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Fraktion DIE LINKE & DIE PIRATEN. im Rat der Stadt Dortmund

Westfalenhallen unterstützen weiterhin Trophäenjagden auf gefährdete Tiere

Utz Kowalewski
Utz Kowalewski

„Erst kommt das Fressen, dann die Moral.“ Unter diesem Motto entschied der Dringlichkeitsausschuss über das Ansinnen der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN, künftig keine Trophäenjagden auf gefährdete Tiere mehr über die Messe „Jagd & Hund“ in den Westfalenhallen anbieten zu wollen.

Dem Antrag der Linken Fraktion stimmten lediglich die Grünen zu. Dabei gab es durchaus deutliches Unbehagen auch bei anderen Fraktionen zu spüren. Fast entschuldigend kommentierte dann auch OB Sierau das Abstimmungsergebnis, dass der Rat trotz der Ablehnung nichts gegen den Tierschutz habe. SPD-Fraktionschef Norbert Schilff wies auf ein Schreiben der Westfalenhallen hin und gab zum Besten, dass bei einer Ablehnung der Trophäenjagden die ganze Messe „Jagd und Hund“ in Frage gestellt sei, weil die Jagdreisen inzwischen den lukrativsten Teil der Messe darstellen würde, ohne den auch der Rest nicht mehr tragfähig wäre. Damit würde die Westhallen GmbH eine finanzstarke Messe verlieren.

Die Westfalenhallen hatten zuvor ganz im Sinne der Jagdreiseveranstalter versucht, die Jagd auf bedrohte Tiere als Akt des Tierschutzes darzustellen. Bei der Diskussion wird durch die Branche immer wieder auf Namibia als positives Beispiel abgehoben. Dort sind über die Trophäenjagd tatsächlich Schutzprojekte und Einkommensmöglichkeiten für die Bevölkerung generiert worden, die dann zu einer Erholung der Bestände geführt haben. Allerdings ist das ein Inselphänomen, wie Utz Kowalewski, Sprecher der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN, nach Lektüre der Ausführungen der IUCN (der Weltnaturschutzbehörde) und des WWF ausführte. Im Regelfall werden verabredete Regulationen der Trophäenjagd hinsichtlich Bedrohungsstatus und der Anzahl der geschossenen Tiere seitens der Regierungen gar nicht umgesetzt. Es werden daher viel zu viele Tiere geschossen. In Sambia musste beispielsweise ein komplettes Jagdmoratorium verhängt werden, weil die Löwenpopulation wegen der Trophäenjagd in ihrem Fortbestand stark gefährdet wurde.

Das Geld aus den Jagdreisen landet im Wesentlichen dann auch bei den Reiseveranstaltern. Auch die Beträge, die eigentlich zur Akzeptanzbildung für die örtliche Bevölkerung vorgesehen sind, versickern in den Entwicklungsländern meist in anderen Kanälen. Und so zieht Utz Kowalewski ein vernichtendes Fazit: „Trophäenjagd ist eine ethisch verwerfliche Form für wohlhabende Menschen mit bedenklichen Neigungen, ihr übersteigertes Ego auf Kosten der Natur aufzupolieren. Ein solches Treiben sollte durch kommunale Unternehmen nicht unterstützt werden.“


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