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Fraktion DIE LINKE & DIE PIRATEN. im Rat der Stadt Dortmund

„Neu aufgelegte OWIIIa-Pläne sind billige Effekthascherei im Wahlkampf“

Utz Kowaleweski
Porträt Utz Kowaleweski

„Schon wieder die OWIIIa – schon wieder umweltfeindliches Verhalten der Stadtspitze.“ Etwas genervt reagiert Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN im Dortmunder Rat, auf die aktuelle Ankündigung der Stadt, die Planungen für einen Weiterbau der OWIIIa (L666n) durch Asseln und Wickede bis zum Kamener Karree (Ikea) – wieder einmal – vorantreiben zu wollen.

„Auch im elften Jahr dieser immer wieder aufkommenden Diskussion bleiben wir bei unserem Nein“, betont Kowalewski, der selbst in Wickede wohnt. „Das ist doch seitens der SPD nur billige Effekthascherei im Wahlkampf. Wir lassen uns aber den artenreichsten Grünzug in ganz Dortmund nicht mit einer Schnellstraße zubauen, die viel zusätzlichen Verkehr in die Stadtteile Wickede und Asseln bringen würde.“

Im Moment endet die OWIII (Brackeler Straße) in Asseln. Doch seit Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten, kursiert die Idee, diese Schnellstraße durch Asseln und Wickede bis zum Autobahnanschluss in Kamen zu verlängern. Tangiert würde dabei das Naturschutzgebiet Ostholz in Wickede. „Die Ortskerne von Asseln und Wickede dagegen würden durch die neue Schnellstraße überhaupt nicht entlastet, obwohl das immer behauptet wird. Vielmehr würde ein Angebot für die Lkw entstehen, die von der Westfalenhütte, etwa von Amazon, über die Brackeler Straße schnell zu A1 oder A2 wollen. Die LKW sparen dabei Autobahnmaut ein. Das bedeutet aber: deutlich mehr Verkehr im Dortmunder Osten“, prophezeit Kowalewski.

 

Dabei hat die Verwaltung gerade erst einen gerichtlichen Vergleich mit der Deutschen Umwelthilfe geschlossen, die Emissionen auf der Brackeler Straße zu senken. Ergebnis ist die jetzige Umweltspur kurz vor dem Borsigplatz. Eine Anfrage der Linken & Piraten, wie denn der gerichtliche Vergleich mit den OWIIIa-Ausbauplänen zusammen passe, beantwortete die Verwaltung im Planungsausschuss des Rates schriftlich. Den darin ausgedrückten Optimismus der Stadtverwaltung, dass es 2030 – laut Verwaltung der allerfrüheste Baubeginn – durch den Fortschritt der Fahrzeugtechnik keine Probleme mehr mit verkehrsbedingten Emissionen gebe, kann Kowalewski nicht teilen: „Was glauben denn die Herren im Planungsamt? Dass sich nach der Corona-Krise die Kurzarbeiter als erstes ein Elektroauto kaufen? Oder dass die finanziell gebeutelten und um ihre Existenz fürchtenden Firmen als erstes ihre Diesel-Flotten umstellen?“

Ohnehin staunt der linke Politiker, dass das Thema OWIIIa jetzt wieder auf den Tisch gebracht wird. „Die Stadt benötigt neues Personal, um die Planungsaufgaben überhaupt bewältigen zu können. Und in einer Zeit, in der die Steuereinbrüche der Stadt Corona-bedingt im dreistelligen Millionenbereich liegen, in der der Klimawandel auch Dortmund das dritte Dürrejahr in Folge beschert, und in der alle OB-Kandidaten eine Verkehrswende einleiten wollen hin zu einem bessern öffentlichen Nahverkehr, wirken die Pläne rund um den Bau einer neuen Schnellstraße mitten durch die Natur wie ein übrig gebliebener Fremdkörper einer längst vergangenen Zeit – ein Planungsdinosaurier“, so Kowalewski, der auch als OB-Kandidat antritt.


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