Städtebündnis der UNESCO "European Cities against Racism"
Die Linksfraktion beantragt, dass die Stadt Bonn sich zeitnah um eine Mitgliedschaft im Städtebündnis der UNESCO ?European Coalition of Cities Against Racism? bewirbt, die Umsetzung des 10-Punkteplans des Städtebündnisses forciert und sich aktiv in das internationale Netzwerk gegen Rassismus und Diskriminierung integriert.
Inhalt des Antrages
Die Stadtverwaltung wird beauftragt, sich zeitnah um eine Mitgliedschaft im Städtebündnis der UNESCO ?European Coalition of Cities Against Racism? zu bewerben, die Umsetzung des 10-Punkteplans des Städtebündnisses zu forcieren und sich aktiv in das internationale Netzwerk gegen Rassismus und Diskriminierung zu integrieren.
Begründung
2004 wurde in Nürnberg die "European Coalition of Cities Against Racism" (ECCAR) gegründet, seitdem haben sich mehr als 100 europäische Städte (davon 19 deutsche Städte) dem Bündnis, dessen Zusammenarbeit in Nürnberg koordiniert wird, angeschlossen. In jährlichen Konferenzen tauschen sie ihre Erfahrungen aus, denn allen beteiligten Mitgliedstädten ist klar, dass Diskriminierung dort bekämpft werden muss wo sie entsteht ? vor Ort. Dabei ist die Entwicklung von lokal angepassten Strategien der Rassismusbekämpfung ein entscheidender Faktor, dem die UNESCO auch durch die Kooperation mit regionalen Städtekoalitionen anderer Kontinente Rechnung zollt. Als Resultat der Zusammenarbeit der europäischen Städtekoalition mit den Städtekoalitionen in Asien, Afrika, Lateinamerika, Kanada und den arabischen Staaten, erfolgte 2008 der Zusammenschluss zur Internationalen Koalition der Städte gegen Rassismus.
Auch die Stadt Bonn sollte sich an diesem bereits erprobten, groß angelegten und stetig wachsenden Bündnis beteiligen. Denn eine Mitgliedschaft im internationalen Netzwerk der UNESCO ist nicht erst vor dem Hintergrund der aktuellen Vorkommnisse, die zu einem erneuten Aufflammen der öffentlichen Debatte um Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung geführt haben notwendig, sondern grundsätzlich ein deutliches Zeichen und eine klare Positionierung gegen Rechts. Die Stadt Bonn, die sich als weltoffene Stadt mit einem breit aufgestellten Kulturangebot darstellt, die als attraktiver Standort für internationale Politik gesehen werden will, sollte sich konkret und wirksam gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung einsetzen und sich dafür stark machen, dass Bonn auch in Zukunft als Stadt wahrgenommen wird, in der Rassismus und Diskriminierung einer gelebten kulturelle Vielfalt weichen müssen. Wir wünschen uns eine Stadt in der sich jede/jeder ungeachtet seiner ethnischen Zugehörigkeit und ungeachtet seiner Identität, seines Lebensstils und seiner Weltanschauung heimisch fühlen kann. Zu diesem Zweck wäre dieser internationaler Zusammenschluss mit anderen Städten nicht nur ein aussagekräftiges Zeichen gegen Rechts, sondern würde der Stadt Bonn auch die Chance geben, Strategien zur Erreichung ihrer Zielsetzungen in einem eigens dafür vorgesehen Rahmen zu diskutieren und aus dem Erfahrungsaustausch mit anderen europäischen Städten einerseits selbst viel zu lernen und andererseits das Bündnis zu bereichen.
