass die CDU ? die anderen gerne Luftbuchungen vorwirft ?  aus einer Neuorganisation des Einkaufs die ursprüngliche und sehr  mangelhafte und unhaltbare Gutachterposition von 30 Mio. Euro im HSP  festschreiben will. Das ist schon kein haushaltspolitischer Luftballon  mehr, sondern ein ganzes Luftschiff. Die Hindenburg-Katastrophe von 1937  lässt grüßen. So etwas ist nicht nur nicht genehmigungsfähig, sondern  einfach albern. </p>
<p class="bodytext">Meine Damen und Herren, <br />auch wir unterstützen  das vom Stadtsportbund vorgeschlagene Bäderkonzept, das alternativ zu  den weitgehenden Schließungsvorschlägen der Verwaltung steht. Wir  möchten uns ausdrücklich für die konzeptionellen Überlegungen des SSB  bedanken. Sie haben uns sehr geholfen.  </p>
<p class="bodytext">Wir wissen, dass wir Walsum und Homberg mit der  Aufgabe von Freibäderbe-reichen einiges abverlangen, um Schlimmeres zu  verhindern. Auch im Bezirk Süd kommen keine zustimmenden Rufe angesichts  der weiterhin ungewissen Zukunft der Bäderlandschaft. Im  gesamtstädtischen Interesse sehen wir derzeit aber keine sinnvollen  Alternativen und bitten zu bedenken: Unsere Stadt behält auch künftig  über ein Dutzend Bäder, weitere ? auch populäre - Freibademöglichkeiten  nicht mitgerechnet.&nbsp; Wir würden uns übrigens freuen, wenn die Auslastung  unserer Bäder das ganze Jahr über deutlich steigen würde. <br />Da  allerdings bereits über 50 % von Vereinen geführt werden, was die  Nutzung ? neben dem auch künftig gesicherten Schulschwimmen ? auf  Vereinsmitglieder beschränkt, strebt die LINKE eine Verständigung mit  dem SSB über Bürgerschwimmzeiten an.  </p>
<p class="bodytext">Was die heiß diskutierte Zukunft der Opernehe mit  Düsseldorf betrifft, so war für uns immer klar: Eine Schließung von  erstklassigen Kultureinrichtungen und die Zerstörung ihres Verbunds  kommt überhaupt nicht infrage. Andererseits muss angesichts der  haushaltspolitischen Zwangslage alles auf den Prüfstand, insbesondere  große Kostenblöcke. Die LINKE setzt sich deshalb für den  Kooperationsvorschlag ein, der eine Einsparvorgabe von knapp 1,5 Mio.  vorsieht sowie&nbsp; präzisierende Hinweise für die künftige Geschäftspolitik  und Programmgestaltung. Der LINKEN ist es besonders wichtig, dass  endlich die veränderte Zusammensetzung unserer Stadtbevölkerung in den  Programmen von Sprechtheater, Oper und Philharmonie berücksichtigt wird.  Das Angebot entspricht bis heute nicht der multikulturellen  Zusammensetzung unserer Stadtbevölkerung, ihren Bedürfnissen und  Potentialen. So hat auch der Städtetag unlängst an die Kommunen  appelliert, hier deutlich mehr zu tun. Wir sind sicher, dass eine  aufgeschlossene Herangehensweise sich auch positiv für die Finanzierung  der Kulturaufgaben auswirken würde. Duisburg muss nicht nur als  Oberzentrum für viele umliegende Kommunen Kulturangebote vorhalten,  sondern sollte sich auch durch eine beispielgebende Kulturpolitik  auszeichnen, die die gesamte Stadtbevölkerung im Auge hat. Die  Schließung der Rheinhausenhalle lehnen wir auch aus diesem Grund ab.  </p>
<p class="bodytext">Die von den LINKEN unterstützten  Kompensationsvorschläge sehen ? neben den Einspareffekten aus  Reorganisation von Verwaltung und früheren Ausgründungen - vor allem  deutliche Dividendensteigerungen der großen Töchter vor, dazu sind wir  übrigens gesetzlich verpflichtet. Wir wollen eine erhebliche  Kostensenkung bei der Fremdanmietung von Büroraum sowie eine ? im  Unterschied zur Verwaltung um jeweils 2 Jahre vorgezogene moderate  Steigerung der Gewerbe- und Grundsteuer B&nbsp; ab 2014 in mehreren  Schritten. Damit ist aber auch klar, dass die von uns für richtig  gehaltenen Änderungen des Verwaltungspakets nicht einfach durch erhöhte  Kommunalsteuern gegenfinanziert werden sollen. Diese sind nur ein Faktor  bei der Gegenfinanzierung und wir können die reflexartige Kritik von  Interessen-verbänden nicht nachvollziehen. Wer eine lebendige und  attraktive Stadt haben will, wer eine gut ausgebaute Struktur,  effiziente Verwaltung und die weichen Standortfaktoren zu schätzen weiß,  der muss auch als wirtschaftlicher Akteur das seine dazu beitragen.  </p>
<p class="bodytext">Eine Privatisierung von städtischen Gesellschaften ?  wie sie von CDU, FDP und DWG beantragt werden - kommt für die LINKE  nicht infrage. Wir wollen weder die Kühe schlachten, die den  Stadtfinanzen die Milch geben sollen, noch Tausende von Beschäftigten,  ihre Familien und die Mieter der Gebag in Angst und Schrecken versetzen. </p>
<p class="bodytext">Angesichts der Haushaltskrise und unabwendbarer  Einschnitte haben wir keinen Grund zum Jubeln. Wir wollen aber mit den  Finanzhilfen des Landes das Beste aus der Situation machen. Wir sind  davon überzeugt, dass der rot-rot-grüne Sanierungsplan vom Rat  verabschiedet und von der Kommunalaufsicht genehmigt wird. Damit würde  ein neues Haushaltskapitel aufgeschlagen, ein Stück kommunale  Selbstverwaltung wieder hergestellt. <br /></p>
<p class="bodytext">Ich danke für die Aufmerksamkeit </p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>(alt) Rede</category>
                            
                                <category>Kommunalpolitisches Forum Sachsen-Anhalt e.V.</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 26 Apr 2012 11:39:00 +0200</pubDate>
                        <title>&quot;Städtische Beschäftigte sind keine Zitronen&quot;</title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/staedtische-beschaeftigte-sind-keine-zitronen/</link>
                        <description>Rede von Uwe Vorberg (Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. im Rat der Stadt Bochum) zum Haushalt 2012</description>
                        
                        <content:encoded><![CDATA[<div class="news-single-img-videos"></div><p>Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,meine Damen und Herren, die  Bürgerinnen und Bürger spüren jetzt die Kürzungsbeschlüsse der letzten  Jahre, insbesondere die des Haushaltssicherungskonzepts 2009 / 2010.  Fast in jeder Ratssitzung in den letzten Monaten wurden konkrete  Umsetzungsbeschlüsse gefasst: In fast allen städtischen Einrichtungen  wurden die Eintrittspreise erhöht, gleichzeitig wurden die Angebote  reduziert. Heute steht zum Beispiel die Reduzierung der Öffnungszeiten  der städtischen Bäder in diesem Sommer auf der Tagesordnung; eine  Maßnahme aus dem letzten Haushaltssicherungskonzept. Trotz dieser zum  Teil schon drastischen Kürzungsmaßnahmen hatte die Stadt Bochum in den  letzten Jahren keinen genehmigten Haushalt. Damit ging es der Stadt  Bochum nicht anders als vielen anderen Kommunen im Ruhrgebiet und im  Bergischen Land. Denn die Ursachen der drohenden Überschuldung dieser  Städte liegen nicht im individuellen Fehlverhalten, in einer maßlosen  Ausgabenpolitik, sondern diese Überschuldung hat strukturelle Ursachen:  Die chronische Unterfinanzierung vor allem der sozialgesetzlichen  Pflichtaufgaben zu Lasten der Kommunen, die falsche Verteilung der  Kosten der deutschen Einheit, eine abenteuerliche Steuerverzichtspolitik  zugunsten der Reichen, eine langjährige Umverteilung von unten nach  oben sowie die Konzentration von Wirtschaftsressourcen auf eine  finanzmarktgetriebene Profitmaximierung haben einen gewaltigen  Scherbenhaufen hinterlassen.Ich gehe mal davon aus, dass die  Mehrheit in diesem Haus um diese Zusammenhänge weiß. Das Aktionsbündnis  &quot;Raus aus den Schulden&quot;, in dem auch der Verwaltungsvorstand mitwirkt,  hat ja häufig genug darauf hingewiesen. Auch das  Junkernheinrich-Lenk-Gutachten zur Entschuldung der Kommunen hat sehr  deutlich gemacht, dass ohne massive Unterstützung durch Bund und Land  die Kommunen den Weg aus der Überschuldung nicht schaffen können. Diese  Unterstützung wird aber in absehbarer Zeit nicht kommen. Trotz dieses  Wissens hat die Mehrheit hier im Haus beschlossen, aus Angst vor einem  nicht genehmigten Haushalt mit der Bezirksregierung eine  Beratungskooperation einzugehen. Diese sollte genau die Kürzungen  freiwillig beschließen, die die Bezirksregierung bei einem nicht  genehmigten Haushalt zwangsweise durchgesetzt hätte. Und das in dem  Wissen, dass die beschlossenen Maßnahmen spätestens mit der nächsten  Wirtschaftskrise, vielleicht aber schon mit dem aktuellen Tarifabschluss  im Öffentlichen Dienst, nicht ausreichen werden, um langfristig einen  ausgeglichen Haushalt zu erreichen. Manche mögen das mutig finden,  manche mögen das realitätsblind finden, ich finde, das ist vergleichbar  mit einem Selbstmord aus Angst vor dem Tod.Heute soll über den  Haushalt 2012 und über ein Kürzungspaket von zusätzlich 58,7 Millionen  Euro jährlich beschlossen werden. Dieses sind überwiegend Vorschläge der  von der Beratungskooperation von Stadt und Bezirksregierung vorgelegten  Streichliste. Eine kleine Arbeitsgruppe mit VertreterInnen der Stadt  und der Bezirksregierung hat noch vor den eigentlichen  Haushaltsberatungen Fakten geschaffen und Einsparungen in Höhe von fast  65 Mio. Euro vorgeschlagen. Diese mussten zum größten Teil umgesetzt  werden. Das war faktisch ein Spardiktat ohne großen Spielraum. Mit dem  aus Arnsberg gelenkten Haushalt wurde aus Sicht der LINKEN die kommunale  Selbstverwaltung&nbsp; ausgehebelt.Einige der schlimmsten Grausamkeiten  dieser Streichliste wurden in den Ausschüssen teilweise  fraktionsübergreifend zurückgenommen. Die Schließung des Museums Bochum,  die Abschaffung des Bochum-Passes, die Kürzung bei den Jugendverbänden  und beim Personal der Krisenhilfe, die Zusammenlegung von Bürgerbüros  und Bezirken, die Abschaffung der Beiräte (Agenda, Frauen, Senioren) und  die Stilllegung von Brunnen ist vom Tisch. Dazu hat auch DIE LINKE mit  ihren entsprechenden Anträgen beigetragen. Das sind aber die einzigen  Lichtblicke.Neben den vielen Entgelterhöhungen bei Bädern und  Kultureinrichtungen und gekürzten Öffnungszeiten werden die Bochumer  Bürgerinnen und Bürger über die Erhöhung der Grundsteuer zusätzlich  belastet. Die Gewerbe- und die Grundsteuer sind die wichtigsten kommunal  beeinflussbaren Einnahmen für die Stadt Bochum. In den letzten Jahren  hat sich hier eine Schere entwickelt: Während die Gewerbesteuer nur sehr  moderat erhöht wurde, wurde bei der Grundsteuer, die schließlich auch  auf die Mieten umgelegt wird, kräftig drauf gesattelt. Und mit der  geplanten Umwandlung des USB in eine Anstalt öffentlichen Rechts soll  die Grundsteuer noch einmal kräftig erhöht werden. Dies ist unsozial,  deshalb wollte DIE LINKE dies zurücknehmen. SPD und Grüne blieben jedoch  leider bei diesem Beschluss.Viele Kürzungen gehen auch zu  Lasten der städtischen Beschäftigten. Beim Personal wurden massive  Stellenkürzungen beschlossen. Das hat ein Vertreter der Bezirksregierung  in der Beratungskooperation so ausgedrückt: ?Die Zitrone kann noch  weiter ausgequetscht werden.? Was hier aber ausgequetscht wird, ist  keine Zitrone, sondern das sind die städtischen Beschäftigten, die den  Personalabbau über zunehmende Arbeitverdichtung auffangen müssen. Für  DIE LINKE sind weitere Personalkürzungen nicht zumutbar.Gleichzeitig  werden hier Personalkürzungen beschlossen, ohne Konzepte für zukünftige  Aufgabenwahrnehmung, Organisations- und Personalentwicklung vorzulegen.  Das ist wenig seriös. Trotzdem werden über kurz oder lang auch die  Bürgerinnen und Bürger die Auswirkungen in Form von schlechteren  öffentlichen Serviceleistungen zu spüren bekommen. Die Öffnungszeiten  der Bürgerbüros sind ja bereits gekürzt. Ein Vorgeschmack auf die  zukünftige Servicekultur können die Bürgerinnen und Bürger schon jetzt  bekommen, wenn sie einmal das Ausländerbüro besuchen.Die Stadt  Bochum kann sich nicht am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. Zwar  werden viele der angedrohten Maßnahmen Wirkung entfalten: Sie zerstören  die sozialen Strukturen unserer Stadt. Aber sie werden dauerhaft nicht  zu einem ausgeglichenen Haushalt und erst Recht nicht zum Schuldenabbau  führen. Das liegt auch daran, dass eine Reihe der vorgeschlagenen  Maßnahmen Luftbuchungen sind. Schon jetzt ist klar, dass sie nicht  realisiert werden können oder nicht die prognostizierten Einsparungen  erwirtschaften. Das wird ähnlich kommen wie beim HSK 2009/2010: Auch da  ist nach 2 Jahren klar: Kürzungen von 15,6 Millionen Euro sind nicht  realisierbar. Was wollen Sie dann machen? Wollen Sie nach dem  Kürzungspaket II heute mit dem nächsten Haushalt bereits das  Kürzungspaket III verabschieden? Und als I-Tüpfelchen soll mit  Biegen und Brechen ein Musikzentrum gebaut werden, für das es keine  gesicherte Kostenplanung gibt und das an die Übernahme der  Jahrhunderthalle geknüpft ist. Warum wohl will die Landesregierung die  Jahrhunderthalle unbedingt los werden? Ich sage Ihnen warum: Weil die  Kosten einfach immens hoch sind. Auf Jahrzehnte werden mit den  Betriebskosten für das Musikzentrum und die Jahrhunderthalle weitere  schwerwiegende finanzielle Belastungen auf die Stadt Bochum zukommen.  Ich fürchte, dass im Juni ein genauso finanziell unseriöser Beschluss  zum Musikzentrum und der Jahrhunderthalle gefällt wird, wie der heutige  Beschluss zum Haushalt und dem Haushaltssicherungskonzept für die  nächsten 10 Jahre.Sehr geehrte Damen und Herren,die  Handlungsfähigkeit der Kommunen ist nur über eine verstärkte Hilfe vom  Bund und Land wieder herzustellen. Jetzt im Wahlkampf wird da ja viel  versprochen. Ich lese zum Beispiel auf Plakaten in der Bochumer  Innenstadt: ?Kommunen weiter stärken.? Wie viel hat denn die Stadt  Bochum bisher aus dem Stärkungspakt Stadtfinanzen der Landesregierung  bekommen? Nichts! Im Gegenteil. Bochum muss sogar noch für andere  Kommunen im Stärkungspakt zahlen. Und das soll weitergeführt werden? Das  ist kein Wahlversprechen, das ist eine unverhohlene Drohung.Und  dann sind sich verschiedene Oberbürgermeister aus dem Ruhrgebiet nicht  zu schade, im Wahlkampf Ost- und Westkommunen gegeneinander  auszuspielen. Wer die kommunale Finanznot mit einer  West-Ost-Neid-Debatte lösen will, springt zu kurz und in die falsche  Richtung. Im Kern geht es bei der Auseinandersetzung um den Solidarpakt  II doch gar nicht um eine Frage Ost gegen West. Im Kern geht es doch  darum, dass die alte schwarz-gelbe Landesregierung mit Rechentricks  versucht hat, den von den Kommunen in NRW zu entrichtenden Anteil  künstlich hoch zu rechnen, um den eigenen Haushalt auf Kosten der  Kommunen zu sanieren. Und die SPD-Grüne Landesregierung hat das einfach  weitergemacht. Die Verfassungsbeschwerde von 91 Kommunen dagegen ist  berechtigt. Die Regierung Kraft hatte es in der Hand, die  Berechnungsmethode bei den Einheitslasten zu ändern. Die Mehrheit im  Landtag wäre mit der LINKEN da gewesen. Sie hat es aber vorgezogen, das  Gerichtsverfahren auszusitzen. Davon wollen die SPD-Wahlkämpfer jetzt  ablenken.Natürlich ist auch DIE LINKE gegen eine Förderung nach  Himmelsrichtungen. Die gibt es aber jetzt schon im Solidarpakt II nicht.  Bereits im letzten Jahr flossen 5 % der Bundesergänzungszuweisungen aus  dem Solidarpakt II an Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Bremen und  Schleswig-Holstein- bekanntlich alles keine Ostländer. Das Problem ist  die Verteilung nach Bundesländern, und nicht nach bedürftigen Regionen  und Kommunen. Das muss geändert werden. Dafür brauchen wir ab 2019 einen  Solidarpakt III. Die finanziellen Probleme der Kommunen sind nicht  allein über eine andere Landespolitik zu lösen. Im Prinzip ist die  Handlungsfähigkeit der Kommunen nur über eine andere Bundesgesetzgebung  wieder herstellbar. DIE LINKE hat dazu seit langem Vorschläge vorgelegt.  Vor allem die volle Finanzierung der sozialgesetzlichen Pflichtaufgaben  muss endlich umgesetzt werden. Und die Gewerbesteuer soll in eine  Gemeindewirtschaftsteuer umgewandelt werden, in der Steuerpflicht für  Kapitalgesellschaften, gewerbliche Unternehmen und alle selbstständig  ausgeübten Tätigkeiten besteht. Erst mit solchen Reformen werden die  Kommunen in die Lage versetzt, ihre Schulden abzubauen und erst dann  wird es möglich sein, wieder gestaltende Kommunalpolitik zu entwickeln.</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>(alt) Rede</category>
                            
                                <category>Kommunalpolitisches Forum Sachsen-Anhalt e.V.</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 16 Dec 2011 15:29:00 +0100</pubDate>
                        <title>&quot;Der Dortmunder Haushalt 2012 erfüllt kein einziges Kriterium unserer Roten Haltelinien.&quot;</title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/der-dortmunder-haushalt-2012-erfuellt-kein-einziges-kriterium-unserer-roten-haltelinien/</link>
                        <description>Haushaltsrede 2011 von Utz Kowalewski, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE. Dortmund</description>
                        
                        <content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Anrede, </p>
<p class="bodytext">Herr Stüdemann neigt ja dazu seinen Haushalten  philosophische Namen zu geben. Dieses Jahr möchte ich dies aus Sicht der  Linken auch tun. Hatten wir es in den letzten Jahren der großen  Koalition noch mit Haushalten der sozialen Ungleichgewichte zu tun, so  sind diesmal einige zusätzliche Hemmungen gefallen, so dass wir dieses  Jahr ungeschminkt vom ?Haushalt der Lobbyisten? sprechen können.   </p>
<p class="bodytext">Zunächst darf ich aber den Kolleginnen und Kollegen  von der CDU-Fraktion gratulieren. Sie haben es geschafft mit 27  Ratsmitgliedern ihre Vorstellungen von ?Privat vor Staat? weitgehend  durchzusetzen. Das muss man in einem Rat mit 97 Mitgliedern erst einmal  schaffen.   </p>
<p class="bodytext">Und wie haben sie das geschafft? Sie haben sich die  SPD-Fraktion in Haushaltsfragen regelrecht untertan gemacht. Das ist  eine stolze Leistung. Leider ist diese Entwicklung zum Schaden der  Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt, wie auch schon ?Privat vor Staat?  auf Landesebene zum Schaden dieser Stadt war, wenn wir z.B. an die  Privatisierung der LEG oder die mangelnde Kontrolle der PCB-Firma Envio  denken. </p>
<p class="bodytext">Meine Damen und Herren, Haushaltsdebatten sind neben  der Beratung konkreter Anträge immer auch eine Debatte über den  grundsätzlichen politischen Kurs des Gemeinwesens. Beginnen möchte ich  mit dem Thema Arbeitsmarktpolitik.   </p>
<p class="bodytext">Wir haben vorhin wieder Lobeshymnen auf sinkende  Arbeitslosenquoten gehört. Wie diese Zahlen jedoch erkauft werden, hat  erst kürzlich die Dortmunder Sozialforschungsstelle (SFS) auf der  Grundlage der Daten der Agentur für Arbeit veröffentlicht. Danach nimmt  Dortmund in NRW eine arbeitsmarktpolitische Sonderstellung ein, die  unsichere Einkommensverhältnisse bis ins Rentenalter verursacht. Fast  16.000 Sozialversicherungspflichtige Vollzeitäquivalente gingen  innerhalb von 10 Jahren an sogenannte atypische  Beschäftigungsverhältnisse verloren: 16.000 !!! Das sind 7,3% - so viele  wie nirgendwo sonst in NRW. Im Landesdurchschnitt waren es 4,6%, was  auch deutlich zu viel ist, aber insgesamt der falschen Politik im Bund  und im Land geschuldet ist.   </p>
<p class="bodytext">Diese Art von Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik  wie sie in Dortmund betrieben wird, hat direkte Folgen für die  Bevölkerung: Das statistische Landesamt hat festgestellt, dass die  Region Dortmund mit 18,9 % inzwischen das größte Armutsrisiko für seine  Bevölkerung in ganz NRW aufweist. Damit verbunden sind für die  Unternehmen Umsatzeinbußen durch eine sinkende Nachfrage und für den  städtischen Haushalt höhere Sozialausgaben und geringere  Steuereinnahmen.   </p>
<p class="bodytext">Ich nenne Ihnen ein paar Beispiele dafür, was in Dortmund im Grundsatz falsch läuft:  </p><ol><li><p>Die  	?Jobperspektive Ästhetisches Dortmund? wurde gerade erst im 	 Sozialausschuss debattiert. Entwicklungsmöglichkeiten hinein in 	ersten  Arbeitsmarkt ? Bis auf ganz wenige Ausnahmen - Fehlanzeige ! 	 Stattdessen kommt der sogenannte Einsperreffekt der AGHs und die 	 Bestrafungswirkung von Hartz IV mit Unterstützung der Kommune 	voll zum  Tragen. Das ist auch politisch offensichtlich so gewünscht, 	denn sonst  wären im Finanzausschuss nicht alle Haushaltsanträge 	mit dem Ziel die  Situation für die Menschen im Hartz IV-Bezug 	zu verbessern, kategorisch  abgelehnt worden. Wir haben uns übrigens 	diesmal ganz bewusst mit  unseren Anträgen vorrangig um die 	Kinder gekümmert, denn diese sind nun  wirklich unschuldig an 	ihrer schwierigen Lebenssituation. Aber der  Finanzausschuss zeigte 	auch mit den Kindern im Hartz IV-System  keinerlei Gnade. Zur 	Erinnerung: Im Hartz IV-System stecken auch die  Kinder von 	Aufstockern, die Vollzeit arbeiten gehen, aber trotzdem  nicht genug 	verdienen, um den Lebensunterhalt ihrer Familie zu sichern.</p> </li></ol><ol start="2"><li><p>Beispiel:  	Die Wirtschaftsförderung hat Tedi wegen seiner Arbeitsplätze 	nach  Dortmund geholt und Geld aus dem städtischen Haushalt 	bereitgestellt:  200.000 Euro als Wirtschaftsförderung und fast 	2 Mio. Euro für  Lärmschutzwände und Begleitmaßnahmen 	in 2011 und 2012. Verdi hat gegen  Tedi inzwischen geklagt: Denn 	nicht nur KIK, dass nach dem Willen des  Rates ursprünglich ja 	sogar eine Kita inklusive Kleiderkammer bauen  sollte, sondern auch 	Tedi zahlt sittenwidrige Löhne. Und nun muss der  Rat sich 	fragen lassen, warum er mit Geld aus dem städtischen Haushalt  	Betriebe fördert, die sittenwidrige Löhne zahlen, denn die 	Warnungen  sind ja nun wirklich nicht neu.</p> </li></ol><ol start="2"><li><p>Beispiel:  	Die Stadt bietet ein denkbar schlechtes Beispiel für die lokale 	 Privatwirtschaft, indem sie sich nach wie vor tariffreie Zonen 	leistet:  ServiceDo, DoLog und die Service GmbH der städt. 	Seniorenheime. Die  Verhältnisse bei ServiceDo schreien zum 	Himmel, aber alle anderen  Fraktionen jedenseits der Linken 	verschließen davor einfach die Augen,  Ohren und Münder. 	Ein Veränderungsantrag zugunsten der Beschäftigten  wurden 	im Finanzausschuss ebenfalls niedergestimmt.</p> </li></ol><p class="bodytext">Und  wie reagiert der Rat auf die wachsende Armut in Dortmund? Wie gesagt:  Dortmund ist hinsichtlich des Armutsrisikos Schlusslicht in NRW. Der Rat  verweigert auch die Nothilfe für die immer mehr von Armut betroffene  Dortmunder Bevölkerung im Bereich Mobilität und lehnt selbst ein  schlechtes VRR-Sozialticket zugunsten eines noch schlechteren Dortmunder  Tickets ab. Und weil es so anschaulich ist, weise ich darauf hin, dass  sie es ebenfalls abgelehnt haben, Geld von der Landesregierung  anzunehmen, um haushaltsneutral den Fahrpreis zu senken. Ich denke  besser kann man das Verhältnis von SPD, CDU und FDP zu den Menschen  unter Hartz IV nicht beschreiben: Sie wollen, dass es diesen Menschen  schlecht geht, so wie es Franz Müntefering seinerzeit mit dem Satz ?Wer  nicht arbeitet, soll auch nicht essen? beschrieben hat. Und diese  Politik zeigt makabere Erfolge. Während die Lebenserwartung der Normal-  und Besserverdiener weiter steigt, sinkt derzeit die Lebenserwartung der  Armen und der Geringverdiener. Das geht aus einer aktuellen Antwort der  Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Deutschen  Bundestag hervor. </p>
<p class="bodytext">Aus den Sozialticketentscheidungen leiten sich zwei Konsequenzen ab:    </p>
<p class="bodytext">1. Die Nutzerquote für den Dortmund Pass liegt mit  gerade mal 10% bei den Hartz IV-Empfängern extrem niedrig. Und warum ?  Weil die Menschen den größten Teil der Einrichtungen gar nicht erreichen  können, für die der Dortmund Pass Gültigkeit hat. Das gilt künftig  übrigens auch für einen Teil der Nutzer der Bezirksverwaltungsstellen in  Eving und Huckarde, die sich die Fahrt in die Innenstadt oder in den  Nachbarbezirk nicht so einfach werden leisten können.   </p>
<p class="bodytext">Der im Finanzausschuss glücklicherweise abgelehnte  CDU-Antrag die Eintrittspreise im Westfalenpark ausgerechnet für Inhaber  des Dortmund Passes zu erhöhen, zeigt aber auch das spezielle  christliche Menschenbild der Union: ?Mögen die Armen doch ihr letztes  Hemd hergeben. Amen.? </p>
<p class="bodytext">2. Konsequenz: Die Sozialticketbewegung -  einschließlich der Grünen, der Linken, des DGB und der  Studierendenschaften von TU und FH - erhöht nun den Druck, indem sie  eine ?Fahr-Mit-Aktion? mit dem roten Punkt ins Leben ruft. Nun kann man  sich ausrechnen, was teuerer wird: Ein anständiges Sozialticket, oder  eine organisierte solidarische Nutzung der Mitnahmemöglichkeiten durch  die Bevölkerung.   </p>
<p class="bodytext"><br /> </p>
<p class="bodytext">Bei dieser negativen Grundhaltung der großen  Koalition einkommensschwachen Menschen gegenüber ist es sicherlich  konsequent zu beschließen, auch die letzten städtischen Hallenbäder zu  privatisieren und das Nordstadtfreibad gleich ganz zu schließen. Die von  Armut betroffenen Kinder können dann vielleicht noch im Hafenbecken das  Schwimmen lernen, denn sie haben ja zu den Privatbädern keinen Zutritt,  weil dort der Do-Pass nicht gilt und die Eintrittspreise für sie viel  zu hoch sind. Und Schulschwimmbäder wie in Holzen will man ja offenbar  auch nicht mehr haben.   </p>
<p class="bodytext">Nun werden viele sagen: Aber die hohen Schulden und  die demnächst in Kraft tretende Schuldenbremse verlangen doch, dass wir  Ausgaben kürzen. Falsch: Sie verlangen, dass nicht zu viele Ausgaben mit  neuen Schulden finanziert werden. Wenn man aber mehr Steuern einnimmt,  dann kann man auch mehr ausgeben - und trotzdem die Verschuldung im  Griff behalten. Durch Ihre Beschlüsse bleiben Einnahmen und Ausgaben  weiterhin stark konjunkturabhängig. Sie wirken dadurch  krisenverschärfend statt antizyklisch. </p>
<p class="bodytext">Bei den kommunalen Steuern zeigt sich leider das  gleiche Bild wie beim Sozialticket und der Arbeitsmarktpolitik. Mit der  Grundsteuer B belasten sie über die Mieten die Bäckereifachverkäuferin,  die Friseurin, die Gebäudereiniger und die Verkäuferinnen bei Tedi, Kik  und anderen Niedriglohnfirmen. An die Gewerbesteuer trauen Sie sich  nicht heran, denn diese würde Unternehmen wie Tedi belasten und sie  würde in Dortmund ansässige Banken und Versicherungen belasten. Und wenn  die Finanzinvestoren dann böse werden, dann bleibt mal eine  Parteispende aus ? nicht wahr? Denn Investoren und Lobbyisten wollen ja  in unserem System eine entsprechende Rendite sehen. Ich persönlich muss  sagen, dass ich stolz darauf bin, einer Partei anzugehören, die so  organisiert ist, dass sie ihre Politik völlig unabhängig von Banken und  Versicherungen gestalten kann.   </p>
<p class="bodytext">Es wäre allerdings dringend nötig, die Einnahmen der  Stadt über eine Gewerbesteuererhöhung zu steigern, um einerseits die  Haushaltssicherung zu vermeiden und andererseits die Soziale Lage der  Menschen zu verbessern. Aber darauf verzichten Sie bewusst und wir  werden Sie daran erinnern, wenn Dortmund die 5% Hürde zur Vermeidung der  Haushaltssicherung reißen sollte. Denn die Konjunkturprognosen des  Kämmerers erscheinen uns bei weitem zu optimistisch. Sie passen weder  zum Herbstgutachten der Wirtschaftsweisen, noch zu den bereits  absehbaren Belastungen aus der Schulden- und Bankenkrise. Sollten die  Einnahmen hinter den Träumen der Kämmerei zurück bleiben, rutscht die  Stadt 2012 unweigerlich in die Haushaltssicherung, wenn sie nicht dann  doch noch nachbessern und die Gewerbesteuer unterjährig deutlich  anheben.   </p>
<p class="bodytext">Apropos Lobbyismus: Der Fraktion DIE LINKE  erschließt sich die Ausgliederung des Dortmunder Kanalsystems aus dem  Tiefbauamt nicht. Im Finanzausschuss wurde dargestellt, dass Sinn und  Zweck dieser Ausgliederung sei, mehr Spielraum zur Aufnahme von  Investitionskrediten zu erhalten. Diese höhere Kreditaufnahme könne dann  genutzt werden, um das Dortmunder Strassensystem in größerem Umfange zu  sanieren, als das heute möglich sei und das die Instandhaltung der  städtischen Immobilien verbessert werden soll. Da mag man zunächst  denken, dass es sich um eine ehrenwerte Zielvorstellung handelt. Und  wenn man daran denkt, dass es ja auch hätte schlimmer kommen können,  weil ein Eigenbetrieb ja noch sehr nah an der Stadt ist und auch der Rat  hier noch etwas zu sagen hat, dann mag man sich damit zunächst  beruhigen. Diese Beruhigung täuscht aber. </p>
<p class="bodytext">Das Instandhaltungsbudget im Strassenbau wird ganz  anders geplant, als gerade dargestellt. In den letzten 4 Jahren hatten  wir hier ein Instandhaltungsbudget im Strassenbau von rund 8-9 Mio.  Euro. Dazu kamen noch 13 Mio. Euro aus dem KPII, so dass jährliche  Mittel von 11-12 Mio. Euro für die Strasseninstandhaltung zur Verfügung  standen. Geplant ist nun für das Jahr 2012 ein Budget von 5,9 Mio. Euro  und für 2013 von 4,2 Mio. Euro. Das ist also mehr als eine Halbierung  des Strasseninstandhaltungsbudgets für die nächsten Jahre. Wenn man das  KPII einschließt sogar eine Reduzierung auf ein Drittel. Das Argument,  dass die Ausgliederung des Kanalnetzes die Investitionen in den  Strassenbau ermöglichen würde, können wir also getrost ins Reich der  Fabel verweisen. Das ist in diesem Haushalt überhaupt nicht geplant.   </p>
<p class="bodytext">Warum also dann die Ausgliederung? Reden wir nicht  drum herum: Es geht um nichts weniger als um einen ersten  Privatisierungsschritt für das städtische Kanalnetzes in Richtung der  Gelsenwasser AG, den die CDU mit ihrem Haushaltsantrag und den Stimmen  der SPD auf den Weg gebracht hat. Und das hat nach meinem Eindruck schon  ein gewaltiges Geschmäckle. Man fragt sich, ob jetzt Gelsenwasser oder  die CDU den Antrag gestellt hat ? oder vielleicht sogar beide in  Personalunion?! Ich meine, Herr Hengstenberg ist ja bei der EDG nun  bestens versorgt. Wer soll denn den zusätzlich geschaffenen  Geschäftsführerposten des Eigenbetriebes dann besetzen, der aus dem  städtischen Haushalt dann finanziert werden soll? Und warum gilt hier  nicht der gleiche Maßstab wie bei Fabido oder den Kulturbetrieben? </p>
<p class="bodytext">Darüber hinaus sind folgende Fragen ebenfalls  ungeklärt: Wer hat denn bei Entscheidungen rund um Strassenbau und  Kanalbau künftig den Hut auf und koordiniert, dass der Eigenbetrieb dem  Tiefbauamt nicht dauernd die gerade sanierten Strassen wieder aufreißt?   Die Vorlage lässt nicht erkennen, dass das Tiefbauamt in Bezug auf den  Eigenbetrieb ein Mitspracherecht erhält ? ganz im Gegenteil. Da ist von  einer straffen Betriebsführung nach betriebswirtschaftlichen Maßstäben  die Rede und überhaupt nicht davon, dass man sich mit dem Tiefbauamt  abzustimmen habe.   </p>
<p class="bodytext">Meine Damen und Herren, seit Anfang der 1990er Jahre  sind in Deutschland über zwei Millionen Stellen im öffentlichen Dienst  vernichtet worden, davon mindestens 600.000 allein durch Liberalisierung  und Privatisierung (Price-Waterhouse-Coopers). Die Folge sind  durchlöcherte Tarifsysteme, unsichere Arbeitsverhältnisse, schlechte  Arbeitsbedingungen und Niedriglöhne. Da erinnern wir uns an die Debatte  des Personalausschusses und des Finanzausschusses, dass die CDU mit der  Umsetzung der Personalbeschlüsse unzufrieden sind. Sie wollten auch  nicht steuerbare Personalbudgets gekürzt sehen mit der Konsequenz, dass  das entweder zu betriebsbedingten Kündigungen führen würde. Oder eben  als Alternative ? ganz nach der Devise ?Privat vor Staat? -  zu einem  Ausverkauf der öffentlichen Daseinsvorsorge, wie gerade für das  Kanalsystem schon beschrieben.   </p>
<p class="bodytext">Und nun mache ich etwas Ungewöhliches ? ich zitiere  den Kämmerer aus seiner Rede zum Haushalt 2011. Damals sagte Herr  Stüdemann vor dem Rat: ?Die ursprünglich vorgesehene Kürzung der  Personalaufwendungen um jährlich 2,5 % erwies sich leider als nicht  realistisch und wurde in der Vergangenheit nicht erreicht. Dies liegt  auch daran, dass in bestimmten Bereichen, wie z. B. der Jugendhilfe oder  der Feuerwehr, die Aufgabenwahrnehmung dann nicht mehr gesetzeskonform  und bürger/innenfreundlich möglich ist. Insofern wurde ab dem  Haushaltsjahr 2011 bei der Planung eine tatsächlich zu erreichende  Kürzung von 1,5 % berücksichtigt.? Damit dürfte auch die Frage der CDU  geklärt sein, wo denn das halbe Prozent geblieben ist. Nicht beantwortet  ist die Frage nach der  jährlichen 2%-Kürzung in den kommenden Jahren,  wenn denn nur 1,5% gesetzeskonform umzusetzen sind. </p>
<p class="bodytext">DIE LINKE ist übrigens die einzige Fraktion im Rat  der Stadt Dortmund, die sich für die Beschäftigten in der  Stadtverwaltung stark gemacht hat. Alle anderen Fraktionen haben es  abgelehnt, diesen schädlichen und strittigen Personalkürzungbeschluss  aufzuheben. Die SPD-Fraktion lässt damit dann sogar ihren  Personaldezernenten im eisigen Regen schwarzer Haushaltpolitik alleine  stehen. Und bevor sie nun wieder sagen, dass es keine Alternative zu  Personalkürzungen gäbe: In den kapitalistischen Vorzeigeländern  Großbritannien und USA ist der Anteil der Beschäftigten im öffentlichen  Dienst deutlich höher als hierzulande. Nehmen Sie sich doch einfach mal  ein Beispiel an Ihren Idolen in Übersee ... </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Es gibt Leute, die würden, wenn sie könnten, alle  öffentlichen Leistungen bis auf einen unvermeidlichen Rest  privatisieren. Für sie sind PPP-Modelle ein willkommener Zwischenschritt  dahin. Mit denen gibt es hier keine Verständigung, das ist klar. Ich  spreche aber zu der Mehrheit von Ihnen, die PPP für eine heute leider  unverzichtbare Notlösung hält, weil die Stadt wünschenswerte oder gar  notwendige Investitionen selbst nicht mehr stemmen kann. </p>
<p class="bodytext">Es gibt wichtige Gründe, warum wir uns trotzdem auf PPP-Projekte nicht mehr einlassen dürften. </p>
<p class="bodytext">Einen hat der Herr Kämmerer dem Finanzausschuß im  Mai vorgerechnet. Die Finanzierungskosten sind für private Investoren  teurer als Kommunalkredite der Stadt bei der KfW. Das führte z.B. bei  der Feuerwache Hörde dazu, dass die Stadt über die Gesamtlaufzeit 2,7  Mio ? mehr an die Banken des Investors abdrücken muss, ohne  Gegenleistung, nur durch die Zinsdifferenz. </p>
<p class="bodytext">Ein weiterer Grund ist, dass die Stadt von vorn  herein auf ihr Pfandrecht bei Mängelrügen verzichten muss, damit der  Investor und seine Bank ihre Forderung verbriefen und weiter verkaufen  können. Täte sie das nicht, würde PPP noch viel teurer als die kommunale  Eigenfinanzierung. </p>
<p class="bodytext">Ein dritter Grund ist, dass sämtliche behaupteten  Barwertvorteile von PPP gegenüber dem städtischen Eigenbau auf  willkürlichen, zum Teil haarsträubend tendenziösen Annahmen und  Rechentricks beruhen. Wenn man sie korrigiert, stellt sich heraus, dass  die Stadt z.B. für die Hörder Feuerwache über die Laufzeit von 30 Jahren  8 Mio ? mehr zahlen muss, als wenn sie sie selbst errichtet hätte. Das  ist nochmal die Hälfte der Baukosten obendrauf. Das heisst, in jedem  Haushaltsplan der nächsten 30 Jahre fehlen uns im Durchschnitt 263.000 ?  allein durch dieses eine PPP-Projekt. Bei den zwei Berufskollegs am  U-Turm werden es doppelt soviel werden. PPP stellt sich somit als pure  Abzocke heraus. </p>
<p class="bodytext">Der wichtigste Grund aber ist, dass PPP die  Überschuldung der Kommunen keineswegs vermeidet. Im Gegenteil. Während  bei öffentlichen Investitionen die Kommunen sich gegenüber Land, Bund  und EU auf das politische Prinzip der Konnexität berufen und angemessene  Zuschüsse einfordern können, gehen PPP-Verträge den Staat so wenig an  wie wenn die Stadt irgendein anderes Privatgebäude mietet. Folglich  treibt diese angebliche Notlösung der ?kreditähnlichen? Geschäfte die  Kommunen noch tiefer in jahrzehntelange Abhängigkeit von privaten  Gläubigern. </p>
<p class="bodytext">Wenn Sie das schlecht finden, hätten Sie unserem Antrag zustimmen müssen - haben sie aber nicht. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Meine Damen und Herren, DIE LINKE hat sowohl für  ihre Zustimmung zum Rot-Grünen Landeshaushalt, als auch im neu  verabschiedeten Grundsatzprogramm Rote Haltelinien festgelegt: Dort  heißt es, dass DIE LINKE keinen Haushalten zustimmen wird, die  Privatisierungen durchführen, Personal- und Sozialabbau vornehmen und  die nicht die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen verbessern.  </p>
<p class="bodytext">Und darauf können sich auch die Menschen in Dortmund  verlassen. Schauen wir also nochmal hin: Werden Privatisierungen  durchgeführt ? Ja ! Wird Personalabbau vorgenommen ? In großem Umfang !  Wird Sozialabbau vorgenommen ? Leider ja ! Werden die Lebens- und  Arbeitsbedingungen verbessert ? Bedauerlicherweise nicht.  </p>
<p class="bodytext">Der Dortmunder Haushalt 2012 erfüllt kein einziges  Kriterium unserer Roten Haltelinien und deshalb lehnen wir ihn  selbstverständlich ab.  </p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>(alt) Rede</category>
                            
                                <category>Kommunalpolitisches Forum Sachsen-Anhalt e.V.</category>
                            
                        
                        
                    </item>
                
                    <item>
                        <guid isPermaLink="false">news-3959</guid>
                        <pubDate>Wed, 23 Nov 2011 13:43:00 +0100</pubDate>
                        <title>&quot;Die Musik spielt woanders! Einnahmen stärken statt Bürger belasten&quot;</title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/die-musik-spielt-woanders-einnahmen-staerken-statt-buerger-belasten/</link>
                        <description>Haushaltsrede 2011 von Hans-Peter Leymann-Kurtz (Fraktionsvorsitzender DIE LINKE. Essen)</description>
                        
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Herr Oberbu&#776;rgermeister, verehrte Kolleginnen und Kollegen!<br />Der heute hier zur Abstimmung stehende Haushaltsentwurf 2012, das so genannte Haus- haltssicherungskonzept und diverse Antra&#776;ge aus den Reihen der Viererkoalition von CDU/Gru&#776;nen/FDP/EBB sind ein Alter Stiefel, sind altes Denken, sind ein ?Weiter so?, kurzum die Verla&#776;ngerung des unausgewogenen und unsozialen Doppelhaushalts 2010/2011.<br />Das nennt man ?Lernblockade? bei der Mehrheit hier im Rat.<br />Ungeniert finden sie große Worte und reden weiter vom ?Sparen?, vom ?Konsolidieren? und meinen damit doch in Wahrheit nichts anderes, als den Essenerinnen und Essenern fortwa&#776;h- rend soziale und andere Leistungen zu rauben.<br />Sie tragen vor sich eine Monstranz namens ?Haushaltsausgleich 2015?, wo sie ehrlicherweise zugeben mu&#776;ssten, dass ihnen weiter nichts einfa&#776;llt, als das Gros der Bu&#776;rger unserer Stadt teils drastisch zur Kasse zu bitten. (ohne Versuch eines Ausgleich, z. B. durch Absenkung der Grundsteuer B)<br />Sie fahren Leistungen fu&#776;r die EssenerInnen herunter, erho&#776;hen Gebu&#776;hren, sta&#776;dtischen Mitar- beiterinnen wird durch teils absurde Arbeitsverdichtung als Folge von massiven Personalku&#776;r- zungen das Arbeiten schwer gemacht (Krankenstand?!) und das so genannte Eigenkapital (also das Eigentum ALLER Bu&#776;rgerInnen) vernichten sie sogar selbst, indem sie beispielsweise nach wie vor vo&#776;llig unzureichende Mittel bei der Bauunterhaltung bereitstellen.<br />Und wie es sich fu&#776;r eine konservative Klientel-Politik zugunsten von wirtschaftlich und mate- riell Sta&#776;rkeren geho&#776;rt, verzichtet das bu&#776;rgerliche Vierer-Bu&#776;ndnis mit vo&#776;llig abwegigen Be- gru&#776;ndungen darauf, ho&#776;here Einnahmen DORT zu realisieren, wo sie mo&#776;glich, wo sie sinnvoll und wo sie ausgewogen - also gerecht wa&#776;ren (besonders Lex Hotelerie 2.0 - Verhinderung der U&#776;bernachtungsabgabe - und Unbeweglichkeit beim Gewerbesteuerhebesatz).<br />Zwanzig Jahre neoliberal inspirierte Gehirnwa&#776;sche haben offenbar auch hier im Rat tiefe Spuren hinterlassen.<br />Die Kurven des Ka&#776;mmerers, im besonderen die so genannte Klieve-Kurve zum Erhalt des Ei- genkapitals ? von Ihnen im vergangenen Jahr mit Hilfe von Teilen der Presse noch als Para- digmenwechsel (fast als Jahrhundertwerk) abgefeiert ? ist in Wahrheit la&#776;ngst keine Kurve mehr, sondern ein x-beliebiges Zahlenspiel.<br />Abha&#776;ngig von nicht, oder kaum durch Kommunalpolitik beeinflussbaren Faktoren, wie bei- spielsweise der Zinsentwicklung oder der Wertentwicklung der RWE-Aktien ko&#776;nnte diese Kurve mal so oder mal so aussehen. Das sind also nette, bunte Grafiken, geeignet zur Bene- belung der Aufsichtsbeho&#776;rde und offenbar auch hiesiger Entscheidungstra&#776;ger, keinesfalls aber wirklich belastbare Voraussagen! Und auf Grundlage dieser Projektion meint die Mehr- heit hier also die U&#776;berschuldung abwenden zu ko&#776;nnen und presst mit der Fortsetzung der 2 Prozent-Linie anhaltend an einem la&#776;ngst ziemlich ausgequetschten Verwaltungshaushalt herum.<br />Nein, ohne wirklich wirksame Entschuldungshilfe oder einen Schuldenschnitt von außen wird jede Kurve fru&#776;her oder spa&#776;ter IMMER unterhalb der Wasseroberfla&#776;che, sprich beim Eigenka- pitalverzehr, also bei der ?rechnerischen Insolvenz? landen mu&#776;ssen.<br />Ihr Glaube muss recht-s- fest sein, wenn sie meinen, durch weitere und fortgesetzte Ku&#776;r- zungslinien wirklich relevante und nachhaltige Haushaltsverbesserungen herbeizufu&#776;hren.<br />Selbst des Ka&#776;mmerers eigene Zahlen sprechen doch gegen diesen Irrglauben.<br />Es sollte doch la&#776;ngst Allgemeingut sein, dass IHRE Ku&#776;rzungen bzw. die von ihnen so genann- ten ?Einsparungen? bei der Infrastruktur, Personal, Bu&#776;rgerdienstleistungen schon allein durch geringste Zuckungen bei der Zinsho&#776;he fu&#776;r den Schuldendienst aufgefressen werden und im Haushalt vermeintliche Einsparungen neutralisieren.<br />Bei unserer Verschuldung von 3 Milliarden (2 Milliarden allein Liquidita&#776;tskredite) bzw. u&#776;ber 4,5 Milliarden im Kombinat Stadt Essen und entsprechendem Zinsaufwand, spielt die Musik also in Wahrheit ganz woanders.<br />Sie spielt jedenfalls nicht mehr bei ihren zumeist sinnlosen, kontraproduktiven und oft sogar Eigenkapital vernichtenden (Bauunterhaltung, Instandhaltung etc.) Ku&#776;rzungsmaßnahmen.<br />Nichts gegen Aufgabenkritik und eine serio&#776;se Debatte daru&#776;ber, an welcher Stelle welches Personal welche Aufgabe zu erledigen hat, und ob nicht bessere Alternativen mo&#776;glich sind.<br />Aber bitte scho&#776;n in dieser Reihenfolge: Aufgabenkritik, Ergebnisse, und dann der politische Beschluss.<br />Leitschnur dabei muss aus Linker Perspektive allerdings immer die Qualita&#776;t von Dienstleis- tungen fu&#776;r die Bu&#776;rger, der Erhalt von Infrastruktur der Daseinsvorsorge, der Erhalt von Er- werbsarbeit und die soziale Balance sein.<br />Sie von der Vierertruppe hingegen, haben mit ihrem noch immer gu&#776;ltigen so genannten 1000-Stellen-Beschluss herum getrampelt wie der sprichwo&#776;rtliche Elefant im Porzellanladen, keines dieser Kriterien beru&#776;cksichtigt, und sich dann noch gewundert, warum an fast allen Stellen der Verwaltung und teils auch in den Betrieben eklatante Personalnot besteht (be- sonders peinliches Beispiel: Haus der Geschichte).<br />Und zu allem U&#776;berfluss u&#776;berschu&#776;tten Sie im Verlauf der Ratsjahres die dezimierte Verwal- tung mit teils aberwitzigen Anforderungen durch oft absurde Pru&#776;fauftra&#776;ge.<br />AUSGLEICH 2015 ?<br />Herr Oberbu&#776;rgermeister, liebe KollegInnen,<br />Natu&#776;rlich sollte ein Ka&#776;mmerer immer mehr wissen, als die politischen Gremien, denen er seine Zahlen und Projektionen vorlegt. Natu&#776;rlich weiß auch der verehrte Ka&#776;mmerer Klieve, dass der von einer Mehrheit hier im Rat im Sommer glorreich beschlossenen Haushaltsaus-<br />gleich 2015 eher eine Durchhalteparole, ein selbst-gemalter Silberstreif am Horizont fu&#776;r die Moral der Truppe ist, aber kaum eine wahrscheinliche, nicht einmal eine besonders wichtige Option. Noch im Sommer wurde das origina&#776;re Defizit fu&#776;r 2015 na&#776;mlich vom Ka&#776;mmerer bei sehr positiven 80 Mio. gesehen, zuletzt letzte Woche bei ca. unglaublich positiven 25 Mio., wenn, ja wenn die Zinsentwicklung nicht durch die Decke schießt.<br />Ja was denn nun? Ausgleich? 2015? 2016? 2017? Wirklich relevant ist diese Frage doch nur psychologisch. Aber dieser Rat ist ja kein Irrenhaus!<br />Immerhin, und das war ja durchaus zu erwarten, hat sich die Einnahmeseite erfreulich deut- lich verbessert. Bei den Gemeindeanteilen der Einkommens- und Umsatzsteuer, aber vor allem bei den Schlu&#776;sselzuweisungen, u. a. resultierend aus landesseitig vorgenommenen, (zumindest fu&#776;r die Stadt Essen) positiv wirkenden Vera&#776;nderungen im Bereich der Verbund- masse.<br />Und auch die Gewerbesteuereinnahmen sind unter notwendiger Beru&#776;cksichtigung von nega- tiven Sondereffekten (Energiewirtschaft) in Wahrheit positiv und im stabilen Trend der letz- ten Jahre, was angesichts der vergleichbar sehr positiven wirtschaftlichen Lage in Essen e- benfalls erwartbar war.<br />Einnahmeseite sta&#776;rken ? Im Bund, im Land und in Essen!<br />Diese positive Entwicklung belegt darum geradezu idealtypisch die Position meiner Fraktion und meiner Partei, na&#776;mlich, dass heutzutage, vor dem Hintergrund weitgehend ausgepress- ter o&#776;ffentlicher Haushalte, wesentlich entscheidender fu&#776;r einen Haushaltsausgleich die Ein- nahmeseite sowie die Entwicklung der Kosten fu&#776;r den Schuldendienst (Zinsentwicklung) ist, als nicht-reparables Ku&#776;rzen und Streichen von Dienstleistungen und ein hemmungsloses herumfuchteln am Personalbestand.<br />Und es bleibt der Bundesgesetzgeber gefordert! 1. reale Konnexita&#776;t herzustellen,<br />2. die Einnahmeseite der Kommunen so zu vitalisieren und zu stabilisieren, dass ein Ge- meinwesen seinen Aufgaben fu&#776;r die Bu&#776;rgerInnen gerecht werden kann und demokratisch bleibt. (z. B. durch die Entwicklung der Gewerbesteuer hin zu einer Gemeindewirtschafts- steuer)<br />Es ist ja immerhin schon ein bemerkenswerter Fortschritt, dass mittlerweile selbst Kollege Kufen (zuletzt im Haupt-und Finanzausschuss) - zwar noch ganz vorsichtig - eine gewisse ?Vergeblichkeitsfalle? einra&#776;umt, indem auch er endlich anerkennt, dass eines der zentralen Probleme die Zinsbelastung fu&#776;r 3 bzw. ca. 4,5 Milliarden Euro und drohende Zinssteigerun- gen beim Schuldendienst sind.<br />Heißt doch im Klartext das, worauf DIE LINKE schon seit Jahren hinweist, na&#776;mlich: Ohne wirksame Entschuldungshilfen des Landes, aber vor allem des Bundes, wird es vielen Kom- munen, also auch der Stadt Essen, nicht gelingen, sich nachhaltig zu entschulden, weil man sich am eigenen Schopf nicht aus dem Sumpf ziehen kann.<br />Selbst, wenn die jahrelange Ku&#776;rzungsoperation irgendwie gelingt, ist der Patient ?demokra- tisch-soziales Gemeinwesen Stadt? mausetot.<br />Entschuldungshilfen!<br />Und dabei muss dann mehr herauskommen, als das, was das Land jetzt niedlich-beflissen, aber vo&#776;llig unzureichend und teils sogar kontraproduktiv, mit dem so genannten ?Sta&#776;rkungs- paktgesetz? initiiert.<br />Wenn ein Schuldenschnitt zugunsten von Banken (z.B. Bankenrettungspaket) und sogar gan- zen Volkswirtschaften sinnvoll, systemwichtig und machbar ist, dann muss er auch fu&#776;r real u&#776;berschuldete Kommunen und ihre Bu&#776;rgerInnen in Betracht kommen ko&#776;nnen. Es muss poli- tisch nur gewollt und durchgesetzt werden. Von Berlin ist bekanntlich nichts dergleichen zu erwarten.<br />Trotz der erwarteten haushaltspolitischen Borniertheit von CDU/ Gru&#776;nen/FDP/EBB, hat sich meine Fraktion in den letzten Wochen wie immer intensiv mit dem Haushaltsentwurf be- scha&#776;ftigt, und stellt hier exemplarisch Antra&#776;ge, die folgenden Kriterien entsprechen,<br />und ? und jetzt halten sie sich fest - im Saldo sogar Haushaltsverbesserungen beinhalten.<br />(Bei Zustimmung zu unseren notwendigen Korrekturen wird meine Fraktion diesem HH- Entwurf sogar mittragen!)<br />Diese Kriterien lauten:<br />?&nbsp;&nbsp; &nbsp;Einnahmeseite vernu&#776;nftig, behutsam und gerecht sta&#776;rken - statt Schwa&#776;chere weiter zu belasten<br />?&nbsp;&nbsp; &nbsp;Unsoziale Maßnahmen verhindern ?&nbsp;&nbsp; &nbsp;Kinderbetreuung ausbauen und verbessern ?&nbsp;&nbsp; &nbsp;O&#776;ffentliche Daseinsvorsorge und Bu&#776;rgerdienste verteidigen ?&nbsp;&nbsp; &nbsp;Personal sta&#776;rken ? statt verunsichern ?&nbsp;&nbsp; &nbsp;Infrastruktur sichern und Bu&#776;rgereigentum (Eigenkapital) vor schwarz-gru&#776;n-gelben<br />Ratsmehrheiten retten.<br />(Einige Herr Oberbu&#776;rgermeister, sehr geehrte KollegInnen,<br />Antragsbegru&#776;ndungen im Anschluss durch die Genossin Jetter)<br />DIE LINKE in Essen fordert keine Wohltaten, sondern Vernunft und Gerechtigkeit. Wir for- dern Haushaltsehrlichkeit gegenu&#776;ber den Bu&#776;rgerInnen, sozial gerechte Belastungs- und Ent- lastungswirkungen, faire Bedingungen fu&#776;r die sta&#776;dtischen MitarbeiterInnen, und die Vertei- digung der o&#776;ffentlichen Daseinsvorsorge im Gemeinwesen Stadt.<br />Dieser Haushaltsentwurf 2012, sowie das so genannte Haushaltssicherungskonzept, entspre- chen in keiner Weise diesen Kriterien.</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                                <category>Kommunalpolitisches Forum Sachsen-Anhalt e.V.</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 30 Sep 2011 10:18:00 +0200</pubDate>
                        <title>&quot;Das Geschäft zum Erwerb der Energiesparte von Evonik ist finanziell attraktiv und bietet Chancen für den ökologischen Umbau.&quot; </title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/das-geschaeft-zum-erwerb-der-energiesparte-von-evonik-ist-finanziell-attraktiv-und-bietet-chancen-fue/</link>
                        <description>Rede von Uwe Vorberg, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE. Bochum, zum Kauf der Steag durch ein Stadtwerkekonsortium</description>
                        
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,</p>
<p class="bodytext">liebe Kolleginnen und Kollegen.   </p>
<p class="bodytext">DIE LINKE im Rat&nbsp; hat sich gemeinsam mit den anderen  betroffenen  Linksfraktionen im Ruhrgebiet und unserer Landtagsfraktion  intensiv mit dem  Thema Erwerb der STEAG befasst. Wir haben uns eine  Meinung gebildet, auch  Kontroversen ausgefochten und sind zu dem  Schluss gekommen: Das Geschäft zum  Erwerb der Energiesparte von Evonik  ist finanziell attraktiv und bietet Chancen  für den ökologischen Umbau.    </p>
<p class="bodytext">Die Diskussion um Für und Wider wird leider seit  Wochen von verschiedener  Seite nicht gerade sachorientiert und fair  geführt ? was auch dem Umstand  geschuldet ist, dass es sich um ein  nichtöffentliches Bieterverfahren handelt.  Dass von Konkurrenten gegen  gehalten wird und von neoliberaler Seite aus  ?ordnungspolitischen?  Gründen geschossen wird, war nicht anders zu erwarten.  Aber wer  Behauptungen in die Welt setzt nach dem Motto: ?Die Kommunen können das   Geschäft finanziell nicht schultern, ? wer vom Zocker-Paradies und  Casino redet,  der weiß nicht, worüber er spricht. Die Finanzierung  bewegt sich vollkommen im  Rahmen normaler Investitionstätigkeit der  Stadtwerke, der städtische Haushalt  wird nicht belastet, der  steuerliche Querverbund, der für den Erhalt der  BOGESTRRA unverzichtbar  ist, wird nicht gefährdet. Andere Investitionen wie  Offshore-Windparks  bewegen sich in finanziell größeren Dimensionen als das heute  zu  behandelnde Geschäft und sind in meinen Augen auch ökonomisch  risikoreicher.   </p>
<p class="bodytext">Dass auch von ? eher kleinen - Teilen der  Umweltbewegung heftige Kritik  kommt, ist zumindest zwiespältig.  Einerseits spiegelt das das gestiegene  Bewusstsein über die Umwelt- und  Klimakrise wider, andererseits aber auch eine  gewisse Hilflosigkeit.  Bessere Alternativen als der Kauf durch das  Stadtwerkekonsortium wurden  nicht aufgezeigt.   </p>
<p class="bodytext">DIE LINKE setzt sich programmatisch für die  Rekommunalisierung der  Energiewirtschaft ein. Es kann doch nicht länger  hingenommen werden, dass die  Energieversorgung im Inland und in Europa  total vermachtet ist und 4  Großkonzerne das Feld beherrschen. Der  Mehrheitserwerb an der Steag durch das  Stadtwerke-Konsortium ? und in  einigen Jahren auch der mögliche Erwerbs der  übrigen 49 % - ist genau  ein solcher Schritt zur Rekommunalisierung und wird  deshalb von uns  unterstützt. Er bietet die Möglichkeit, die Eigenerzeugung  massiv  auszubauen. Wir erwarten uns von dem Engagement, dass die   energiewirtschaftliche Landschaft in NRW sich in den nächsten 10 Jahren   gründlich verändert. Hin zum ökologischen Umbau unter sozialen  Bedingungen.   </p>
<p class="bodytext">Überlassen wir den STEAG-Kauf privaten Konzernen wie  Remondis oder der  tschechischen EPH, dann würde der Pfad in Richtung  ökologische Nachhaltigkeit  sicherlich nicht beschritten und unsere  Stadtwerke kämen weiter unter Druck. Wir  verbinden mit dem Kauf auch  die Erwartung, dass die Stadtwerke den  Umstrukturierungsprozess in  sozialer und regionalwirtschaftlicher Verantwortung  durchführen und  unter Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Wo durch  Abschaltung  alter Kohlekraftwerke Arbeitsplätze entfallen, müssen Alternativen   angeboten werden.   </p>
<p class="bodytext">Kolleginnen und Kollegen,   </p>
<p class="bodytext">&nbsp;wir wollen den Beschluss des Rates für die  Kaufofferte mit einer gemeinsamen  Entschließung flankieren. Diese mag  nicht rechtsverbindlich sein, aber sie ist  eine politische  Willenserklärung des Rates. Wir gehen davon aus, dass die   Gesellschafter und die Mitglieder des zu bildenden Aufsichtsrats und des   kommunalen Beirats sie beachten. In dieser Entschließung sprechen wir  auch das  Auslandsgeschäft an. Wir wollen keinen unkontrollierbaren  ?Global Player?. Das  Inlandsgeschäft soll deutlich im Zentrum der STEAG  stehen. Am liebsten wäre es  uns, wenn die ausländischen Kraftwerke  mittelfristig an andere übergehen würden.  Das heißt nicht, dass wir per  se gegen grenzüberschreitende Geschäfte wären, wie  z.B. bei den  erneuerbaren Energien in Europa.   </p>
<p class="bodytext">Hier nur noch ein Aspekt, der uns wichtig ist:  STEAG-neu muss die Einhaltung  von Arbeitnehmerrechten und  Sozialstandards auf den Prüfstand stellen. Wenn ?  vor allem im Bereich  der Kohlelieferanten wie in Kolumbien ? die  ILO-Kernarbeitsnormen  verletzt werden, muss dies abgestellt werden. Notfalls  müssen Verträge  gekündigt werden.   </p>
<p class="bodytext">Noch ein Argument zu dem atomwirtschaftlichen  Engagement, was von den Gegnern  des Geschäfts ins Feld geführt wird.  Dieses macht weniger als 1 % der gesamten  Geschäftsaktivitäten der  STEAG aus. Das kann nicht zum wichtigsten&nbsp;  Entscheidungskriterium für  das Projekt gemacht werden. Dennoch treten auch wir  dafür ein, dass der  Geschäftsbereich Nuclear Services und die Beteiligung an der   Brennelemente Zwischenlager Ahaus GmbH aufgegeben werden.   </p>
<p class="bodytext">Hier noch ein Wort zu den Grünen: DIE LINKE ist  frühzeitig auf die Koalition  zugegangen, um die eben erwähnten  Regelungen zu beschließen. Ich habe im  Aufsichtsrat ausdrücklich auf  das Problem mit Nuclaer Services hingewiesen. Dass  die Grünen dieses  Themas erst 1 ½ Wochen vor der entscheidenden Ratssitzung für  sich  entdeckt und dann öffentlich ganz groß aufgezogen haben, ist zumindest  für  mich nicht sehr glaubwürdig.   </p>
<p class="bodytext">Liebe Kolleginnen und Kollegen,   </p>
<p class="bodytext">aber auch das Verhalten einiger Mitglieder der CDU  ist mir schleierhaft.  Meines Wissens hat die CDU in allen anderen  Kommunen dem Geschäft aus  ökonomischen Gründen zugestimmt. Nach meiner  Erinnerung gab es auch im  Aufsichtsrat, in dem ja vor allem die  ökonomische Tragfähigkeit des Projektes  ging, keine Gegenstimme gegen  das Geschäft. Und dann tun wichtige Vertreter der  CDU kurz vor der  Abstimmung in der Öffentlichkeit so, als hätten sie aktuell zum  ersten  Mal von einer Put-Option und einem möglichen 100%-Erwerb der STEAG durch   die Stadtwerke-Gruppe gehört. Das wurde doch von Anfang an  mitverhandelt. Ich  hoffe mal, dass die Aufsichtsratsmitglieder der CDU  ihre eigene Fraktion  fachkundiger informieren, als sie sich in der  Öffentlichkeit äußern.   </p>
<p class="bodytext">Zum Schluss, Kolleginnen und Kollegen, noch eins:  Die künftigen Geschäfte der  Stadtwerke mit der STEAG müssen  transparent, demokratisch beeinflussbar und  steuerbar sein. Das  Stadtwerke-Konsortium wäre gut beraten, wenn es neben dem  künftigen  Aufsichtsrat und ?beirat eine bürgerschaftliche Dialogstruktur   einrichten würde. Darin sollte auch kritische Umweltschützer Platz  finden, um  ihnen die Möglichkeit zu geben, den Prozess  kritisch-konstruktiv zu begleiten.  Wir sollten es nicht riskieren, dass  aus mangelnder Information und aufgrund  mangelnder Dialogbereitschaft  die Stadtwerke demnächst mit Kampagnen für einen  Stromanbieterwechsel  konfrontiert wären.   </p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>(alt) Rede</category>
                            
                                <category>Kommunalpolitisches Forum Sachsen-Anhalt e.V.</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Thu, 29 Sep 2011 10:14:00 +0200</pubDate>
                        <title>&quot;Ein Sozialticket, das seinen Namen verdient!&quot;</title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/ein-sozialticket-das-seinen-namen-verdient/</link>
                        <description>Redemanuskript von Bianca Schmolze, stellv. Fraktionsvorsitzende DIE LINKE. Bochum, zur Ratssitzung am 29.09.2011</description>
                        
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,</p>
<p class="bodytext">sehr geehrte Damen und Herren,<br /> <br /> ?Ein Ticket für 29,90 Euro verdient nicht den Namen Sozialticket&quot;, heißt es in der Presseerklärung des DGB Ruhr-Mark. Genau das bringt es auf den Punkt - was uns hier zur Beschlussfassung vorliegt, ist zwar ein neues VRR-Ticket, es ist aber nicht weitgehend genug. Es ist zumindest für die Menschen, die auf ein wirkliches Sozialticket angewiesen sind, eine Mogelpackung - ich denke hier an die Empfängerinnen und Empfänger von Hartz IV, deren Posten im Regelsatz für Mobilität nur 22,78 Euro vorsieht. Dieser Betrag soll nicht nur die Kosten für den Nahverkehr abdecken, sondern auch Fahrten über den Nahverkehr hinaus, wie z.B. der Besuch der Oma in Köln oder ein Vorstellungsgespräch in Münster, Reparaturen fürs Fahrrad, usw. Das alles für nur 22,78 ? im Monat.<br /> <br /> Immerhin bringt die Einführung eines solchen VRR-Tickets Vergünstigungen für Wohngeldbeziehenden und Flüchtlinge. Allein der Personenkreis der Wohngeldbeziehenden umfasst in Bochum fast 6.000 Haushalte, wovon sicherlich viele dieses Ticket wahrnehmen werden.<br /> <br /> Es steht zu erwarten, dass Menschen mit niedrigem Einkommen, die besonders stark auf den öffentlichen Nahverkehr - wegen ihres Jobs oder weil sie in einer Maßnahme stecken - angewiesen sind, und sich deshalb für den Kauf einer Monatskarte zum Normalpreis entscheiden mussten, auf das neu angebotene Ticket umsteigen werden. Das wird natürlich in der Gegenrechnung den Gesamtumsatz verringern.<br /> <br /> Das wird unweigerlich zu Wanderbewegungen aus den teureren Tickets führen, ohne dass wirkliche Mehreinnahmen durch Neukunden hinzukommen, weil der Preis zu hoch ist. Damit ist eigentlich schon jetzt abzusehen, dass die Einführung dieses VRR-Tickets unter schlechten Bedingungen startet und ein Misserfolg wahrscheinlich ist - und ich hoffe, nicht auch gewollt ist, um endlich aus dieser leidigen Diskussion um ein wirkliches und bezahlbares Sozialticket herauszukommen. Bei manchen Äußerungen schleicht sich der Verdacht des gewollten Scheiterns schon ein. Das lässt sich meiner Ansicht nach auch an einer Äußerung von Klaus Vorgang aus dem VRR-Vorstand festmachen. Zitat: &quot;Bei der Diskussion um die Einführung eines Tickets für Geringverdiener standen insbesondere die zu erwartenden Mindereinnahmen im Focus.&quot; Und weiter: &quot; Deshalb erfolgt die Einführung vorerst im Rahmen eines Pilotprojekts, welches unter Beteiligung eines Wirtschaftsprüfers nach einem Jahr überprüft werden soll.&quot; Ende des Zitats.<br /> <br /> Nach Aussage von Herrn Vorgang standen also zu erwartende Mindereinnahmen im Focus. Wir erwarten, dass bei der Evaluation dieses Modellprojektes nicht wie in Dortmund so gerechnet wird, dass alle Kundinnen und Kunden, die dort das Sozialticket bezogen haben, automatisch als Kostenfaktor gerechnet werden. Zu einer realistischen Betrachtung gehört auch herauszufinden, wer zu den Neukundinnenen und Neukunden gehört, auch wenn es jetzt wenige sein werden, wie wir befürchten. Das geht nur, wenn wie in Köln eine Marktumfrage gemacht wird.<br /> <br /> Klar ist aber auch ? damit das Ticket kein Misserfolg wird, müssen viele Neukundinnen und Neukunden her. Das zeigt das Beispiel Dortmund. Nach Einführung des Tickets lag die Zahl der Abos bei 24.000. Nachdem dort der Preis verdoppelt wurde, fiel die Zahl der Abos auf unter 8.000. Klar ist aber auch ? ein Sozialticket wird sich nie ganz rechnen. Genau so wenig wie sich das Bären- oder Semesterticket rechnet. Ich erzähle Ihnen hier doch keine Neuigkeiten, wenn ich feststelle, dass diese Tickets subventioniert sind. Jeder Fahrschein der im öffentlichen Nahverkehr verkauft wird, ist subventioniert. Die Entscheidung für ein wirkliches Sozialticket zum Preis von 15 Euro ist keine betriebswirtschaftliche, sondern eine politische. Und der politische Wille für ein Sozialticket, das den Namen auch verdient, war und ist anscheinend nicht vorhanden.<br /> Wir wissen, dass es nicht möglich ist, hier und heute ein Sozialticket ab dem 01.11. zu beschließen, das diesen Namen auch verdient. Dazu sind die Abstimmungsprozesse zwischen den beteiligten Kommunen und dem VRR zu kompliziert und langwierig. Wir können aber beschließen, dass es nach der ersten Probephase eine zweite geben soll. Denn für uns ist die heutige Einführung des neuen VRR-Tickets zum 1. November 2011 für 29,90 ? nur ein erster Schritt. Es ist ja nicht nur zu teuer ist, sondern darüber hinaus auch nur begrenzt auf die Preisstufe A, so dass nicht einmal die Fahrt in eine Nachbar¬gemeinde möglich ist.<br /> <br /> Wir haben heute hier einen Änderungsantrag vorgelegt, mit dem Vorschlag ab dem 01.01.2013 eine zweite Probephase einzuführen, mit einem Sozialticketpreis für 15 ? und vor allem verbundweiter Gültigkeit. Das ist gerade im Ruhrgebiet, das ja eigentlich eine große Ruhrstadt ist, von großer Wichtigkeit. Außerdem brauchen wir ein vergünstigtes Vierertickets wie in Köln, damit sich auch die Wenigfahrerinnen und -fahrer unter den Hartz-IV-Betroffenen Mobilität leisten können. Wir gehen davon aus, dass mit einem realistischen Sozialticketpreis, die Zahl der Neukundinnen und Neukunden so steigt, dass der Zuschussbedarf des Landes im Rahmen der bewilligten 30 Mio. ? bleiben kann.<br /> <br /> Wir fordern weiter - und nicht nur wir - es waren Menschen vor dem Rathaus und hier auf der Zuschauertribüne - wir fordern und wollen ein bezahlbares Sozialticket, das diesen Namen verdient.<br /> <br /> Wir fordern ein Ticket zum Preis von 15 Euro. Mobilität ist in der heutigen Gesellschaft eine der wichtigsten Voraussetzungen für die erfolgreiche Teilhabe am Arbeitsmarkt, aber auch für die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben in der Gesellschaft - und das muss ermöglicht werden unabhängig vom Einkommen.<br /> <br /> Und so sollten Sie unseren Antrag verstehen. Sie haben uns in dieser Frage weiterhin an der Backe - und nicht nur uns.<br /> <br /> Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit!</p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>(alt) Rede</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Mon, 28 Feb 2011 12:37:00 +0100</pubDate>
                        <title>&quot;Sie befördern nicht die Inklusion, sondern bewirken das Gegenteil!&quot;</title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/sie-befoerdern-nicht-die-inklusion-sondern-bewirken-das-gegenteil/</link>
                        <description>Haushaltsrede der Fraktionsvorsitzenden der LINKEN. im Landschaftsverband Rheinland für das Haushaltsjahr 2011</description>
                        
                        <content:encoded><![CDATA[<p> Sehr geehrter Herr Vorsitzender, </p>
<p>sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>wir sollen heute über einen von der Verwaltung und der Gestaltungsmehrheit sogenannten Konsolidierungshaushalt abstimmen, der in Wahrheit ein Kürzungs- und Streichhaushalt ist. Begründet wird dies mit der Einnahmesituation des LVR und den weiter steigenden Pflichtleistungen. In dieser Situation möchte die Gestaltungsmehrheit ? und das wollen auch wir ? die Landschaftsumlage auf 17% erhöhen. Das bringt zwar prozentual eine größere Belastung der Städte und Kreise, aber keine wirkliche Einnahmensteigerung. Dennoch: Die Finanzsituation der Städte und Gemeinden ist schwierig.</p>
<p class="MsoNormal"><span style="mso-fareast-font-family:&quot;&#65325;&#65331; &#26126;&#26397;&quot;;mso-fareast-theme-font: minor-fareast"></span></p>
<p>Deshalb brauchen alle Kommunen und auch der LVR vor allem eines für die Erfüllung ihrer Aufgaben: Verlässliche Einnahmen. Das Konnexitätsprinzip ist in der Landesverfassung festgelegt. Die Antwort auf unsere Anfrage an die Kämmerei zeigt: Noch immer wird dieser Grundsatz auch vom Land gegenüber dem LVR zumindest im Maßregelvollzug nicht eingehalten. Hier ist Änderung notwendig.</p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>ohne Einhaltung der Konnexität, ohne Sicherung der Kommunalfinanzen, ohne Reform der Eingliederungshilfe und ohne eine Erhöhung der Landeszuweisungen wird die Finanzsituation des LVR auf Dauer prekär bleiben. Bei diesen Entscheidungen sind Bundes- und Landespolitik gefragt. Bisher haben jedoch alle verantwortlichen Parteien dazu beigetragen, dass die Kommunen ausbluten, dass ihnen Lasten aufgebürdet werden, die nicht finanziert werden. Geld ist genug da in dieser Gesellschaft ? es muss so besteuert werden, dass die öffentlichen Aufgaben erfüllt werden können.</p>
<p>Eine weitere Gefahr für die Finanzen des LVR droht aus der Beteiligung an der WestLB. Alle Anteilseigner brauchen eine zusätzliche Unterstützung des Bundes bei der Umwandlung der WestLB in ein solides Unternehmen. An einem solchen muss sich der LVR aus unserer Sicht jedoch überhaupt nicht mehr beteiligen.</p>
<p>Das Abenteuer WestLB zeigt: Renditewahn und Profitgier bereichern nur wenige ? und belasten die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes. Sie führen zu Standardsenkungen und Verlust an Lebensqualität für viele. Das Abenteuer WestLB wird die vorgesehene Rücklage von 120 Mio. Euro auffressen. Und: wir alle wissen noch nicht, was uns die Erste Abwicklungs-Anstalt noch kosten wird, welche Haftungsrisiken tatsächlich in Anspruch genommen werden </p>
<p>Ein großer Teil der Kürzungen und Streichungen, die in diesem Haushalt vorgesehen sind, wäre ohne dieses Abenteuer nicht notwendig.</p>
<p>Sehr geehrte Frau Lubek, sehr geehrte Frau Hötte, sehr geehrte Herren und Damen von der Verwaltung:</p>
<p>Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich bedanken: Sie haben die Politik umfassend und transparent über alle WestLB-Vorgänge informiert. Wir konnten die von ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen in Kenntnis dessen, was wir beschließen, unterstützen. Ich weiß aus meiner Partei, dass das in anderen Institutionen nicht so gewesen ist.</p>
<p>Meine Damen und Herren, Ihre Streich-Konsolidierung scheint das Gebot der Stunde zu sein. Wir alle wissen jedoch: Dies ist mit schmerzhaften Eingriffen in die Lebensverhältnisse von Menschen verbunden. Sie trifft vor allem Menschen mit Behinderungen.</p>
<p>Für die LINKE ist der Maßstab zur Beurteilung solcher Maßnahmen: Nützen sie der Entwicklung einer inklusiven Gesellschaft, befördern sie die Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben? Die vorgeschlagenen Kürzungen werden uns auf einen falschen Weg bringen. Die Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist kein Sparmodell. Sie erfordert Anstrengungen in der ganzen Gesellschaft.</p>
<p>Nun zu den Konsolidierungsmaßnahmen: Sie halten fest an den ? ich zitiere aus dem Vorbericht ? ?restriktiven Regelungen der Personalbewirtschaftung? ? Regelungen, die so restriktiv sind, dass immer noch sachlich nicht begründete befristete Arbeitsverträge abgeschlossen werden. In einigen Kliniken werden erneut befristete Verträge abgeschlossen und das ist bei einem Teil der Therapeutinnen an den Schulen der Fall. Vertrag läuft aus, Stelle wird nicht neu besetzt ? siehe Düren ? so sinkt dann, wie beabsichtigt, der Therapeutenschlüssel. Damit sollte endlich Schluss sein.</p>
<p>Der LVR wird in Zukunft noch ein ganz anderes Problem bekommen: Die demografische Entwicklung wird es auch für uns schwieriger machen, neues gutes Personal zu gewinnen. Und wenn wir das Personal restriktiv behandeln, erst recht.</p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren von der Gestaltungsmehrheit, Sie haben mit dem Antrag 13/96 einen Interpretationsbeschluss zum vorliegenden und für künftige Haushalte vorgelegt. Sie stellen praktisch wesentliche Teile ihres Koalitionsvertrages zur Abstimmung. Im letzten Jahr haben Sie alle Anträge der LINKEN abgelehnt mit dem Argument, sie hätten nicht mehr in den Fachausschüssen beraten werden können. Jetzt kam Ihr Eckpunkte-Antrag so spät ? am 24. Januar ? dass er nicht einmal mit der notwendigen Antragsfrist in relevanten Ausschüssen ? HPH, Schulausschuss ? beraten werden konnte. Einzelnen Punkten Ihres Antrags könnten wir zustimmen. Sie haben zwei Anträge von uns auf ihre Weise aufgegriffen ? die Zuschüsse für Ferienmaßnahmen für Heimbewohner, die Ausweitung der Ferienunterstützung für Menschen im betreuten Wohnen und die Aufrechterhaltung der individuellen Freizeitmaßnahmen und der Leuchtturmprojekte in diesem Bereich.</p>
<p>In welchem Umfang und mit welchen Mitteln dies geschehen soll, bleibt zumindest für die Mitglieder der Landschaftsversammlung, die nicht der Gestaltungsmehrheit angehören, im Dunkeln.</p>
<p>Die CDU will die Ferienmaßnahmen ebenfalls erhalten, legt aber Rechenkunststücke vor, die nicht haltbar sind. Die sogenannten Konsolidierungsbeiträge jedoch ? tatsächlich Kürzungen ? im Haushaltsplan bleiben bestehen. Das lehnen wir ab. Denn was heißt das konkret?</p>
<p>Wollen Sie tatsächlich Menschen mit Behinderungen den Zuschuss zum Vereinsbeitrag oder zum Fußballticket wieder wegnehmen, nachdem sie diese Zuschüsse im letzten Jahr erhalten haben? Das ist das Gegenteil von Inklusion.</p>
<p>Die Kürzung der Zuschüsse zu Ferienmaßnahmen wird flächendeckend dazu führen, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Urlaub vom Munde absparen müssen und gesellschaftliche Veranstaltungen ? wie Ausflüge oder einmal im Urlaub auswärts Essengehen ? entfallen. So verschärft sich die Abschottung im Urlaub ? das ist das Gegenteil von Teilhabe.</p>
<p>Dasselbe gilt für die Aussetzung des Therapeutenschlüssels an den LVR-Schulen. Sie erklären zwar, dass der Therapeutenschlüssel nach Überprüfung auch gesenkt werden könne ? der Haushaltsansatz jedoch bleibt der gleiche wie im Entwurf. Viele Eltern sind tief besorgt und haben das in vielfachen Schreiben, durch ihren Protest mit ihren Kindern zum Ausdruck gebracht.</p>
<p>Sie führen den Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Beispiel an. Dort ist die Situation jedoch alles andere als rosig. Selbst die Schulleitungen protestieren bereits. Ich zitiere aus der Stellungnahme des Arbeitskreises der Schulleitungen: ?Bereits die jetzige Arbeitsverdichtung (v.a. durch den Druck einer zu hohen Therapieauslastung ?) führt bereits zu einer oft grenzwertigen pädagogischen Situation.?</p>
<p>Ist es das, was Sie anstreben? Die Gestaltungsmehrheit erklärt, der LVR wolle in diesem Bereich Mehreinnahmen aus anderen Quellen erzielen. Das sieht jedoch der Haushaltsentwurf auch längst vor. Wenn die Verwaltung bislang nicht alles unternommen hat, um andere mögliche Finanzierungsquellen heranzuziehen, wird es jetzt allerhöchste Zeit. Dazu muss man aber nicht Eltern und Kinder in Unruhe und Besorgnis versetzen. Wir könnten uns gut dem Vier-Punkte-Papier der Schulpflegschaften anschließen.</p>
<p>Die LINKE erkennt an, dass die Verwaltung im Rahmen der Konsolidierung bemüht ist, die gesetzlich bestehenden Einnahmequellen besser zu nutzen. Das ist aus unserer Sicht tatsächlich ein solider Beitrag zur Konsolidierung.</p>
<p>Nicht solide sind die Vorschläge der CDU-Fraktion ? die Wiederauflage der letztjährigen Anträge ist wenig hilfreich und nicht innovativ ? wahrscheinlich haben Sie deshalb ihren letztjährigen Innovationsantrag auch nicht wieder vorgelegt. Und mal so eben aus dem Handgelenk die Erhöhung der Landschaftsumlage auf nur 16,5 statt auf 17 Prozent zu beantragen, wie Sie es im Finanzausschuss getan haben, ist ziemlich waghalsig.</p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren von der Gestaltungsmehrheit, Sie wollen einen sogenannten Dreiklang der Konsolidierung beschließen ? bestehend zum einen aus der Inanspruchnahme von Teilen der Ausgleichsrücklage und der Erhöhung der Landschaftsumlage ? das sind wir dabei. Zum anderen sollen die Dezernate einen Kürzungsbeitrag anteilig zu ihrem Anteil am Haushalt erbringen. Das ist nichts anderes als das Rasenmäherprinzip ? gleichmäßige Kürzung über alle Dezernatshaushalte. Über dieses Steinzeit-Verfahren sind viele Kommunen ? wie z.B. die Stadt Köln ? schon längst wieder hinaus. Wenn 90 Prozent der Ausgaben des LVR Pflichtausgaben sind, kann dieses Verfahren nicht aufgehen. Deshalb lehnen wir es ab.</p>
<p>Wir hegen die begründete Befürchtung, dass mit den genannten Kürzungen die Unterstützung von Menschen beschnitten wird, die sich wenig zur Wehr setzen können und für die Verwaltungsvorgänge oft genug als ein Buch mit sieben Siegeln oder wie schwer überwindbare Hürden erscheinen. Wenn diese Gesellschaft Inklusion will ? und mit der Unterzeichnung der UN-Konvention hat sie dies bekundet ? muss sie andere Wege beschreiten als die kleinliche Behandlung der Ansprüche von Menschen mit Behinderungen. Dann müssen Land und Bund für eine angemessene Finanzierung sorgen und der LVR muss sich anstrengen, alle Mittel, die möglich sind, einzutreiben.</p>
<p>Sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>-&nbsp;&nbsp;Der vorliegende Haushalt ist ein Haushalt auf Kosten der Beschäftigten, </p>
<p>-&nbsp;&nbsp;Die vorgesehenen Kürzungen werden zu Lasten von Kindern und erwachsenen Klientinnen und Klienten gehen,</p>
<p>-&nbsp;Sie befördern nicht die Inklusion, sondern bewirken das Gegenteil</p>
<p style="font-weight: bold;">Darum werden wir den vorliegenden Haushaltsantrag ablehnen.</p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>(alt) Rede</category>
                            
                                <category>Kommunalpolitisches Forum Sachsen-Anhalt e.V.</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Wed, 25 Aug 2010 14:52:00 +0200</pubDate>
                        <title>&quot;Die systematische Unterfinanzierung der sozialen Aufgaben vor Ort darf nicht tatenlos hingenommen werden.&quot; </title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/die-systematische-unterfinanzierung-der-sozialen-aufgaben-vor-ort-darf-nicht-tatenlos-hingenommen-w/</link>
                        <description>Haushaltsrede 2010 von Hans Decruppe, Vorsitzender DIE LINKE. im Kreistag Rhein-Erft</description>
                        
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Landrat, sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>wir erleben seit über einem Jahr eine Finanz- und Wirtschaftskrise, die in ihren Auswirken noch nicht absehbar ist. Den Kommunen brechen die Steuereinnahmen weg. Dies stellten Sie, Herr Landrat, in der letzten Kreistagssitzung am 10. Dezember 2009 fest. Sie formulierten:</p>
<p>?Die verfassungsrechtlich garantierte kommunale Selbstverwaltung ist in hohem Maße gefährdet.?<br /> Dieser Aussage kann ich und können wir, DIE LINKE, nur zustimmen. Nicht zustimmen können wir jedoch den Konsequenzen, die Sie, Herr Landrat, aus dieser Situation ziehen. Und vor allem vermissen wir jede ökonomische und politische Analyse zu den Gründen, die zu der Krise geführt haben.</p>
<p>Das ?Einreißen von geistigen Stadtmauern? zu proklamieren, hört sich ja schön an, reicht aber nicht ansatzweise. Und wer - wie Sie, Herr Landrat ? mit einem Finger auf andere zeigt, - natürlich auf die kreisangehörigen Kommunen - muss immer bedenken, dass gleichzeitig mindestens drei Finger zurück auf die eigene Person zeigen.<br /> <br /> Wer 11 Bauhöfe im Kreis beklagt ? im Ergebnis wohl zu Recht -, aber kein kritisches Wort zur Wirtschaftsförderung des Kreises und ihrer (In-)Effektivität verliert, der ist in diesem Punkt inkonsequent und kann nicht überzeugen.<br /> Die Ursachen der Finanzprobleme der kommunalen Ebene liegen doch nicht in diesen ? sicherlich teilweise ? überholten Strukturen: Sie liegen primär in einer verfehlten Steuer-, Einkommens- und Sozialpolitik auf Landes- und Bundes- ebene, deren Zeche die kleinen Leute und die Kommunen zu zahlen haben und die eine zentrale Ursache der Finanz- und Wirtschaftskrise ist: nämlich insbesondere die fehlende binnenwirtschaftliche Nachfrage ? d.h. die Nachfrage der kleinen Leute und der Kommunen - und im Hintergrund die systematische Umverteilung von Volksvermögen von unten nach oben, die die von realer Ökonomie losgelösten Spekulations- und Finanzblasen und das Platzen dieser Blasen erst möglich gemacht haben.</p>
<p>Aber darüber soll ? wenn ich Sie richtig verstehe, Herr Landrat ? nicht nachgedacht werden dürfen. Oder was sollte es bedeuten, als Sie in der letzten Kreistagssitzung sagten:<br /> ?Das Verweisen auf das Land und auf den Bund ist vielleicht politisch interessant, schafft aber keine Lösungen.?<br /> Schafft keine Lösungen?! - Wieso schafft es keine Lösungen, dass über verfehlte Politik im Bund und im Land in NRW nachgedacht wird? ?</p>
<p>Wer mit dem Anspruch antritt, geistige Stadtmauern einreißen zu wollen, ist unglaubwürdig, wenn er gleichzeitig solche Denkverbote aufstellt.<br /> <br /> Und es ist zugleich inkonsequent und unlogisch, weil an anderer Stelle von Ihnen völlig zu Recht betont wird, dass der<br /> ?unaufhörliche Anstieg der sozialen Aufwendungen?<br /> sei es&nbsp;&nbsp; &nbsp;- Hilfe zur Pflege, - Pflegewohngeld<br /> - Grundsicherung im Alter und in besonderen Lebenslagen - Eingliederungshilfen für Behinderte - Hilfen zur Gesundheit und - Kosten der Unterkunft für Leistungen nach dem SGB II<br /> Sorge bereitet. - Natürlich muss das Sorge bereiten!<br /> Wenn z.B. der Bund seine Beteiligung an den Kosten der Unterkunft für Hartz IV-Empfänger/innen von 29,1 % im Jahr 2005 auf 25,4 % im Jahr 2009 auf nunmehr 23,6 % in 2010 abgesenkt hat, aber nach den Zahlen des Deutschen Städte- und Gemeindebundes dieser Anteil des Bundes ca. 38 % betragen müsste, dann bleibt der Rest von 15 % Unterdeckung eben bei den Kreisen und kreisfreien Städten hängen.</p>
<p>Und bei dieser systematischen und gewollten Unterfinanzierung ist die eben geführte Diskussion über Optionskommunen (statt ARGE) überhaupt nicht nachvollziehbar. Die Kommunen bzw. Kreise übernehmen sich personell und finanziell, wenn man in Rechnung stellt, welche Kosten da im Raume stehen. Und ich sehe die Gefahr, dass wegen der Finanzprobleme der Zugriff der Kommunen auf 1-Euro-Jobs gefährlich zunehmen kann; die öffentlichen Diskussionen in den letzten Tagen über ?Schnee schippen? und ?Straße fegen? zeigen ja in eine entsprechende Richtung.<br /> <br /> Aber diese systematische Unterfinanzierung der sozialen Aufgaben vor Ort darf doch nicht tatenlos hingenommen werden. Das ist keine Frage linker Politik, sondern eine Frage kommunalpolitischer Selbstbehauptung, eine Frage der Demokratie vor Ort, nämlich ob zukünftig überhaupt noch finanzielle Spielräume für demokratische Gestaltung bleiben oder ob nur noch der Mangel zu verwalten ist, wie in vielen Gemeinden des Kreises bereits Realität ist.<br /> -&nbsp;&nbsp; &nbsp;Wenn z.B. in Bedburg über Schließung von Jugendzentren geredet wird,<br /> -&nbsp;&nbsp; &nbsp;wenn in Erftstadt Volkshochschulen von Kürzungen betroffen sind, -&nbsp;&nbsp; &nbsp;und wenn in Kerpen die Übermittagsbetreuung an der Realschule nur<br /> auf ehrenamtlicher Basis sichergestellt werden kann,<br /> dann ist das zugleich ein zutiefst soziales Thema, denn es trifft an erster Stelle immer diejenigen, die es sich privat finanziell nicht leisten können. Man kann und muss es auch so sagen: Unterfinanzierte Kommunen und Kreise sind immer strukturell unsozial; sie sind unsozial, auch wenn sie ansonsten ?schuldenfrei? sein mögen. Und das gilt auch für die Situation im Rhein-Erft-Kreis.<br /> Wenn ? worauf Sie, Herr Landrat, zu Recht hinweisen - ?Bundes- und Landesgesetze zu Lasten Dritter erlassen werden,?und Sie an anderer Stelle ? ich zitiere Sie wieder - die<br /> ?verfassungsrechtlich garantierte kommunale Selbstverwaltung (...) in hohem Maße gefährdet?<br /> sehen, dann ist dies nicht ?zu hinterfragen?, wie Sie sich ausdrücken, sondern dann ist das ein schlicht verfassungswidriger Zustand.<br /> <br /> Es ist verfassungswidrig, denn Art. 28 Abs. 2 des Grundgesetzes bestimmt:<br /> ?Den Gemeinden muss das Recht gewährleistet sein, alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln. Auch die Gemeindeverbände haben im Rahmen ihres gesetzlichen Aufgabenbereiches nach Maßgabe der Gesetze das Recht der Selbstverwaltung. Die Gewährleistung der Selbstverwaltung umfasst auch die Grundlagen der finanziellen Eigenverantwortung; (...)?<br /> Und das Konnexitätsprinzip nach Art 78 Abs. 3 der Landesverfassung NRW bestimmt:<br /> ?Das Land kann die Gemeinden und Gemeindeverbände durch Gesetz oder Rechtsverordnung zur Übernahme und Durchführung bestimmter öffentlicher Aufgaben verpflichten, wenn dabei gleichzeitig Bestimmungen über die Deckung der Kosten getroffen werden. Führt die Übertragung neuer oder die Veränderung bestehender und übertragbarer Aufgaben zu einer wesentlichen Belastung der davon betroffenen Gemeinden oder Gemeindeverbände, ist dafür durch Gesetz oder Rechtsverordnung aufgrund einer Kostenfolgeabschätzung ein entsprechender finanzieller Ausgleich für die entstehenden notwendigen, durchschnittlichen Aufwendungen zu schaffen. Der Aufwendungsersatz soll pauschaliert geleistet werden. Wird nachträglich eine wesentliche Abweichung von der Kostenfolge- abschätzung festgestellt, wird der finanzielle Ausgleich für die Zukunft angepasst.</p>
<p>Das Nähere zu den Sätzen 2 bis 4 regelt ein Gesetz; darin sind die Grundsätze der Kostenfolgeabschätzung festzulegen und Bestimmungen über eine Beteiligung der kommunalen Spitzenverbände zu treffen.?<br /> <br /> Aber wenn der notwendige finanzielle Ausgleich in verfassungswidriger Weise verweigert wird ? oder tut das Land NRW denn hier etwas?, frage ich Sie -, dann ist die Verwaltung in der Pflicht, von Amts wegen zu prüfen, ob nicht auch rechtliche Schritte geboten sind. Sie hinterfragen ? aber sonst wird nichts getan.<br /> DIE LINKE wird das jedenfalls nicht hinnehmen. Wir werden deshalb in der nächsten Kreistagssitzung - und zugleich in den Räten der kreisangehörigen Gemeinden ? den Antrag einbringen,<br /> ?die Verwaltung zu beauftragen, zu prüfen, ob und inwieweit die finanziellen Auswirkungen der Aufgabenzuweisung des Landes NRW an die Kommunen, insbesondere an den Rhein-Erft-Kreis, den Kernbereich der kommunalen Selbstverwaltung verletzt (gem. Art. 28 Abs. 2 GG i.V.m. Art. 78 Abs. 1 und 3 Verfassung des Landes NRW).?<br /> Und wenn dies bejaht werden wir beantragen,<br /> ?unverzüglich Klage beim Landesverfassungsgericht NRW auf Einhaltung des Konnexitätsprinzips zu erheben.?<br /> Am Besten in Streitgenossenschaft mit anderen gleichermaßen betroffenen Kommunen und Kreisen.<br /> Und sage niemand, das Geld für die erforderliche Finanzausstattung der Kommunen und Kreise sei nicht vorhanden: Wenn mehrere hundert Milliarden Euro für einen Schutzschirm für Banken, den Verursachern der Krise, ausgegeben werden können, dann ist auch genug Geld vorhanden für einen Schutzschirm für Kommunen, die nicht wie die Banken Täter, sondern Opfer der Krise sind.<br /> <br /> Und es gibt weitere Punkte, die ich ansprechen möchte:<br /> Als Neuling in diesem Kreistag höre ich in vielen Dingen erst mal zu und ich habe in der Positionierung des Landrats eine Reihe Punkte gefunden, bei denen er sich engagiert, beim virtuellen Kreis, bei der Metropolregion und dem Masterplan Regio Grün bis hin zum Tagestourismus usw. ?<br /> Es gibt auch einen Punkt, der unsere volle Sympathie hat: Die Einrichtung eines Betriebskindergartens beim Kreis gemeinsam mit anderen Behörden, um Eltern, aber im Kern jungen Müttern eine schnellere Rückkehr in den Beruf zu ermöglichen. Das ist eine Supersache, deren Übertragung auch auf die Privatwirtschaft vorangetrieben werden müsste.<br /> Nur bei einem Punkt habe ich nichts vernommen: Es fehlt eine klare Aussage, die den derzeit rund 20.000 Arbeitslosen im Kreisgebiet und ihren Familien eine Perspektive bietet. Die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen unter 25 Jahren ist aktuell um 11,3 % gestiegen und es ist absehbar, dass es in diesem Jahr für Jugendliche noch schwieriger werden wird, Ausbildung und Arbeit zu finden.</p>
<p><br /> Mit welchen Instrumenten und auch finanziellen Mitteln ? siehe Haushalt - hier im Kreis Perspektive für diese Menschen geschaffen werden kann und soll, dazu findet sich keine Aussage. Diese Menschen finden nicht statt, nicht einmal die unzulängliche und z.T. rechtsstaatlich nicht akzeptable ?Verwaltung dieses Problems? durch die ARGE Rhein-Erft, wie sie um Bericht des Rechnungsprüfungsamtes für 2007/2008 beschrieben wird, findet bei Ihnen, Herr Landrat, Erwähnung.<br /> Wenn anderseits das ?Gewässerauenprogramm? und der ?Tagestourismus? für erwähnenswert gehalten wird, aber nichts Konzeptionelles zur Bekämpfung von Armut und der Arbeitslosigkeit im Kreis gesagt wird, dann besteht in Fragen der sozialen Politik offenkundig ein ?Blinder Fleck?!<br /> <br /> Hier stimmt die Richtung nicht ? bzw. in der für uns, für DIE LINKE entscheidenden sozialen Frage ist eine Richtung nicht erkennbar. Deshalb kann DIE LINKE dieser Richtung nicht folgen und sie wird daher den Haushalt ablehnen.</p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>(alt) Rede</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Wed, 30 Jun 2010 13:41:00 +0200</pubDate>
                        <title>&quot;Dem Haushalt die unsozialen Giftzähne ziehen&quot;</title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/dem-haushalt-die-unsozialen-giftzaehne-ziehen/</link>
                        <description>Haushaltsrede von Gabriele Giesecke, stellv. Fraktionsvorsitzende DIE LINKE. Essen</description>
                        
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Ratsmitglieder,<br />Ihnen liegen eine Reihe von Haushaltsanträgen von uns vor, die eins eint: Wir wollen dem Haushalt einige der härtesten sozialen ?Giftzähne? ziehen und diejenigen stärker an der Fi- nanzierung des Stadthaushaltes beteiligen, die es sich leisten können. Um es gleich ganz di- rekt zu sagen: Das unterscheidet uns von Ansatz des ?bürgerlichen Bündnisses?, das mit seinen Anträge die Umverteilung von unten nach oben ohne Scham weiter vorantreiben will.<br />Mit dem Unternehmenssteuergesetzen der rot-grünen, rot-schwarzen und jetzt schwarz- gelben Bundesregierung wurden die Konzerne so deutlich entlastet, dass selbst Stadtkäm- merer Klieve, sicherlich kein ?Unternehmerschreck?, die Erhöhung um 20%-Punkte bei der Gewerbesteuer vorschlägt. Uns ist das noch zu wenig.. Mit dem von uns vorgeschlagenen Gewerbesteuerhebesatz von 495%-Punkten kommen 2010/11 rd. 5,3 Mio. Euro mehr in den Haushalt als nach dem Verwaltungsvorschlag. Den von CDU/Grünen/FDP/EBB vorgeschla- genen Verzicht von rd. 10,2 Mio. Euro für 2010/11 durch eine Anhebung von lediglich 10%- Punkten lehnen wir ab.<br />Ebenso lehnen wir den Verzicht auf die Übernachtungsabgabe ab. Zumindest einen Teil des FDP-Steuergeschenkes an die Hotellerie ? und zwar 6 statt der vom Kämmerer vorgeschla- genen 5 Prozent - sollten wir vor Ort als Kompensation für die von Bund und Land zu ver- antwortende finanzielle Unterausstattung der Kommunen zurückholen.<br />Wir tragen die Erhöhung der Grundsteuer B auf 560 Punkte mit, da ist dann aber auch Schluss. Die Grundsteuer B wird nämlich nicht nur vom wohlhabenden Hauseigentümer, sondern auch von den vielen Mieterinnen und Mietern getragen. Damit werden viele Essene- rinnen und Essener belastet, denen jeder Euro Mehrausgabe schon weh tut. Das selbst Ihr Grünen im Fahrwasser von Jamaika plus ohne Bauschmerzen die Grundsteuer B noch wei- ter in die Höhe schrauben wollt, zeigt Eure sozialpolitische Verirrung.<br />Ausgerechnet das städtische Personal soll noch mehr bluten als sowieso schon vorgesehen, geht es nach dem Bündnis der Bürgerlichen. Populistisch auf den Beschäftigten des Öffentli- chen Dienstes herumzutreten ohne zu sagen, dass mit dem Personalabbau auch die Dienst- leistungen für die Bürger wegfallen, ist versuchte Rosstäuscherei der Essener und Essene- rinnen. Der Personalabbau geht schon jetzt über das Zumutbare hinaus. Wir anerkennen, dass die Beschäftigten, ihre Personal- und Betriebsräte sowie Verdi mit dem Bündnis für gu- te Arbeit bereits kräftig in Vorleistung gegangen sind und nicht etwa die Haushaltskonsolidie- rung blockieren.<br />Für kontraproduktiv halten wir die Kürzungen im Bereich der Bauunterhaltung und der ener- getischen Sanierung. Hier wird nur scheinbar ?gespart?, tatsächlich kommt es uns teuer zu stehen, wenn Energie zum Fenster rausgeht und/oder Gebäude verfallen. Mit uns ist das nicht zu machen.<br />Wir treten für eine soziale und solidarische Stadtgesellschaft ein. Leider enthält der Haus- haltsentwurf gerade im Sozial, Jugend- und Schulbereich so einige unsoziale Giftzähne. Ge- rade diese Maßnahmen wurden alle im Rahmen der Bürgerbeteiligung abgelehnt, z.T. mit sehr großen Mehrheiten. Mich enttäuscht es, dass die Verwaltung aus dieser klaren Ansage der Essenerinnen und Essener für den jetzt vorgelegten Haushaltsentwurf keine Konse- quenzen gezogen hat.<br />Menschen mit geringem Einkommen sind vielfach ausgegrenzt, da ist ein wenig Hilfe manchmal schon viel. Wir wollen eine unabhängige Beratungsstelle für Sozialleistungsbe- zieherinnen und ? bezieher. Selbst die beste Beratung im JobCenter (und hier mangelt es weiter ganz mächtig) kann eine unabhängige Anlaufstelle nicht ersetzen. Die ehrenamtlich angebotenen Beratungen sind dem Ansturm der Beratungsuchenden einfach nicht mehr ausreichend gewachsen, sondern brauchen eine professionelle Unterstützung.<br />?Zwangsumzüge? für Sozialleistungsbezieherinnen und ? bezieher muss es in dieser Stadt nicht geben, hier müssen wir die Gestaltungsspielräume zu Gunsten der Betroffenen nutzen. Zumindest bei den Bestandfällen sind die Mieten ohne wenn und aber zu übernehmen, die benötigten Mittel dürfen nicht der Haushaltskonsolidierung zum Opfer fallen.<br />Auch die Einführung eines Sozialpasses liegt in unserem Gestaltungsspielraum. Die An- spruchsberechtigten brauchen ihn, damit bestehende Ermäßigungen transparent und über- sichtlich werden und sie unbürokratisch und diskriminierungsfrei genutzt werden können.<br />Keinesfalls dürfen bestehende Vergünstigungen für Menschen mit geringem Einkommen wegfallen. Weder bei der VHS noch bei der Folkwang-Musikschule. Bildung ist ein Schlüssel zur gesellschaftliche Teilhabe, deshalb ist verbieten sich alle Kürzungen in diesen Bereichen. Wir unterstützen schon aus diesem Grund die entsprechenden Anträge aus dem Jugendhil- feausschuss und der SPD.<br />Besonders werben möchte ich bei Ihnen allen, liebe Ratskolleginnen und ?kollegen, noch mal für den Erhalt eines städtischen Zuschusses für den Förderunterricht an der Universität Duisburg Essen. Fraktionsübergreifend herrscht bei den Fachpolitikern Einigkeit über die hervorragende Arbeit, in bildungs- wie sozialpolitischer Hinsicht, ziehen wir deshalb dem Haushalt gemeinsam diesen Giftzahn.<br />Im Kulturhauptstadtjahr will ich mit einer Bemerkung zur Kultur schließen: Die Kulturschaf- fenden in dieser Stadt haben mit Kürzungen an vielen Stellen zu kämpfen. Erfreulicherweise haben sie sich nicht gegeneinander gewendet, sozusagen ?Hochkultur gegen Breitenkultur?. Fünf Kulturdezernenten, darunter Herr Bomheuer, haben eine Initiative zu einer breiter ange- legten Debatte über die Zukunft der Kultur und der Kulturförderung angestoßen. Sie weisen dabei auch daraufhin, dass das Land NRW sich bisher deutlich zu wenig an der Kulturförde- rung beteiligt.<br />Wir bitten um Unterstützung unsere Anträge.</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
                        
                            
                                <category>(alt) Rede</category>
                            
                                <category>Kommunalpolitisches Forum Sachsen-Anhalt e.V.</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Wed, 30 Jun 2010 13:37:00 +0200</pubDate>
                        <title>&quot;Unabgestimmt, unausgewogen, unsozial! Ziviler Ungehorsam des Rates statt Haushaltskannibalismus!&quot;</title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/unabgestimmt-unausgewogen-unsozial-ziviler-ungehorsam-des-rates-statt-haushaltskannibalismus/</link>
                        <description>Haushaltsrede 2010 des Fraktionsvorsitzenden DIE LINKE. Essen, Hans-Peter Leymann-Kurtz</description>
                        
                        <content:encoded><![CDATA[<p>Herr Oberbu&#776;rgermeister, verehrte Kolleginnen und Kollegen!<br />Die so genannten Haushaltsberatungen des Rates finden hier und heute (endlich) ihr Ende. Ich kann ihnen gar nicht sagen wie froh ich daru&#776;ber bin, weil trotz wochenlanger Bescha&#776;fti- gung meiner Fraktion mit Haushaltsplan und Haushaltssicherungskonzept, mit so genannter ?Klieve-Kurve? und der ?bu&#776;rgerorientierten Haushaltskonsolidierung? bei uns der Eindruck u&#776;berwiegt, dass mit diesen Haushaltsberatungen einmal mehr ein Stu&#776;ck gespielt wurde, das sich zwar großspurig ?Kommunale Selbstverwaltung? nennt, in Wirklichkeit aber uns, den gewa&#776;hlten Rat der Stadt zu Marionetten degradiert.<br />Diese anhaltende Ausho&#776;hlung der verfassungsma&#776;ßigen Rechte demokratisch gewa&#776;hlter Ra&#776;- te durch die eklatante Unterfinanzierung kommunaler Aufgaben, wird nur leider oft auch von Vertretern der Kommunalen Ebene selbst verschleiert.<br />Warum redet beispielsweise der Oberbu&#776;rgermeister, reden die meisten Ratskollegen, aber auch die o&#776;rtliche Presse immer noch o&#776;ffentlich vom ?Sparen?? Ums ?Sparen? geht es doch nun wirklich nicht mehr, oder legen wir uns Monat fu&#776;r Monat etwas auf die hohe Kante? Etwa fu&#776;r noch schlechtere Zeiten? Oder um den zurzeit u&#776;berflu&#776;ssigen Stadionneubau fu&#776;r 24 Millio- nen zu finanzieren, wie es CDU, GRU&#776;NE und FDP heute zu beschleunigen meinen. Oder um es E.ON oder anderen ansa&#776;ssigen Konzernen zu vermachen, damit sie bei Laune blei- ben? Nein!<br />Ich bin dem Ka&#776;mmerer dankbar, dass er bereits in seinen Eckdaten zur Haushaltskonsolidie- rung ausdru&#776;cklich das formuliert hat, worum es in Wirklichkeit geht: Na&#776;mlich ums Ku&#776;rzen, Streichen und Absenken. Und ums Ku&#776;rzen, Streichen und Absenken geht es in dieser Stadt seit anna&#776;hernd zwanzig Jahren..., zumeist an den falschen Stellen. Und der Erfolg dieser Methode? Hat das Ku&#776;rzen, das Streichen, das Absenken nachhaltig etwas genu&#776;tzt? Im Ge- genteil: Unsere Stadt steht schlechter da denn je.<br />Apropos Pleite und Schulden (ca. 3 Milliarden)! Wo es Schuldner gibt, gibt es auch Gla&#776;ubi- ger! Und sind diese Gla&#776;ubiger nicht auch ausgerechnet jene Banken, welche sich mit einem 500 Milliarden ?Schutzschirm fu&#776;r Banken? von den Steuerzahlern haben retten lassen? Wa&#776;h- rend diese Banken teils wieder lustig zocken, konnten sich Bundes- und Landesregierung bis heute nicht fu&#776;r einen ?Schutzschirm fu&#776;r Kommunen? erwa&#776;rmen.<br />Stattdessen erleben wir, wie das aktuelle ?Ku&#776;rzungspaket? aus Berlin die Bankenrettung und Geschenke fu&#776;r Hoteliers wiederum auf dem Ru&#776;cken der schwa&#776;cheren Bevo&#776;lkerungsteile und der Kommunen finanzieren will. Das ist schlicht skandalo&#776;s, wird von Regierenden und Me- dien aber ebenso als ?Sparen? bezeichnet.<br />Die neoliberale Steuerverzichtspolitik der letzten Jahre zugunsten der Reichen, die enorme Zinslast, eine Steuerarchitektur zu Ungunsten der Sta&#776;dte, sowie die anhaltende Missachtung der Konnexita&#776;t (U&#776;3- und U3-Betreuung) sind hauptursa&#776;chlich fu&#776;r die Lage unserer Stadt, von eigenen monstro&#776;sen Fehlentscheidungen der jeweiligen Ratsmehrheiten in Essen als ver- scha&#776;rfendes Moment nicht abgesehen.<br />Und seit Jahren und X Haushalten tragen die Bu&#776;rgerinnen und Bu&#776;rger dieser Stadt die Fol- gen dieser Art von Haushaltskannibalismus. Ein Etat wie der der Stadt Essen, welcher selbst pflichtige Leistungen fu&#776;r seine Bu&#776;rger, mittlerweile aus einem 1,9 Milliarden Dispo (Kassen-<br />kredit) berappen muss, ist allein mit Bordmitteln nicht konsolidierbar. Das wa&#776;re, wie die Bro&#776;t- chen am Morgen auf Kredit zu kaufen.<br />Und in Wahrheit ist diese Tatasche jedem Verantwortlichen bewusst! Auch hier im Rat. Ho&#776;chste Zeit also, dass Oberbu&#776;rgermeister und alle Fraktionen den Bu&#776;rgerInnen reinen Wein einschenken, anstatt fu&#776;r oft billige politische Gela&#776;ndegewinne immer noch das Gegenteil zu behaupten.<br />Betrachten wir die aktuellen Zahlen zum Haushalt, bleibt festzuhalten, dass der schwarz- gru&#776;ne Doppelhaushalt von 2008/09 grandios gescheitert ist. Daraus mache ich ihnen (schwarz-gru&#776;n) angesichts der genannten Rahmenbedingungen keinen Vorwurf. Was ihnen aber vorzuwerfen ist, dass sie sich damals wie heute hier in der Pose des notorischen Bes- serwissers gefallen. Das ist entlarvend, das ist unbegru&#776;ndet, und das ist unredlich!<br />Schwarz-Gru&#776;n in ihrer fu&#776;nfja&#776;hrigen Ratsehe, und die alte Stadtspitze haben na&#776;mlich in Wahrheit die Spaltung der Stadt vertieft. Und schwarz-gru&#776;n im Verein mit FDP und EBB scheinen heute da weitermachen zu wollen, wo sie schon damals versagt haben. Hier der Verzicht auf eine angemessene Gewerbesteueranpassung, begru&#776;ndet durch unbelegte A&#776;ngste vor der Abwanderung von Unternehmen, da eine noch sta&#776;rkere Erho&#776;hung der Grundsteuer B, was alle Haushalte, vor allem einfache Mieter durch Umlagen besonders belastet. Das also ist gru&#776;n-bu&#776;rgerlicher Gerechtigkeitssinn!<br />Spaltung der Stadt vertieft!<br />Die Armutsentwicklung und Spaltung in Essen ist heute dramatischer denn je:<br />?&nbsp;&nbsp; &nbsp;Weit u&#776;ber 80 Tausend EssenerInnen sind auf Hilfen wie Hartz4 oder Sozialgeld an- gewiesen.<br />?&nbsp;&nbsp; &nbsp;Noch immer werden Hartz4- und Sozialgeldberechtigte durch Zwangsumzu&#776;ge drang- saliert, weil ihre Miete die so genannte Angemessenheitsgrenze aus dem Jahre 1993 (!) u&#776;berschreitet.<br />?&nbsp;&nbsp; &nbsp;Jeder zwo&#776;lfte Essener ist u&#776;berschuldet, und es trifft allein 12 Tausend Kinder, die in u&#776;berschuldeten Haushalten leben.<br />?&nbsp;&nbsp; &nbsp;Ein Drittel aller Kinder unter 15 Jahren mu&#776;ssen in Hartz4 leben.<br />?&nbsp;&nbsp; &nbsp;Die Ha&#776;lfte aller bis 18ja&#776;hrigen in dieser Stadt erha&#776;lt so genannte Transferleistungen.<br />?&nbsp;&nbsp; &nbsp;Der Almosendienst ?Essener Tafel? kann die Nachfrage kaum bewa&#776;ltigen.<br />?&nbsp;&nbsp; &nbsp;Kinder im Essener Norden sind weniger gesund als andere, und medizinisch schlech- ter versorgt, weil sich viele Kindera&#776;rzte lieber in den Speckecken der Stadt tummeln.<br />?&nbsp;&nbsp; &nbsp;Kinder im Norden sind deutlich bildungsbenachteiligt und zudem fehlen rund 2000 Ki- tapla&#776;tze um zuku&#776;nftig allein die Rechtsanspru&#776;che bei den U&#776;ber-Dreija&#776;hrigen zu be- friedigen. Von der desolaten Entwicklung im Bereich der unter Dreija&#776;hrigen einmal abgesehen.<br />Vor diesem Hintergrund ist dem ehemaligen Chef des Bu&#776;ros fu&#776;r Stadtentwicklung, Klaus Wermker, nur zuzustimmen, wenn er in der NRZ vom 19. Ma&#776;rz diesen Jahres a&#776;ußert: ?Mit einem solchen Sparkurs verscha&#776;rfen wir die Spaltung der Stadtgesellschaft.?<br />Unabgestimmt, unausgewogen, unsozial!<br />Wie gesagt, dieser ?Sparkurs? ist in Wahrheit ein Ku&#776;rzungskurs. Und dieser Ku&#776;rzungskurs ist unsozial, weil er Menschen in Einkommensarmut, Schwellenhaushalte und Familien mit Kin- dern am sta&#776;rksten trifft.<br />?Ungleiches, ungleich behandeln? war die wohlfeile Devise in der Einbringungsrede des O- berbu&#776;rgermeisters. Zur Abstimmung steht hier und heute aber das Gegenteil:<br />?&nbsp;&nbsp; &nbsp;Lineare prozentuale Ku&#776;rzungsvorgaben fu&#776;r die Gescha&#776;ftsbereiche und deren Bud- gets.<br />?&nbsp;&nbsp; &nbsp;Starre Personalku&#776;rzungsvorgaben ohne Folgenanalyse fu&#776;r bu&#776;rgerorientierte Dienst- leistungen und ohne vorheriger Aufgabenkritik zusammen mit den Bescha&#776;ftigten.<br />?&nbsp;&nbsp; &nbsp;einheitliche Gewinnabfu&#776;hrungsmargen bzw. Ku&#776;rzungsvorgaben an die Beteiligungs- unternehmen, weitgehend ungeachtet deren Aufgaben, Struktur und wirtschaftlicher Potenz. Nach dem Motto: Welche Gewinnabfu&#776;hrungsho&#776;he beschließen wir denn heu- te mal?<br />So etwas nennt man landla&#776;ufig Rasenma&#776;herprinzip! Und dazu gilt offenbar das ?Prinzip Hoffnung?!<br />Glaube und Hoffnung<br />Herr Oberbu&#776;rgermeister, verehrte Kolleginnen und Kollegen,<br />der Ka&#776;mmerer mag noch so engagiert, so wortgewandt und mit fast missionarischem Eifer suggerieren, dass mit seinem Haushalt und seinem HSK unsere Stadt ihre Handlungsfa&#776;hig- keit zuru&#776;ckerhielte bzw. neu gewo&#776;nne. Nun gut, das mag die Pflicht eines kommunalen Spit- zenbeamten sein. Dem Rat und seinen Mitgliedern verbietet es sich aber nach unserer Auf- fassung, sich in Haushaltsfragen von Glaube und Hoffnung leiten zu lassen.<br />Selbst wenn der RP na&#776;mlich unter Auflagen den Haushalt (ganz bestimmt aber nicht das Haushaltssicherungskonzept) irgendwann im Herbst genehmigen wu&#776;rde, welche neue Frei- heit bra&#776;chte uns das wirklich? Die alte, neue ?Freiheit? des § 82 GO der letzten Jahre? Etwa um einen neuen Kreditrahmen auszuscho&#776;pfen, der die U&#776;berschuldung nur zementiert? Scho&#776;ne Freiheit! Nur, mit kommunaler Selbstverwaltung hat diese Freiheit kaum etwas zu tun.<br />Die Haltung der Mehrheit hier im Rat erinnert mich an einen Spontispruch der Achtziger: ?Wir haben keine Chance,... aber nutzen wir sie!? Ein Rat voller Spontis?<br />Und unfreiwillig ist unser Ka&#776;mmerer la&#776;ngst der ?Kommissar? der Aufsichtsbeho&#776;rde, dummer- weise aus dem Stadtsa&#776;ckel bezahlt. Dieser Unlogik, dieser Selbstta&#776;uschung, wird sich die Linke Fraktion nicht unterwerfen.<br />Ziviler Ungehorsam statt kollektiver Selbstta&#776;uschung<br />Was aber dann? Ha&#776;nde in den Schoss? Nach Hause gehen, und auf das faktische Ende der kommunalen Selbstverwaltung zynisch einen heben? Oder, wie es schwarz-gru&#776;n mit FDP und EBB heute durch ihre gemeinsamen Antra&#776;ge versuchen, weiter Verschlimmbessern? Nein!<br />Befreien wir uns lieber gemeinsam aus dieser ?Vergeblichkeitsfalle?. Richten wir uns ent- schieden dorthin, wo durch Handlungsverweigerung die Kommunen in den Bankrott getrie- ben werden. Bund und Land mu&#776;ssen handeln. Sofort! Wir brauchen einen Entschuldungs- fond. Sinnvoll wa&#776;re er dann, wenn die Finanzbeziehungen zwischen Bund/Land und Kom- munen zugunsten der Sta&#776;dte und Gemeinden endlich auf die Fu&#776;ße gestellt wu&#776;rden (hier ist u. a. die Vitalisierung der Gewerbesteuer unter Einbeziehung von Freiberuflern ein u&#776;berfa&#776;lli- ger Schritt, welcher von Schwarz-Gelb in Berlin noch verhindert wird).<br />Ebenso brauchen wir eine verfassungsrechtlich sta&#776;rkere Stellung der kommunalen Ebene gegenu&#776;ber Bund und La&#776;ndern sowie eine Reform der Kommunalaufsicht wie sie die Linke fordert.<br />Liebe Kolleginnen und Kollegen!<br />Ziviler Ungehorsam ist gefragt, welcher angesichts der Haushaltslage durchaus auch darin bestehen ko&#776;nnte, kein Haushaltssicherungskonzept zu beschließen. Das wa&#776;re ein zumindest ein kleines Zeichen! Genehmigt wird das HSK ja ohnehin nicht! Lassen wir es doch einmal darauf ankommen, anstatt mit Haushaltskannibalismus die Strukturen unserer Stadt weiter kaputt zu ku&#776;rzen. Hierfu&#776;r dann zusammen mit dem Oberbu&#776;rgermeister in Handschellen ab- gefu&#776;hrt zu werden, wa&#776;re uns doch sicher allen eine große Ehre. Ich bedauere, dass es so- weit nicht kommen wird.<br />Verfassungsklage<br />Mindestens aber ? und dies beantragt meine Fraktion hier und heute ? ist eine Verfassungs- klage gegen die unzureichende Finanzausstattung der Kommunen fa&#776;llig, so wie in anderen Sta&#776;dten und Kreisen, zuletzt mehrheitlich beschlossen im Ma&#776;rz in Duisburg.<br />Trotz grundsa&#776;tzlicher Kritik meiner Fraktion, hat die Linke den Haushaltsentwurf sehr intensiv beraten und stellt heute Antra&#776;ge, welche gewissermaßen exemplarisch stehen. Auch wird meine Fraktion den Antra&#776;gen anderer Fraktionen dann zustimmen ko&#776;nnen, wenn damit gro- be Fehlentscheidungen im Entwurf und einige besonders unsoziale Giftza&#776;hne gemildert oder verhindert werden.<br />Fazit<br />Herr Oberbu&#776;rgermeister, liebe Kolleginnen und Kollegen!<br />Stellen wir uns als gewa&#776;hlter Rat an die Seite der Bu&#776;rger, vor allem der zigtausend A&#776;rmeren und Schwa&#776;cheren in dieser Stadt. Ho&#776;ren wir auf Vollstrecker der staatlichen Aufsicht im Na- men einer grundfalschen Landes- und Bundespolitik zu sein. Ta&#776;uschen wird der Stadto&#776;ffent- lichkeit nicht weiter Konsolidierung vor, wohl wissend, dass wir dies ohne Entschuldung und ohne tiefgreifende A&#776;nderungen der Gemeindefinanzierung nicht erreichen ko&#776;nnen.<br />Dazu braucht es Mut und Courage des gesamten Rates<br />Es scheint aber leider, die große Mehrheit hier ist entschlossen, sich von der staatlichen E- bene weiter erpressen zu lassen. Es scheint ebenso, die Mehrheit des Rates will sich auch weiterhin auf eine fragwu&#776;rdige Mittlerfunktion zwischen Verwaltung und Bu&#776;rgerInnen zuru&#776;ck- ziehen. So aber verkommt Kommunalpolitik endgu&#776;ltig zur Legitimation nicht gewu&#776;nschter Notwendigkeiten. Dabei macht DIE LINKE. nicht mit. Dieser Logik wird sich die Linke nicht la&#776;nger unterwerfen.<br />Auch die Menschen unserer Stadt wollen und ko&#776;nnen diesen angeblich alternativlosen Ku&#776;r- zungskurs nicht mehr klaglos hinnehmen. Das ist gut so!<br />Die Linke Fraktion lehnt diesen Haushalt ab!</p>
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                                <category>Kommunalpolitisches Forum Sachsen-Anhalt e.V.</category>
                            
                        
                        
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                        <pubDate>Fri, 18 Jun 2010 12:49:00 +0200</pubDate>
                        <title>&quot;Die Finanzsituation der Kommunen ist dramatisch ? und entsprechend sind auch die Einnahmen des LVR aus der Landschaftsumlage gefährdet!&quot;</title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/die-finanzsituation-der-kommunen-ist-dramatisch-und-entsprechend-sind-auch-die-einnahmen-des-lvr/</link>
                        <description>Haushaltsrede von Ulrike Detjen, Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Landschaftsverband Rheinland 2010</description>
                        
                        <content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p><span style="mso-fareast-font-family:&quot;&#65325;&#65331; &#26126;&#26397;&quot;;mso-fareast-theme-font: minor-fareast"></span></p>
<p>Sehr geehrter Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren,</p>
<p>DIE LINKE hält es für notwendig, die Landschaftsumlage zu erhöhen. Wir wissen allerdings auch, dass dies eine Belastung für die Mitgliedsgemeinden ist. Jedoch: Das, was aus der Umlage finanziert wird, müssten die Gemeinden sonst selbst und direkt tragen.</p>
<p>Meine Damen und Herren von den Freien Wählern und der CDU: Wenn Sie die Landschaftsumlage beim jetzigen Satz belassen wollen, ist das eine populistische Milchmädchenrechnung. Sie können nicht auf der einen Seite ihre Bürgerinnen und Bürger, die von Grundsicherung leben, dazu ermuntern, in das Programm Ambulant vor stationär zu wechseln, und auf der anderen Seite hoffen, die Kosten dafür lösen sich in Luft auf. Diese Kosten entstehen ? nur dann eben beim Landschaftsverband.<span style="mso-fareast-font-family:&quot;&#65325;&#65331; &#26126;&#26397;&quot;;mso-fareast-theme-font: minor-fareast"></span></p>
<p>Die Finanzsituation der Kommunen ist dramatisch ? und entsprechend sind auch die Einnahmen des LVR aus der Landschaftsumlage gefährdet. Kommunen und ihre Zweckverbände stehen vor der schier unmöglichen Aufgabe, ihren Pflichtaufgaben nachzukommen, obwohl die Einnahmen wegbrechen. Ursache für die katastrophale Situation ist im wesentlichen nicht die Ausgabenpolitik der Kommunen und auch nicht die des Landschaftsverbandes. Ursachen sind auf der einen Seite die Finanz- und Wirtschaftskrise, die die Steuereinnahmen zusammenbrechen lässt. Zu einem erheblichen Teil sind es aber auch politische Beschlüsse auf Bundes- und Landesebene, die immer mehr Aufgaben auf die Kommunen abwälzen, ohne für die notwendigen finanziellen Mittel zu sorgen. Der stetige Rückgang der Schlüsselzuweisungen des Landes ist ein Beleg dafür ? auch die letzte und leider noch immer im Amt sitzende Landesregierung hat die Schlüsselzuweisungen gekürzt. Schwarz-Gelb treibt die Kommunen und ihre Zweckverbände auf allen Ebenen in den Ruin. Das ist übrigens nicht nur die Auffassung der LINKEN ? die jüngste Neusser Erklärung des Städtetages Nordrhein-Westfalen ist ein deutliches Zeugnis dafür.<span style="mso-fareast-font-family:&quot;&#65325;&#65331; &#26126;&#26397;&quot;;mso-fareast-theme-font: minor-fareast"></span></p>
<p>Kommen wir zur einem weiteren ruinösen Aspekt. Der neoliberale Versuch, mit der WestLB öffentliche Daseinsvorsorge aus Spekulationsgewinnen zu finanzieren, ist entsetzlich gescheitert. Es war ein sehr teurer Versuch, und zudem einer, der nicht nur die WestLB selbst, sondern auch die Sparkassen, die nrw.bank, das Land NRW und die Landschaftsverbände mit weiteren Haftungsrisiken belastet. Wir alle hier wären, glaube ich, erleichtert, wenn der LVR keine Anteile und keine Haftungsrisiken mehr von der WestLB hätte. Sie hat den LVR viel gekostet, in diesem und in den letzten Jahren knapp 400 Millionen Euro ? und sie wird uns leider voraussichtlich noch einmal zig Millionen Euro kosten. Das hat der LVR auch der Landesregierung zu verdanken. Herr Rüttgers hat uns die Anteile nicht abgenommen. Die Mittel, die hier verbrannt sind, sind Mittel, die der LVR wirklich dringend für die Erfüllung seiner eigentlichen Aufgaben benötigt.<span style="mso-fareast-font-family:&quot;&#65325;&#65331; &#26126;&#26397;&quot;;mso-fareast-theme-font: minor-fareast"></span></p>
<p>Neben der Armut der Kommunen wächst die Armut der Menschen ? und das ist dramatischer. Sie werden alle die Ergebnisse der DIW-Studie mitbekommen haben. Die Schere zwischen arm und reich in Deutschland geht immer weiter auseinander, die Mittelschicht schrumpft, der Reichtum nimmt auf der einen Seite zu ? aber vor allem gibt es immer mehr arme Menschen. Armut führt zu mehr Erkrankungen, immer mehr Arme leiden an psychischen Behinderungen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen steigen die Fallzahlen tragisch.<span style="mso-fareast-font-family:&quot;&#65325;&#65331; &#26126;&#26397;&quot;;mso-fareast-theme-font: minor-fareast"></span></p>
<p>Der Landschaftsverband kann diese Entwicklung allein nicht aufhalten. Aber: Unsere Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dass die öffentliche Armut nicht die persönliche Armut der Menschen verschärft, die den Landschaftsverband brauchen.<span style="mso-fareast-font-family:&quot;&#65325;&#65331; &#26126;&#26397;&quot;;mso-fareast-theme-font: minor-fareast"></span></p>
<p>Armut trifft Menschen mit Behinderungen besonders, sie trifft sie härter. Es wird sowieso immer schwieriger, gute Arbeit für sie zu finden. Die Krise führt zu Einnahmerückgängen bei der Schwerbehinderten-Umlage und damit zu fehlenden Mitteln bei den Werkstätten und den Integrationsbetrieben. Und schließlich kündigt uns jetzt noch die Bundesregierung an, dass womöglich Eingliederungszuschüsse für Menschen mit Behinderungen im Hartz-IV-Bezug keine Pflichtleistungen mehr sein sollen. Das ins Ermessen der Arbeitsberater zu stellen, nach dem Motto: Wahrscheinlich lohnt sich die Eingliederung arbeitsmarktpolitisch nicht, ist unmenschlich. Ca. 120.000 Arbeitslose mit Behinderungen wären davon betroffen. Das ist mehr als die Einwohnerzahl Remscheids.<span style="mso-fareast-font-family:&quot;&#65325;&#65331; &#26126;&#26397;&quot;;mso-fareast-theme-font: minor-fareast"></span></p>
<p>Die Anerkennung der Vielfalt und der unterschiedlichen Möglichkeiten unterschiedlicher Menschen ist eine Errungenschaft der Zivilisation. Eine Gesellschaft, die Kürzungen bei denen zulässt, die sich nicht wehren können, ist nicht zivilisiert sondern kehrt zu barbarischen Sitten zurück. Deshalb brauchen alle Menschen die Möglichkeit, sich auch an kulturellen Aktivitäten zu beteiligen und diese Chance sollen sie auch in den Museen des LVR erhalten. Das ist von Niedrigsteinkommen nicht bezahlbar. Deshalb stellen wir den Antrag, die Eintrittsgelder für die LVR-Museen sozial zu gestalten.<span style="mso-fareast-font-family:&quot;&#65325;&#65331; &#26126;&#26397;&quot;;mso-fareast-theme-font: minor-fareast"></span></p>
<p>Die Mittel des LVR sind schon lange nicht üppig. Seit Jahren wird deshalb das Personalbudget gedeckelt. Die Dezernate erwirtschaften die Tariferhöhung selbst, heißt das. In Wirklichkeit findet jedoch keine wirtschaftliche Tätigkeit, sondern schlicht Nichtbesetzung von Stellen und die Befristung von Arbeitsverträgen statt. Das ist weder innovativ noch kreativ, sondern das ist schlicht die altbekannte jahrhundertealte Wirtschaftsweise des Kapitalismus. Ähnliches gilt für die Vergabe von Aufträgen, die aufgrund von Auslagerungen sehr stark zugenommen hat. Das geht bis zur Beschäftigung von 1-Euro-Jobbern in Einrichtungen des LVR.<span style="mso-fareast-font-family:&quot;&#65325;&#65331; &#26126;&#26397;&quot;;mso-fareast-theme-font: minor-fareast"></span></p>
<p>Deshalb haben wir zu diesem Bereich drei Anträge gestellt. Nahezu alle hier vertretenen Parteien waren dafür, 1-Euro-Jobs als Möglichkeit zur Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt einzuführen. Inzwischen stellt sich heraus, das Gegenteil ist der Fall. Diese Arbeitsgelegenheiten verhindern reguläre Beschäftigung, werden von den Betroffenen oft als Zwangsmaßnahme begriffen, die Rückkehrerquote in den normalen Arbeitsmarkt ist gering. Die Landschaftsverbände vergeben Aufträge an Unternehmen, die Niedriglöhne, zum Teil sogar sittenwidrige Minilöhne zahlen, in diesen Unternehmen werden Gesetze wie das Betriebsverfassungsgesetz mit Füßen getreten.<span style="mso-fareast-font-family:&quot;&#65325;&#65331; &#26126;&#26397;&quot;;mso-fareast-theme-font: minor-fareast"></span></p>
<p>Und schließlich: Niedriglöhne, die dazu führen, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Tätigkeit nur noch als Nebenjob ausüben können und auf andere Einnahmen angewiesen sind, belasten die Kommunen. Wer Zusatzleistungen nach SGB II beziehen muss, damit sie oder er überleben kann, belastet auch die kommunalen Kassen.<span style="mso-fareast-font-family:&quot;&#65325;&#65331; &#26126;&#26397;&quot;;mso-fareast-theme-font: minor-fareast"></span></p>
<p>Wer mit der Losung ?Qualität für Menschen? wirbt, muss nach Auffassung der Linken menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und sittenwidrige Arbeitsentgelte bekämpfen und verhindern. Der Deutsche Städtetag hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit Vergabekriterien erarbeitet. Diese sind aus unserer Sicht Mindestbedingungen. Wir erwarten aber, dass der LVR diese Mindestbedingungen für die Vergabe von Aufgaben zur Voraussetzung macht.<span style="mso-fareast-font-family:&quot;&#65325;&#65331; &#26126;&#26397;&quot;;mso-fareast-theme-font: minor-fareast"></span></p>
<p>In der letzten Sitzung des Landschaftsausschusses habe ich gelernt, dass der Vertrag mit TNT zwar nicht gekündigt werden soll ? so war die Mehrheitsentscheidung. Tatsächlich aber wird er längst umgangen. In dieser Sitzung berichtete ein Mitglied, dass die Fraktionssendungen inzwischen wieder mit der Post befördert werden, weil die Zustellung durch TNT unzuverlässig ist. Ich muss sagen, das macht mich fassungslos. Die Klientinnen und Klienten des LVR erhalten doch amtliche Bescheide, Mitteilungen, die Fristen enthalten, Schreiben, auf die sie reagieren müssen. Da kann TNT dann ruhig schludrig zustellen ? die Politik ist ja versorgt. Das geht doch nicht. Deshalb bitte ich Sie hier noch einmal ausdrücklich um Zustimmung zu diesem Antrag.</p>
<p>Die Verwaltung kündigt in der Vorstellung des Haushalts schwierige Zeiten an. Aufwand und Ausgaben sollen durch ? ich zitiere ? ?Standardabbau, Aufgabenkritik und Prozessoptimierung? reduziert werden. Sehr geehrte Damen und Herren von der Verwaltung, sehr geehrter Herr Voigtsberger ? nachdenken können Sie ja gerne über die Reduzierung von Aufwand und Senkung der Ausgaben. Wir werden uns kostengünstigeren Verfahren und Optimierung von Prozessen nicht in den Weg stellen. Das ist mit dem Prinzip ?Ambulant vor stationär? ja auch gelungen. Dennoch müssen hier unbedingt Standards gesichert sein, damit tatsächlich selbstständiges Leben möglich ist und nicht einsames Dahinvegetieren in den eigenen vier Wänden die Folge ist. Die notwendige Unterstützung für die Kundinnen und Kunden des Landschaftsverbandes muss sichergestellt sein, nicht nur in der eigenen Wohnung, sondern auch durch ausreichende Tages- und Freizeitangebote. Das gilt auch für die Unterbringung in Kliniken und Heimen: Einzelzimmer, Tages- und Freizeitangebote müssen ein gutes Leben ermöglichen. Auch Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Ambulant vor stationär zeigt doch: Reglementierung und Repression sind teuer, Unterstützung für selbstbestimmtes, selbstständiges Leben entspricht den Anforderungen an ein menschenwürdiges Leben und ist überdies kostengünstiger.</p>
<p>Ähnliches wird im Bereich der Förderschulen notwendig sein. Da sind die allerersten Schritte getan. Dennoch ist hier mehr notwendig. Uns ist klar, dass eine simple Auflösung der Förderschulen überhaupt nicht hilfreich, sondern im Gegenteil, schädlich ist. Bei den bestehenden Bedingungen wie Klassengrößen, Raumausstattung, Betreuungsschlüsseln würden viele Kinder mit Behinderungen an die Wand gedrückt. Wir möchten eine Öffnung der Förderschulen für alle Kinder und eine Ausdehnung der Unterstützung für Kinder mit Behinderungen, die an normalen Schulen unterrichtet werden sollen.</p>
<p>Meine Damen und Herren, mit der UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen kommen wichtige ? und ich möchte sagen ? leider ? neue Aufgaben auf die ganze Gesellschaft zu. Ich würde begrüßen, wenn wir der Umsetzung der Konvention keine Aufmerksamkeit schenken müssten, weil alles in Ordnung ist. Jedoch: das ist nicht so.</p>
<p class="MsoNormal">&nbsp;</p>
<p>Ambulant vor stationär, persönliche Unterstützung im Schulbereich ? all das sind Schritte auf dem Weg zur Umsetzung der Konvention. Mit der Forderung nach Inklusion haben wir ein Aufgabenfeld, das breit gefächert in allen Bereichen angepackt werden muss. Das fordert die gesamte Gesellschaft. Die gemeinsame Position von Bundes- und Landesregierung ist: Es besteht kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Zum Glück sieht das die politische Mehrheit hier nicht so. Wir brauchen die Kommission Inklusion als übergreifende Kommission. Und wir brauchen über die bisherigen Veranstaltungen hinaus mehr Veranstaltungen in der Zivilgesellschaft ? nicht als eigene Veranstaltungen des LVR, sondern gemeinsam mit anderen Gruppen der Zivilgesellschaft. Der Landschaftsverband muss und kann einen Beitrag leisten, damit Vielfalt und nicht Wegsperren gesellschaftliche Norm wird. Da sind wir dabei und machen gerne mit.</p>
<p><span style="mso-fareast-font-family:&quot;&#65325;&#65331; &#26126;&#26397;&quot;;mso-fareast-theme-font: minor-fareast">Meine Damen und Herren, wir haben vier Anträge gestellt ? das Verhalten aller anderen Fraktionen macht deutlich, dass sie keinen dieser Anträge unterstützen wollen. Sie haben uns auf notwendige Beratungen in den Fachausschüssen verwiesen. Wir nehmen diese Anregung gerne für die Zukunft auf. Wir werden uns auch deshalb bei diesem Haushalt enthalten. Wir halten die Erhöhung der Landschaftsumlage für notwendig, weil Kürzungen bei Menschen mit Behinderungen Ausgrenzung bewirken. Inklusion und Vielfalt ist das, was notwendig ist. Menschenwürde und gegenseitige Achtung sind für uns unverzichtbar und stellen unseren Anspruch an die Vielfalt der Gesellschaft dar.</span></p>]]></content:encoded>
                        
                            
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                        <pubDate>Tue, 23 Mar 2010 10:46:00 +0100</pubDate>
                        <title>&quot;Unsere Stadt ist bilanziell k.o.&quot;</title>
                        <link>https://www.kopofo-nrw.de/kommunalpolitische-datenbank-alt/reden/detail-reden/news/unsere-stadt-ist-bilanziell-ko/</link>
                        <description>Haushaltsrede 2010  von Hermann Dierkes, Vorsitzunder Linksfraktion Duisburg</description>
                        
                        <content:encoded><![CDATA[<div class="news-single-item-content"><p class="bodytext">Herr Oberbürgermeister.<br />Meine Damen und Herren,<br />liebe Kolleginnen und Kollegen, </p>
<p class="bodytext">unsere Stadt ist bilanziell k.o., die Schulden- und  Zinslast erdrückend. Dies trotz der Tatsache, dass seit 1994 ein  Kürzungspaket das nächste jagt und wir seit 2001 unter Nothaushaltsrecht  stehen - mit harten Auflagen der Kommunalaufsicht. Dies alles mit  gravierend negativen Auswirkungen für die Mehrheit unserer  Stadtbevölkerung, für so vieles, was eine Stadt lebens- und liebenswert  macht, zum Schaden für alles, was den Kernbestand der grundgesetzlich  garantierten kommunalen Selbstverwaltung bildet. Hauptziel sind immer  die sog. freiwilligen Leistungen ? ich kann das Wort nicht mehr hören.  Es sollte auch dem Lexikon der Politik gestrichen werden! Die jüngste  globale Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Misere drastisch  verschärft. <br />Unsere Stadt sitzt trotz aller Anstrengungen und Opfer,  trotz aller Findigkeit der Stadtverwaltung und der Beteiligungsbetriebe  in der viel zitierten ?Vergeblichkeitsfalle?.Wir stehen dabei nicht  allein. Schon in wenigen Jahren droht einem Dutzend NRW-Städte und mehr  der bilanzielle Exitus. <br />Niemand kann noch ernsthaft bestreiten, dass die wesentlichen Ursachen nicht hausgemacht sind, sondern im wesentlichen <br />-&nbsp;in der generationenlangen wirtschaftlichen Monostruktur mit ihren Krisen, <br />-&nbsp;der hohen Dauererwerbslosigkeit und verbreiteten Armut sowie <br />-&nbsp;in der verheerend falschen gesamtstaatlichen Finanz- und Steuerpolitik <br />zu  suchen sind. Die chronische Unterfinanzierung ? vor allem der  sozialgesetzlichen Pflichtaufgaben zu Lasten der Kommunen, die falsche  Verteilung der Kosten der deutschen Einheit, eine abenteuerliche  Steuerverzichtspolitik zugunsten der Reichen, eine langjährige  Umverteilung von unten nach oben sowie die Konzentration von  Wirtschaftsressourcen auf eine finanzmarktgetriebene Profitmaximierung  haben neben den Folgen kapitalistischen Wirtschaftens ? Arbeitslosigkeit  und Armut - einen gewaltigen Scherbenhaufen hinterlassen. Für Frau Vogt  von der CDU handelt es sich allerdings um die Folge der ?Verteilung  individueller Wohltaten, mit denen jetzt Schluss sein müsse?. Für mich,  Frau ist ihre Diagnose nichts anders als das Echo auf einen Minister  Westerwelle, der unlängst von ?spätrömischer Dekadenz? geschwafelt hat.  Wir haben in diese Stadt rund 35.000 vollkommen überschuldete haushalte,  8.300 Haushalten wird wegen Zahlungsunfähigkeit der Strom abgeschaltet.  Gehen Sie doch endlich mal nach Marxloh, Bruckhausen, Hochfeld und nach  anderswo, Frau Vogt und schauen Sie sich an, wo die Armut aus allen  Knopflöchern guckt. Auch unter Ihrer Ägide, seit 2004 Frau Vogt, ist die  Zahl der Vollzeitjobs weiter rückläufig und nähert sich nur noch ganzen  140.000, obwohl Sie doch angeblich alles besser können! Sie tun ja  geradeso, als könnten Sie mit kommunalen Instrumenten  Investitionsentscheidungen von Konzernzentralen stoppen oder  herbeiführen. Wollen Sie uns weis machen, dass Sie den massenhafte  Vernichtung von Arbeitsplätzen in der örtlichen Stahlindustrie mit einer  Senkung der Gewerbesteuer um 20 Punkte verhindert hätten? Machen Sie  sich doch nicht lächerlich! Kolleginnen und Kollegen, ich bin lange  genug Gewerkschafter, ich kenne diese Sprüche alle bis zum Überdruss.<br />So  kann und darf es nicht weiter gehen. Wir brauchen dringend neue  Konzepte und Instrumente. Ich kann das hier aus Zeitgründen nicht  ausführen, aber dazu zählt ganz sicher eine gesamtstaatliche Finanz- und  Steuerreform. Unabweisbar ist ein Entschuldungsfonds, vor allem für die  Kommunen, die wie wir auf der ?7. Sohle? kratzen oder in Kürze dort  landen werden.<br />Meine Damen und Herren, liebe Kolleginnen und  Kollegen, die Ratsfraktion DIE LINKE ist davon überzeugt: Wer die  Sachzusammenhänge kennt und sich seiner Verpflichtungen aus dem&nbsp; Amts-  und Mandats-Eid erinnert, kann und darf in der kommunalen  Haushaltspolitik nicht von der Prämisse ausgehen: ?Wir müssen sparen, es  hilft uns niemand?. Die armen Kommunen befinden sich in einer Lage, die  mit einer Familie vergleichbar ist, deren erwachsene Mitglieder  gezwungen sind,&nbsp; für einen Unternehmer zu arbeiten, der ihr nur 1.500  Euro zahlt und sie obendrein noch darauf verpflichtet, in einer  Werkswohnung zu hausen, für die er monatlich 1.800 Euro verlangt. Die  Verschuldung und Überschuldung der Familie ist absehbar. Sie wird  entweder ausgehungert oder muss revoltieren. </p>
<p class="bodytext">Oberbürgermeister und CDU stehen für ein  Maßnahmenpaket, das den Haushalt im Rahmen der mittelfristigen  Finanzplanung bis 2013 um mindestens um 150 Millionen Euro entlasten  soll. Zahlreiche Positionen im Haushaltssicherungskonzept (HSK) finden  unsere Billigung, insbesondere Positionen, die im Organisationsbereich  OB bzw. Verwaltung liegen, weil sie der Sache nach vertretbar sind. Aber  zahlreiche Kürzungen und Einschränkungen im soziokulturellen Bereich,  weitere Privatisierungen in Kernbereichen und weitere unsoziale  Belastungen treffen auf unseren entschiedenen Widerstand. Die  zahlreichen, heftig umstrittenen Maßnahmen liegen glücklicherweise nach  der Kommunalverfassung in der Entscheidungskompetenz des Rats.<br />Seit  Wochen erleben Rathaus und kommunale Politik Demonstrationen und eine  Protestaktionen - aus dem Vereinssport, aus dem Bildungs-, Kinder- und  Jugendbereich, aus der örtlichen Künstler- und Kulturszene. Auch heute  protestieren wieder zahlreiche MitbürgerInnen vor dem Rathaus. Die  Menschen wollen und können diesen angeblich alternativlosen Kurs von  Kürzung und Kahlschlag nicht mehr klaglos hinnehmen. Und wir sagen: Das  ist gut so! <br />Zu dieser Uhrzeit können wir bereits feststellen: Diese Proteste waren und sind nicht vergeblich. <br />Als  Ergebnis der Kommunalwahlen, als Ergebnis harter politischer Arbeit und  zahlreicher Gespräche mit Betroffenen in den letzten Wochen und Monaten  ist es uns gelungen, eine neue Haushaltsmehrheit zu schaffen, die für  eine andere Haushaltspolitik steht. Die Fraktionen SPD, Grüne und DIE  LINKE stellen sich gemeinsam der dramatischen und zutiefst ungerechten  Überschuldung unserer Stadt, aus der&nbsp; uns die Zinslasten zu erdrücken  und unkalkulierbar zu werden drohen. Auch wir streben an, den örtlichen  Haushalt im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung um mindestens 150  Mio. Euro zu entlasten, die Überschuldung Duisburgs und die enorme  Zinslast anzugehen, wieder einen jahresbezogenen Ausgleich zu erreichen  und kommunale Handlungsfähigkeit zurück zu gewinnen. Unsere  Dreierkooperation stellt sich dieser Herausforderung. Gleichermaßen&nbsp; mit  dem Entwurf des OB ? der von CDU und weiteren Parteien dieses Rates  unterstützt wird ? wollen auch wir sinnvolle und vertretbare  Einsparungen in der Verwaltungsorganisation und bei den politischen  Gremien. Auch wir mahnen demonstrativ die zugesagten, aber  ausgebliebenen finanziellen Erleichterungen des Bundes bei gesetzlichen  Pflichtaufgaben an wie Kosten der Unterkunft für Hartz IV-Empfänger,  KiTas, Solidarfonds Deutsche Einheit usw. Diese Posten haben auch wir in  einer Größenordnung von rund 50 Millionen Euro in die HSK-Zielstellung  einer mittelfristigen Haushaltsentlastung von mindestens 150 Mio. Euro  aufgenommen. Das ist ein Drittel des Entlastungspakets. Aber mehr noch:  Wir legen dem Rat Beschlussanträge vor und bitten um Zustimmung, den OB  zu beauftragen, allein oder mit anderen Verfassungsbeschwerde  anzustrengen. Ziel ist es, endlich den Konnex bei der Durchführung  gesetzlicher Aufgaben und finanzielle Vernunft herzustellen. Motto: Wer  die Musik bestellt, muss sie bezahlen. </p>
<p class="bodytext">Die klaren Unterschiede zwischen unserem Konzept und dem von OB und CDU lassen sich wie folgt zusammen fassen: <br />-&nbsp;Keine  Brechstange in den soziokulturellen Bereichen. Knapp 18 Mio. Euro an  vorgesehenen Kürzungen bzw. Verschlechterungen wollen wir verhindern<br />-&nbsp;Nur  moderate neue Belastungen für die Mehrheit der EinwohnerInnen, die wir  leider nicht vermeiden können und die zu den Stellgrößen gehören, die  die Kommune überhaupt hat, um Einnahmen zu erzielen wie Hundesteuerer,  Hallengebühren für Vereine, Eintrittsgelder im Kulturbereich, erhöhte  Parkgebühren im Innenstadtbereich. Aber nur im Rahmen des Vertretbaren  bzw. mit sozialen Komponenten<br />-&nbsp;Eine Personalpolitik, die  arbeitsmarktwirksam bleibt, Ausbildungsquoten und Übernahmen von  Auszubildenden sicherstellt und auch aus Sicht der Personalvertretung  verlässlich und kalkulierbar bleibt<br />-&nbsp;Verbesserte Einnahmen. Hier nur  die wichtigsten: Erhöhung des Gewerbesteuerhebesatzes um 20 auf 490  Punkte; verbesserte interkommunale Zusammenarbeit; Einführung einer  Kulturtaxe auf Hotelübernachtungen von 3 Euro; weitere  Geschwindigkeitskontrollen; Vermietung von städtischen Dachflächen für  Solaranlagen. </p>
<p class="bodytext">Auf eine Erhöhung der Grundsteuer B wurde verzichtet, weil diese auf die Mieten durchschlagen würde.<br />Und  wissen Sie, Frau Vogt, im Rahmen der Verhandlungen um eine  Haushaltsmehrheit wäre die CDU bereit gewesen, die Kulturtaxe zu  schlucken. Jetzt, wo sie Teil unserer Kompensationsvorschläge ist,  machen Sie daraus eine ?Lachnummer? und prophezeien Sie den Untergang  der Abendlandes. So etwas nenne ich den Menschen Sand in die Augen  streuen!<br />Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren, wir sind uns  absolut im Klaren darüber, dass unser alternatives Haushaltskonzept nur  ein Erste-Hilfe-Koffer ist. Aber er ist anders gepackt als der von  Ihnen, Herr Oberbürgermeister und der CDU zusammen gestellte. Er hat  einen anderen sozialen Bezug und er wird den Interessen der  Mehrheitsbevölkerung dieser Stadt und den Schwachen gerecht, soweit wir  das mit kommunalen Mitteln überhaupt noch vermögen. </p>
<p class="bodytext">Ein Wort noch an die ? übrigens starken -  wirtschaftlichen Akteure, die als Folge der von der Dreierkooperation -  nach langen Abwägungen und Berechnungen - befürworteten Erhöhung der  Gewerbesteuer bereits den ?Untergang des Abendlandes? prophezeien. Ihre  Argumente überzeugen nicht. Auch für Sie ist eine lebendige und  zukunftsfähige Stadt mit einer ausgezeichneten Infrastruktur,  effizienten öffentlichen Dienstleistungen und guten Sozial-, Kultur-,  Bildungs-, Jugend- und Sporteinrichtungen absolut unverzichtbar und  Grundlage des geschäftlichen Erfolgs. Weiche Standortfaktoren nennt man  so etwas. Auch Sie brauchen eine effiziente und hoch motivierte  Verwaltung und keine überalterte, unterbesetzte und langsame Bürokratie.  Für all das braucht eine Kommune Einnahmen. Verweigern Sie sich deshalb  nicht. <br />Die zahllosen Gespräche mit Betroffenen und die  phantasievollen Proteste, meine Damen und Herren, haben überdies erneut  bewiesen: Es gibt ein enormes bürgerschaftliches Potenzial an Ideen,  Kreativität und Verantwortungsbewusstsein. Lassen sie uns den Menschen  endlich handfeste Mitspracherechte beim Haushalt und seinen Prioritäten  einräumen. Die bezirklichen Haushaltstage müssen qualitativ ausgebaut  und auf die gesamtstädtische Ebene gehoben werden. Wir brauchen den  Beteiligungshaushalt, wie er schon in vielen Städten der Welt Praxis  ist. <br />Meine Damen und Herren, die Dreierkooperation ist sich außerdem  darin einig: Keine weiteren Privatisierungen in zentralen Bereichen,  insbesondere kein weiterer Verkauf von Gesellschafteranteilen beim  Klinikum, kein Verkauf von WBD, Gebag, der GMVA usw. Diese  Beteiligungsbetriebe oder städtischen Einrichtungen sind auch künftig  für öffentliche Daseinsvorsorge und demokratische Steuerung  unverzichtbar. In den meisten Fälle würde ihre Teil- oder  Komplettveräußerung geringere Konsolidierungsbeiträge erbringen als die  Dividenden, die wir in unser HSK eingestellt haben. </p>
<p class="bodytext">DIE LINKE fordert außerdem demonstrativ die  Einführung einer Millionärssteuer, die nach unseren Berechnungen allein  Duisburg pro Jahr 240 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen bringen  würde. Wir wissen: Es handelt sich um einen symbolischen Antrag. Aber  wir möchten, dass dieses politische Signal überregional ankommt und der  OB auch auf diesem Gebiet tätig wird, um auf die Bundesebene einzuwirken  und bitten um die Zustimmung des Rates.<br />Und wir bitten Rat und  Verwaltung, auch noch über folgenden Vorschlag nach zu denken: Sollten  sich Bund und Land weiterhin der nachhaltigen Entlastung der Kommunen  hartnäckig verweigern, dann sollten wir Überweisungen an Bund bzw. Land  demonstrativ zurück zu halten und für eine solche Vorgehensweise im  Rahmen des regionalen Bündnisses ?Raus aus den Schulden? werben. Die  unter dem populären Begriff ?Bankenabgabe? derzeit in Berlin  vorbereitete Maßnahme lässt insbesondere für die Kommunen nichts Gutes  erwarten. Des weiteren wollen wir eine verfassungsrechtlich stärkere  Stellung der kommunalen Ebene gegenüber Bund und Ländern sowie eine  Reform der Kommunalaufsicht. Diese darf sich nicht länger als  einseitiger Hebel gegen die Kommunen verstehen, um verfehlte  zentralstaatliche Politik durch zu setzen. <br />Meine Damen und Herren,  liebe Kolleginnen und Kollegen, mit der alternativen Haushaltssatzung  zeigen wir örtlichen Sparwillen. Die Linksfraktion übernimmt  Verantwortung und wird erstmals in dieser Stadt einem von ihr mit  konzipierten Haushaltsentwurf&nbsp; bzw. einem HSK zuzustimmen. Unsere  Verantwortung erstreckt sich in erster Linie auf die Mehrheit dieser  Stadt und ihre Interessen und auf die vielen Bedürftigen. Wir erwarten  von der Kommunalaufsicht, den Haushalt wohlwollend zu prüfen und unserer  Stadt, ihren BewohnerInnen und ihrer Zukunft eine Chance zu geben. <br />Ein  weiteres ?Nackigmachen? geht nicht mehr. Jetzt sind andere am Zuge! Die  Landtagswahlen am 9. Mai können dafür die Weichen stellen. <br />Meine  Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, die Linksfraktion  bittet um Ihre Zustimmung zum alternativen Haushaltsentwurf. </p>
<p class="bodytext">Ich danke für die Aufmerksamkeit!</p></div><p><hr class="clearer"></p>]]></content:encoded>
                        
                            
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