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Kein Fracking im Bereich des Ennepe-Ruhr-Kreises

Antrag, Ennepe-Ruhr-Kreis

Sehr geehrter Herr Landrat Dr. Brux,
die Kreistagsfraktion DIE LINKE. stellt zum Kreistag am 24.09.2012 folgende Anträge:

1) Aufnahme des Tagesordnungspunktes ,,Gemeinsame Resolution: Kein Fracking im Bereich des Ennepe-Ruhr-Kreises"
2) Verabschiedung der gemeinsamen Resolution: ,,Kein Fracking im Bereich des Ennepe-Ruhr-Kreises"

Beschlussvorschlag:

Gemeinsame Resolution:
Kein Fracking im Bereich des Ennepe-Ruhr-Kreises!

Der Kreistag Ennepe-Ruhr spricht sich gegen die Unkonventionelle Gasförderung mit der Frackingmethode im Gebiet des Ennepe-Ruhr-Kreises aus. Der Kreistag teilt die von Fachleuten geäußerten Bedenken, dass bei der Unkonventionellen Gasförderung mit der Frackingmethode der Schutz des Grundwassers vor Verunreinigung nicht sichergestellt werden kann. Die Risiken für das Grundwasser durch die Vornahme der Bohrung selbst, den Einsatz der Chemikalien während des Fracking sowie die Verpressung des radioaktiven Restwassers in sogenannten Disposalbohrungen sind nicht beherrschbar.
Sauberes Grundwasser ist eine Voraussetzung für die Zubereitung von genießbarem Trinkwasser, dem wichtigsten Lebensmittel für Menschen.
Sauberes Grundwasser ist insbesondere für die Lebensmittel verarbeitende Industrie, für die Edelstahlproduktion und für die Landwirtschaft ein wichtiger Rohstoff. Eine zukunftsweisende Energiepolitik im Ennepe-Ruhr-Kreis fördert Energieeffizienz, Energieeinsparung und Erneuerbare Energien.

Begründung:

Der Schutz des Grundwassers als Basis für die Trinkwasserversorgung der EinwohnerInnen und für die industrielle und landwirtschaftliche Produktion im Ennepe-Ruhr-Kreis hat absolute Priorität!

Die Unkonventionelle Gasförderung mit der Frackingmethode gefährdet das Grundwasser durch die dazu nötigen Bohrungen und durch den Vorgang des Fracking selbst.

Mit Fracking wird Erdgas gefördert, das in Schiefergesteinen fest eingeschlossen ist. Dabei wird unter Hochdruck mit Sand und Chemikalien versetztes Wasser in eine Gaslagerstätte gepumpt. So sollen Risse in den Schiefer gesprengt werden. Das im Schiefergestein eingeschlossene Erdgas wird freigesetzt und steigt nach oben, um zur weiteren Nutzung aufgefangen zu werden. Nach dem Ende der wirtschaftlichen Ausbeute steigen noch lange Zeit kleine Mengen von freigesetztem Methan auf, das nicht mehr aufgefangen wird und in höchstem Maße klimaschädlich ist.

Die Anteile der eingesetzten Frackflüssigkeit, die wieder zur Erdoberfläche hoch kommen, sind zusätzlich radioaktiv belastet und werden in der Regel mit Disposalbohrungen ungereinigt in das Erdreich verpresst. Zurzeit existieren keine Reinigungsmethoden für die belasteten Frackingflüssigkeiten.

Die in der Frackingflüssigkeit verwendeten Chemikalien sind überwiegend hochgiftig und/oder wassergefährdend. Sie sind geeignet, das Grundwasser in erheblichem Ausmaß zu schädigen.

Derartige Fälle sind bereits aus den USA bekannt. Ende August wird voraussichtlich das Gutachten der Landesregierung für die Genehmigungsvoraussetzungen von Fracking in NRW veröffentlicht werden. Damit endet auch das bestehende Moratorium der Landesregierung für Anträge zum Fracking in NRW.

Das Gebiet des Ennepe-Ruhr-Kreises gehört zum Claim von Wintershall und der RWTH Aachen. Es ist in den nächsten Wochen mit den ersten Anträgen zum Fracking im Ennepe-Ruhr-Kreis zu rechnen. Um alles zu tun, damit diese Hochrisikotechnologie nicht im Ennepe-Ruhr-Kreis zum Einsatz kommt, dokumentiert der Kreistag Ennepe-Ruhr seine Ablehnung mit dieser Resolution.

Mit freundlichem Gruß
für die Fraktion
Willi Kloppenburg (Fraktionsvorsitzender)

 

Unten: die vom Kreistag verabschiedete Fassung der Resolution

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