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Kunst- und Museumsbibliothek (KMB) in ihrer Gesamtheit erhalten

Köln, Antrag

AN/0436/2011
Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates
Gremium Rat
Datum der Sitzung 01.03.2011

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Roters,
die Fraktion DIE LINKE und Thor Zimmermann, DEINE FREUNDE, bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der kommenden Sitzung des Rates zu nehmen:

Die vom Stadtvorstand eingesetzte ,,Task Force" hatte im Rahmen der Haushaltsberatungen 2010/2011 den Kürzungsvorschlage gemacht: ,,Schließung der Kunst- und Museumsbibliothek bei gleichzeitiger Anbindung des Rheinischen Bildarchivs an das Historische Archiv". Zu Recht wurde dieses Ansinnen in der öffentlichen Diskussion heftig kritisiert. Die Kunst- und Museumsbibliothek und ihre Unterstützer erhielten zahlreiche Solidaritätsadressen aus der ganzen Welt.
Als Oberbürgermeister Roters in seiner Trauerrede zum Tod der Ehrenbürgerin Irene Ludwig erklärte: ,,Auch setzte Irene Ludwig in ihrer klugen Art in diesen finanziell schwierigen Zeiten bewusst ein Zeichen für die Kölner Kunst- und Museumsbibliothek: Sie überließ dieser international wichtigen Institution ihre 8.000 Bände umfassende Arbeitsbibliothek." fügte der Oberbürgermeister der schriftlichen Fassung seiner Rede eine mündliche Erläuterung an ­ für den Erhalt der Kunst- und Museumsbibliothek ­ unter dem Beifall der Anwesenden. Der Rat der Stadt Köln beschloss einen Architektenwettbewerb für einen Neubau der Kunst- und Museumsbibliothek mit dem Historischen Archiv und dem Rheinischen Bildarchiv am Eifelwall.

Der Beigeordnete Prof. Quander betont in einer Mitteilung (Ds. 0501/2011) die Bedeutung der KMB und berichtet über Gespräche ,,mit einer großen Kölner Körperschaft des Öffentlichen Rechtes über eine mögliche Zusammenarbeit in der Betreiberschaft der KMB". Verwundert und nachdenklich stimmt, dass in der Mitteilung steht: ,,Die Verhandlungen richten sich auf verschiedene Denkmodelle".
In der Sitzung des Wirtschaftsausschusses am 7. Februar wurde von der Kulturverwaltung dann darauf verwiesen, dass es die Möglichkeit einer Übernahme oder die eines gemeinsamen Betriebes gebe.

Auf die Frage, welche Position die Verwaltung denn vertrete, wurde erklärt, die Verwaltung habe keine Verhandlungsposition. In der Geschichte der KMB wurde oft die Zersplitterung der Bibliothek als mögliches Modell diskutiert. Auch der Beigeordnete Prof. Quander machte zu einem früheren Zeitpunkt in der Diskussion um die Schließung der KMB einen derartigen Vorschlag (siehe Kölner StadtAnzeiger vom 7.9.2010). Ein solches Modell beschädigt die KMB und sollte generell ausgeschlossen werden.

Deshalb beschließt der Rat der Stadt Köln:

  1. Der Rat der Stadt Köln begrüßt die Gespräche mit einer großen öffentlichen Bibliothek und erhofft sich, dass das Land Nordrhein-Westfalen in die Finanzierung der Kunst- und Museumsbibliothek (KMB) einsteigt.
  2. Wichtige Synergien sollen genutzt werden, z.B. im Abonnements- und Bestellwesen.
  3. Die Kunst- und Museumsbibliothek (KMB) soll in ihrer Gesamtheit erhalten bleiben und einzelne Bereiche nicht ausgegliedert werden.
  4. Die Stadt Köln sollte auch weiterhin Zugriff und Einflussmöglichkeiten auf die Kunstund Museumsbibliothek ausüben können.

Mit freundlichen Grüßen,
gez. Jörg Detjen, Fraktionssprecher DIE LINKE im Rat der Stadt Köln
gez. Thor Zimmermann DEINE FREUNDE