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Die Linke Fraktion im Rat der Stadt Dortmund

Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei unterstützt die Demonstration für ein Ausbaumoratorium der B1

Am Freitag, 30. Oktober, hat eine Fahrrad-Demo des BDA Dortmund-Hamm-Unna und der Fridays für Future Dortmund, unterstützt von zahlreichen Verbänden und Vereinen, stattgefunden. Gefordert wird ein Ausbaumoratorium der B1 im Bereich Stadtkrone Ost. Die Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei unterstützt ausdrücklich die Initiative und bekräftigt die Dringlichkeit, den Ausbau zu pausieren und konstruktiv zu überdenken.

Zum Hintergrund: Seit fast einem Jahrzehnt befindet sich die heutige B1 zwischen der Anschlussstelle Dortmund-Ost (B236) und dem Autobahnkreuz Dortmund/Unna im Vollausbau zur A40. Auf einer Länge von rund 10 km werden im Auftrag des Bundes 13 Bauwerke errichtet und die Fahrbahn um eine zusätzliche Spur je Fahrtrichtung erweitert. Laut DEGES* genüge die Straße den künftigen Verkehrsanforderungen nicht und wurde deshalb vom Bund mit höchster Priorität versehen. Der ab 2028 umzusetzende 3. Bauabschnitt stellt dabei die Einfahrtsituation in die Dortmunder Innenstadt aus östlicher Richtung dar. Die Planung dafür baut allerdings noch auf dem alten Vorhaben eines A40-Tunnels auf, der die jetzige B1-Strecke in Teilen unterirdisch durch Dortmund führen sollte.

„Die Vorstellungen, auf denen der heutige Umbau der B1 zur A40 basiert, sind völlig überdimensioniert und überhaupt nicht mehr

zeitgemäß“ kommentiert Daniel Tsvelenev, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke und Tierschutzpartei. „Eine Autobahn mitten durch die Stadt, wie auch in Essen, ist ein Paradebeispiel des Leitbilds der autogerechten Stadt; einer Praxis der 1960er Jahre, die in keiner Weise mehr mit den aktuellen Zielen der Stadtentwicklung vereinbar ist.“

Die beiden Abschnitte des A40-Tunnels sind noch in 2022 durch das Land NRW - auch aufgrund der historischen Platanenallee entlang der B1 - abgesagt worden; die dadurch entstandene Grundlage für den Ausbau östlich der AS Dortmund-Ost jedoch nicht. „Ein solcher Ausbau würde zum Beispiel für die zwei Stadtbahn-Haltestellen bedeuten, dass diese zwischen sechs Spuren Autobahn mit Tempo 100 bis 130 eingeengt werden“ beklagt der sachkundige Bürger Sebastian Lammering, Mitglied u. a. im Mobilitätsausschuss (AMIG). Neben der enormen Klima-, Umwelt-, Lärm- und Luftbelastung würden örtliche Teile der Stadt und Landschaft zerstört. „Anstatt eines schönen und begrünten Tors nach Dortmund, beispielsweise mit sicheren Radwegen, bekommen wir eine laute und schmutzige Betonwüste, umrandet von 12 Meter hohen Lärmschutzwänden.“

Zusätzlich frustrierend: Womöglich werden die beklagten Staus stadteinwärts durch den Umbau gar nicht gelöst. „Eine Ursache für die Verkehrsbelastung ist wohl eher die Ampel an der Lübkestraße und Voßkuhle. Es ist ein Irrglaube, mehr Spuren und höhere Höchstgeschwindigkeit würden den Verkehrsfluss automatisch verbessern“ vermutet Daniel Tsvelenev. „Mehr Spurenwechsel und viel gefährlichere Verkehrsunfälle sind häufiger die Folge.“

„Der Fokus sollte klar auf die Stärkung des Umweltverbunds gelegt werden, wenn wir eine nachhaltige Verkehrslösung schaffen wollen“,  betont Sebastian Lammering. „Daher teilen wir die Ansichten der veranstaltenden Verbände und begrüßen diese Initiative sehr. Die Stadt Dortmund sollte ein Signal in Richtung des Bundes geben, dass die Menschen etwas Besseres verdient haben als diese veraltete Lösung.“

 

 

* DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH

 


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