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Fraktion DIE LINKE. im Rat der Stadt Köln

Anmeldechaos an Gymnasien zeigt erneut: Stadt und Land müssen mehr für Bildung tun!

Symbolbild
Klassenraum

Die Stadt ist überraschend zu einem neuen Anmeldeverfahren an Gymnasien übergegangen. Zunächst wurde noch, wie in den Jahren zuvor, nach einem Zweitwunsch bei Eltern gefragt. Nun hat die Bezirksregierung nach der ersten Anmeldungsrunde dieses Verfahren gestoppt. Wird ein Kind am Gymnasium des Erstwunsches abgelehnt, erhalten die Eltern keinen Vorschlag mehr für ein alternatives Gymnasium. Dieser Vorschlag entsprach kaum in der Hälfte der Fälle dem Zweitwunsch. Stattdessen bekommen die Eltern mit dem Ablehnungsbrief eine Liste von Schulen in ganz Köln, in denen noch Plätze frei sind. Die Anmeldung ist dann ihre Sache.

Heiner Kockerbeck, Sprecher der Ratsfraktion DIE LINKE sagt dazu:

„Es ist völlig unzumutbar, den Eltern eine Liste in die Hand zu drücken, damit sie die Arbeit leisten, die bisher Verwaltung und Schulen machten. Nachdem wieder einmal 700 Kinder keinen Platz an einer Gesamtschule bekommen haben, sind in diesem Jahr auch die Plätze an Grundschulen und Gymnasien knapp wie noch nie. Die Schulkrise verschärft sich weiter. Frau Reker und das neue Ratsbündnis müssen die Wahlversprechen zum Tempo beim Schulbau einlösen. Die Gebäudewirtschaft braucht mehr qualifizierte Bauingenieure und Architekten.“

Zur Rolle des Landes im Konflikt

Dr. Carolin Butterwegge, Sachkundige Einwohnerin im Schulausschuss für DIE LINKE meint dazu:

„Die Bezirksregierung ist eine Behörde des Landes. Die Krise bei den Schulplätzen war aber auch dort schon länger bekannt. Das Land NRW unterstützt große wachsende Städte wie Köln seit Jahren nicht genug beim Schulbau. Bildung ist aber vor allem Ländersache. Seit rund 15 Jahren fehlen in Köln zahlreiche Gesamtschulen. Seit 2016 gilt in Köln allgemein der Schulbaunotstand. Auch Kitas, Räume für Mensen, Ganztag und Inklusion fehlen. Auch das Land wird seiner Verantwortung nicht gerecht.“

In Köln fehlen aktuell mindestens sechs Gesamtschulen, bei wachsender Schülerzahl. Bei den Anmeldungen an Gesamtschulen erhielten in diesem Jahr 695 Kinder keinen Platz im fünften Schuljahr. Im Vorjahr waren es 951 Kinder. Auch an Grundschulen kommt es durch steigende Schülerzahlen und eine zu geringe Zahl an Schulen in diesem Jahr zu starken Engpässen. 400 Kinder erhielten in diesem Jahr nicht einen Platz an ihrer Wunschschule. Bei 186 Kindern konnte der Zweitwunsch nicht umgesetzt werden.

Hintergründe der aktuellen Entscheidung: Gemengelage der Kompetenzen

Heiner Kockerbeck sieht eine entscheidende Rolle bei der Bezirksregierung:

„Entscheidend ist, dass die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde der Stadt die Reißleine im laufenden Verfahren gezogen hat. Das war aber, wenn überhaupt, der falsche Zeitpunkt. Es erzeugt große Unsicherheit für Eltern und Kinder. Auch Rat und Verwaltung werden dabei vor vollendete Tatsachen gestellt. Es war seit längerem bekannt, dass die Verwirklichung der Zweitwünsche große Probleme mit sich bringt. Das liegt auch daran, dass letztlich die einzelne Schule selbst entscheidet, wen sie aufnimmt. Da geht es bei manchen Gymnasien eher um eine olympiareife Schülerschaft als um Wünsche der Eltern. DIE LINKE fordert deshalb, diesen Konkurrenzmechanismus zu begrenzen. Köln braucht deutlich mehr Gesamtschulen, die auch einen gymnasialen Bildungsweg anbieten. Die Konkurrenz um zu wenige Plätze würde gemildert.“

Das Verfahren, dass Eltern bei der Anmeldung einen Zweitwunsch für ein Gymnasium äußern können, war in den letzten Jahren immer schwieriger umzusetzen. Es war so stark zu Engpässen auch bei Gymnasien gekommen, dass kaum in der Hälfte der Fälle der Zweitwunsch zum Zuge kam. Die Verteilerkonferenzen zwischen Bezirksregierung, Stadt und Schulen wurden komplizierter. Denn über die Aufnahme an einer Schule entscheidet rechtlich gesehen die Schule selbst. Diese verfolgen öfters auch ihre eigenen Interessen, z.B. nach einer möglichst leistungsstarken Schülerschaft.

Gesamtschulen sind immer noch ungleich über Köln verteilt und damit für Kinder erreichbar. Im Stadtbezirk Mülheim liegen beispielsweise vier Gesamtschulen, in Ehrenfeld drei, in Lindenthal und Chorweiler dagegen nur jeweils eine.


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